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Demonstration der „Seebrücke”. Mehrere tausend Menschen sammeln sich zu einem gemeinsamen Protestzug durch die Innenstadt. Auf Transparenten und Plakaten fordern sie einen Wechsel der Migrationspolitik in Deutschland und wenden sich gegen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Auf dem Plakat steht unter dem Hashtag #Seebrücke: Mach dich nicht zum Horst - Steh auf gegen Rassismus.

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Tausende Teilnehmer bei Demo „Seebrücke” - auch ohne Seehofer

Rund 6300 Menschen haben laut Polizei am Montagabend in Frankfurt gegen die ihrer Meinung nach „menschenfeindliche” Flüchtlingspolitik der Bundesregierung demonstriert.

Rund 6300 Menschen haben laut Polizei am Montagabend in Frankfurt gegen die ihrer Meinung nach „menschenfeindliche” Flüchtlingspolitik der Bundesregierung demonstriert. Die Veranstalter sprachen von mehr als 8000 Teilnehmern. Unter dem Motto „Seebrücke statt Seehofer - Demo für Humanität und Menschenrecht” hatten zahlreiche Initiativen zu der Kundgebung aufgerufen. In Anspielung auf die Rettungswesten von Bootsflüchtlingen trugen laut den Veranstaltern viele Demonstranten orangefarbene Westen, Haarbänder und Transparente.

Der Protest richtete sich gegen den ursprünglich geplanten Besuch von Bundesinnenminister Horst Seehofer an diesem Dienstag in Frankfurt. Der CSU-Politiker hatte jedoch wegen Terminproblemen am Montag seine Teilnahme am Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik in Frankfurt abgesagt. Daraufhin verzichteten die Initiativen auch auf eine am Dienstagmorgen vor der Paulskirche geplante Protestveranstaltung, hielten jedoch an der abendlichen Demonstration fest.

Dabei forderten die Teilnehmer, dass Frankfurt sich „zur sicheren Hafenstadt” erklären müsse, um Boots-Flüchtlinge vom Mittelmeer aufzunehmen. Ein „solidarisches Frankfurt” müsse gegen „Seehofers Politik der Angst” stehen. Bernd Eichner von der Organisation „Seebrücke Frankfurt” sagte: „Wir sind total überwältigt. Ursprünglich hatten wir nur mit 2000 Teilnehmern gerechnet.” Der „Supererfolg” der Demo zeige, „dass Seehofers starke Sprüche gegen Flüchtlinge nicht in Frankfurt verfangen”. Laut Polizei gab es vorerst keine Zwischenfälle.

(dpa)

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