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Eine aus dem Talentschuppen des SC 80 Frankfurt: Clara Kühnle lieferte einige starke Spiele ab. In der nächsten Saison will die 17-Jährige ihre Leistungen stabilisieren, die Schwankungen waren noch erheblich.

Tennis-Regionalliga

Mit Teamgeist in die Zukunft

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Auch in der kommenden Saison wollen die beiden Frankfurter Teams in der Regionalliga für Belebung sorgen – freilich mit unterschiedlichen Vorgehensweisen.

Als Neuling auf Anhieb Platz drei – respektabel. Die jungen Tennis-Damen des SC 80 Frankfurt haben in ihrer ersten Regionalliga-Saison die Erwartungen übertroffen. Vom spielerischen Potenzial her gab es sicher viel mehr Kader von Konkurrenten, die nominell überlegen waren. Die „80erinnen“ wucherten aber mit zwei Pfunden: Sie waren eine Einheit wie kein anderes Team in dieser Liga. Und sie verfügten über die besten Doppel.

Beides ist kein Zufall, sondern bestätigt eine langjährige Entwicklung unter der Führung von Trainer Dominik Metzger. Beim Club von der Feldgerichtstraße wäre es undenkbar, dass eine Teamspielerin während der Punktrunde zu einem Turnier fahren würde. Die auf eine Empfehlung neu verpflichtete Spanierin Nuria Parizzas-Diaz tat dies am ersten Spieltag. Danach brauchte sie sich nicht mehr zu melden, das Thema war erledigt. Bei den eingesetzten Profis Natalie Pröse (3:4-Bilanz im Einzel/4:3 im Doppel) und Aymet Uzcategui aus Venezuela (5:2/7:0) stand fest, dass sie während der Punktrunde auf Turniere verzichten würden.

Kein anderes Team hat dementsprechend auch so oft gemeinsam trainiert wie das des SC 80. Gemeinsame Unternehmungen förderten zusätzlich den Teamgeist. Die Mannschaft ist ohnehin sehr homogen, die „jungen Wilden“ hinter den beiden Profis sind schon lange Schützlinge von Trainer Metzger, spielen jahrelang zusammen.

Dies ist auch einer der Gründe für die Stärke in den Doppeln. Metzger lässt nicht nur Trainingsspiele machen, sondern schaut dabei, wer zu wem passt und übt einzelne Elemente. „Seht Ihr, das gestern Einstudierte zahlt sich aus“, sagte er am Sonntag stolz nach einem perfekten Volleyschlag von Valerie Karl. 15:6 lautete die Doppel-Bilanz der Frankfurterinnen, die also im Schnitt etwas mehr als zwei der drei Doppel für sich entscheiden konnten.

Im Einzel fehlte den „Küken“ – vier Spielerinnen sind erst 18 Jahre alt – noch die Beständigkeit. So wechselten bei Clara Kühnle Supervorstellungen mit unbegreiflichen Tiefs, Valerie Karl war indes manchmal noch zu ungestüm sowie Jana Tesar und Carolin Menzen oft (noch) überfordert. Der Mannschaft gehört aber die Zukunft: Das Team bleibt voraussichtlich zusammen, eventuell kommt noch eine Verstärkung hinzu.

Platz vier, 6:8 Punkte und sicherer Mittelplatz. „Damit können wir gut leben“, meint Yves Preis, der Trainer des Nachbarn SC SAFO Frankfurt . Die These, in Bestbesetzung hätte der Sachsenhäuser Club um die Meisterschaft spielen können, ist allerdings nicht übertrieben. Denn an der Kennedyallee stellte man einen idealen Kader zusammen: Vorne zwei starke Ausländerinnen, hinten zwei Routiniers und dazu drei, vier Talente aus dem Jugendbereich.

„Diese Philosophie möchten wir fortsetzen. Unsere beiden Ausländerinnen waren nicht nur stark, sondern passten auch menschlich super in unser Team“, betonte Trainer Preis. Beide, sowohl die Griechin Eleni Kordolaimi (3:2-Bilanz im Einzel/6:0 im Doppel) als auch die Italienerin Angelika Moratelli (5:0/5:0), bekundeten Interesse, auch in der kommenden Saison für die Sachsenhäuser aufzuschlagen. Sie wollen Spielerinnen auf der Tour ansprechen, die „ähnlich ticken“ und im Bedarfsfall für den Club einsetzbar wären.

Da dieses Jahr nur das eine ausländische Duo zur Verfügung stand, musste SAFO ausgerechnet im Derby gegen den SC 80, als sowohl Kordolaimi als auch Moratelli ins Finale eines ITF-Turniers kamen, mit ausschließlich deutschen Spielerinnen antreten – und verlor auch wie unter diesen Umständen erwartet.

Eine ordentliche Bilanz hatten auch die beiden Routiniers, Noemi Hemmerich (2:4/2:4) und vor allem Alina Hölzel (6:1/4:3). Da beide kaum noch Turniere spielen, werden sie 2019 voraussichtlich an den Positionen fünf und sechs spielen. „Eine Bank. Und da sie beide gute Doppelspielerinnen sind, werden wir viele Optionen in der Aufstellung haben“, freut sich Preis.

Bleiben die Talente. „Sie mussten erkennen, dass die Damen-Regionalliga etwas völlig anderes ist als die Juniorinnen-Hessenliga oder Einzel-Turniere und dass eine gute Ranglistenposition nicht zwingend der bereits erreichten Leistungsstärke entsprechen muss. Ich hoffe, dass sie bleiben, reifen und dann ihre Leistung konstanter abrufen werden“, sagt der Teamchef, der in einzelnen Begegnungen mit den Youngstern schon diesmal trotz Niederlagen zufrieden war.

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