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150 Fahrzeuge ausgestattet

Terrorgefahr: Frankfurts Retter rüsten nach

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Die Frankfurter Branddirektion hat auf die gestiegene Terrorgefahr reagiert: 150 Fahrzeuge des Rettungsdiensts und der Feuerwehr sind nach und nach mit zusätzlichen Einsatzmitteln ausgestattet worden. Das Spektrum reicht von blutstillendem Verband bis zu Tourniquets zum Abbinden von Arm- oder Beinstümpfen.

„Der nächste Terroranschlag kommt bestimmt“, sagt Leo Latasch, Ärztlicher Leiter des Frankfurter Rettungsdiensts. „Die Frage ist nur: ,Wann und wo?‘“ Für den Fall, dass sich Terroristen Frankfurt als Ziel aussuchen, will die Branddirektion als Träger des Rettungsdiensts in der Stadt möglichst gut aufgestellt sein. Deshalb haben die Verantwortlichen insgesamt etwa 150 Rettungswagen, Lösch- und Notarztfahrzeuge mit zusätzlichem Material für sogenannte „Sonderlagen“ ausgestattet. Hinter dem harmlos klingenden Begriff verbergen sich Schreckensszenarien wie Anschläge mit Bomben und Maschinengewehren, die in kürzester Zeit zu einer Masse von Verletzten führen können.

Latasch sagt, dass man die Planungen für die zusätzliche Ausstattung sofort nach den Terroranschlägen in Paris aufgenommen und auch mit Rettungskräften in der französischen Hauptstadt gesprochen habe. Seit dem vergangenen Herbst seien die Fahrzeuge dann sukzessive nachgerüstet worden. Die Anschaffungskosten schätzt der Notfallmediziner auf einen Betrag zwischen 70 000 und 80 000 Euro. Nach Angaben von Andreas Ruhs, der in der Branddirektion die Abteilung „Vorbeugung und Planung“ leitet, wurden alle Rettungskräfte für den Umgang mit dem Zusatzmaterial geschult. Dieses ist in einer gelben Tasche verstaut, die bei einem „Massenanfall von Verletzten“ – kurz MANV – alles enthält, was Rettungsassistenten, Notfallsanitäter und Notärzte ergänzend zur Standardausrüstung brauchen.

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