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Gas wird deutlich teurer - Mainova und Süwag äußern sich

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Von: Christoph Manus

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Die Frankfurter Energieversorger Mainova und Süwag erhöhen die Preise für Erdgas zum 1. Juli jeweils deutlich. Sie begründen das mit steigenden Kosten für den Energieeinkauf.

Frankfurt – Für viele Frankfurter Haushalte steigt der Gaspreis erneut an. Der Energieversorger Mainova in Frankfurt erhöht den Tarif für die Grundversorgung, „Mainova Erdgas Classic“, nach einem Anstieg zum Jahresbeginn nun in noch kräftigerem Maß. Vom 1. Juli an zahlt ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 12 000 Kilowattstunden nach einer Beispielrechnung des mehrheitlich städtischen Unternehmens monatlich etwa 24 Euro mehr für das Erdgas. Das ist ein Plus von rund 24 Prozent.

Mainova begründet den Anstieg mit stark gestiegenen Einkaufspreisen und verweist dafür auf Zahlen des Statistischen Bundesamts, nach denen sich die Einfuhrpreise für Erdgas von September bis März mehr als verdoppelten. Das Unternehmen weist zudem darauf hin, dass es zum Jahreswechsel mehrere Tausend Kund:innen von Energie-Discountern übernehmen musste.

Mainova hatte im Januar einen teuren Neukundentarif eingeführt

Mainova war zu Jahresbeginn in die Kritik geraten, als es einen sehr teuren Neukundentarif in der Grund- und Ersatzversorgung schuf. Diese zahlten zunächst deutlich mehr für Strom und Gas als Bestandskund:innen. Schon das hatte Mainova mit den ungeplanten Energiemengen begründet, die man zu hohen Preisen beschaffen müsse, um ehemalige Kund:innen der Anbieter Stromio und Gas.de zu versorgen. Die Preise für Neukund:innen in der Grundversorgung hat der Energieversorger nach einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Frankfurt zwar gesenkt. Gegen diese Entscheidung geht das Unternehmen aber vor.

Wer in Frankfurt auf Gas angewiesen ist, hat dieser Tage ein Problem. Die Preise steigen und steigen. (Symbolbild)
Wer in Frankfurt auf Gas angewiesen ist, hat dieser Tage ein Problem. Die Preise steigen und steigen. (Symbolfoto) © Renate Hoyer

Für die anderen Erdgastarife erhöht Mainova die Preise nicht. Wie viele Kund:innen in der Grundversorgung sind, also mit höheren Kosten rechnen müssen, will das Unternehmen nicht mitteilen. Dafür macht es Wettbewerbsgründe geltend.

Frankfurter Energieversorger Süwag erhöht Gaspreise um bis zu 75 Euro im Monat

Auch der zweite große Frankfurter Energieversorger Süwag erhöht zum 1. Juli für viele Haushalte die Erdgaspreise. Die Rede ist von einer Erhöhung um 4,5 bis sechs Cent pro Kilowattstunde. Das entspreche bei einem Jahresverbrauch von 15 000 Kilowattstunden einer Mehrbelastung von 56 bis 75 Euro pro Monat, hieß es am Dienstag auf Anfrage. Diese Preiserhöhung treffe rund 24 000 Kund:innen.

Anders als Mainova senkt die Eon-Tochter den Tarif für die Grundversorgung sogar. Ihre Grundversorgungsgebiete liegen allerdings jenseits Frankfurts, etwa im Rheingau-Taunus-Kreis und im Kreis Limburg-Weilburg.

Strom wird günstiger, weil die EEG-Umlage wegfällt

Die Preise für Strom sinken. Mainova und Süwag geben jeweils an ihre Kund:innen weiter, dass die EEG-Umlage, die zum 1. Januar bereits auf 3,72 Cent pro Kilowattstunde gesunken war, zum 1. Juli komplett entfällt. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden spart dadurch jährlich rund 111 Euro, rechnet Mainova vor.

Mehr müssen die Frankfurter:innen dagegen vom 1. Juli an für Wasser zahlen. Nach Beispielen von Mainova zahlt ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 150 Kubikmetern knapp einen Euro mehr im Monat. Mieterinnen oder Mieter in einem Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen und einem Verbrauch von 80 Kubikmetern im Monat müssten mit einem Anstieg von etwa 5,50 Euro im Jahr rechnen. Das Unternehmen begründet die Erhöhungen mit steigenden Kosten für Material, Personal und Energie. (Christoph Manus)

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