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Taxifahrer fordern Tariferhöhung

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Die Taxivereinigung hat bereits im März einen Antrag zur Anpassung des Tarifs bei der Stadt gestellt. Passiert ist nichts. FOTO: dpa
Die Taxivereinigung hat bereits im März einen Antrag zur Anpassung des Tarifs bei der Stadt gestellt. Passiert ist nichts. © picture alliance / dpa

Dieselpreis und Mindestlohn machen eine Anpassung des Taxitarifs in Frankfurt nötig.

Frankfurt -Als wäre die Pandemie nicht schon genug, droht die Taxibranche jetzt aufgrund der infolge des Ukraine-Kriegs stark gestiegenen Dieselpreise endgültig in die Knie zu gehen. Schon im März hat deshalb die Taxi-Vereinigung Frankfurt einen entsprechenden Antrag bei der Stadt vorgelegt. Ziel sei es, die tariflich festgesetzten Einnahmen zu erhöhen, sagt Sven Adler (55). Er ist Taxiunternehmer und Mitglied der Frankfurter Taxi-Vereinigung und war dort bis vor Kurzem im Vorstand. „Die Stimmung unter den Fahrern ist aufgrund der aktuellen Tarifsituation sehr schlecht“, sagt er.

Einer von ihnen ist Siegfried Kuderer (66), dessen Fahrzeug aus der beigen Flotte heraussticht: Ein Mercedes 300 SEL. Der Oldtimer vom Hauptbahnhof ist nicht nur ein echter Hingucker, sondern auch noch das älteste Taxi der Stadt. Kuderer, selbst ein alter Hase in der Branche, machen die hohen Preise zu schaffen. Eine Anpassung der Taxitarife an das allgemeine Preisniveau hält er deshalb nur für richtig. „Andere Städte haben das schon längst gemacht“, sagt er. Sein Kollege Harald Hartmann (60), seit 35 Jahren Taxifahrer , findet deutliche Worte: „Bei den aktuellen Tarifen lohnt sich das Taxifahren einfach nicht mehr.“

Das Problem: Taxen sind Teil des Öffentlichen Personennahverkehrs und unterliegen somit einer Tarifbindung. Festgelegt werden die Tarife von den zuständigen Behörden. Das hat zur Folge, dass in Hessen von Kommune zu Kommune unterschiedliche Taxitarife gelten. In Frankfurt hat die Stadt im Januar 2016, also vor fast sieben Jahren, die bislang letzte Anpassung vorgenommen. Zum Vergleich: Der Rhein-Main-Verkehrsverbund passt seine Preise nahezu jährlich an. Mittlerweile sei das Jahr fast zu Ende, und die Tarifanpassung stehe in Frankfurt immer noch aus. „Der Dieselpreis - momentan zwischen 2,15 Euro und 2,20 Euro pro Liter - schmerzt am meisten“, sagt Adler. Zudem gilt in Deutschland seit dem 1. Oktober ein gesetzlicher Mindestlohn von zwölf Euro. „Meine Personalkosten sind infolge der Erhöhung um gut zehn Prozent gestiegen“, betont der Taxiunternehmer. Zusätzlich zu den im Betrieb anfallenden Kosten habe er auch noch die ebenfalls gestiegenen Energiekosten zu tragen und eine Familie zu ernähren, fügt Adler hinzu. „Es geht ums Überleben“, sagt er.

In Hessen sind etwa 4600 Taxen registriert - 1700 davon befördern Menschen allein in Frankfurt täglich von A nach B. Dass der Markt heiß umkämpft ist, ist nicht neu. Konkurrenzanbieter wie „Uber“ oder „Freenow“ spürt die Taxibranche zusehends. Denn im Gegensatz zu Taxen unterliegen diese Anbieter keiner Tarifbindung und können so Festpreise anbieten. Auch die für Taxen vorgesehenen Beförderungs- und Betriebspflichten gelten für die Konkurrenz nicht. „Das ist kein fairer Wettbewerb“, stellt Adler fest. Zugunsten der Verbraucher sollte deshalb auch das Taxigewerbe Festpreise anbieten dürfen, fordert die Frankfurter Taxi-Vereinigung in ihrem Antrag vom März. Bleibt abzuwarten, ob diese Forderung Gegenstand der finalen Vorlage sein wird.

Unklar bleibt auch, wann die Tarifanpassung erfolgen wird. Auf Anfrage dieser Zeitung teilte die zuständige Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP) mit, dass der Magistrat die Vorlage „wohl in Kürze“ beschließen werde, sie in dieser Sache jedoch nicht vorgreifen wolle . Paul Fürst

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