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Frankfurt Flughafen: Thai-Airways-Flieger flog gefährlich tief an – Ursache geklärt

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Von: Ares Abasi

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Flughafen Frankfurt: Schwere Störung - Airbus verliert dramatisch an Höhe
Am Flughafen Frankfurt kam es zu einer schweren Störung eines Flugzeuges. © picture alliance / dpa / Airbus

Vor zweieinhalb Jahren flog ein Airbus A350-900 von Thai Airways zu tief in Richtung Frankfurter Flughafen. Der Abschlussbericht nennt nun vier Ursachen des Vorfalls.

Frankfurt – Ein Airbus A350-900 der Thai Airways aus Phuket ist am Abend des 1. Januar 2020 beim Anflug auf den Frankfurter Flughafen zu tief gesunken. Nun hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) den Abschlussbericht veröffentlicht. Die BFU nennt vier Ursachen: 1. Fehler in der Programmierung der Wegpunkte im Flight Management System. 2. Fehler in der Bedienung der automatischen Flugsteuerung für den Anflug. 3. Reduziertes Situationsbewusstsein der Piloten über die Lage im Raum. 4. Mängel in der Kommunikation und der Zusammenarbeit innerhalb der Cockpitcrew.

Der Bericht zeigte, dass das Flugzeug anfangs höher flog, als der vorgesehene Gleitweg des Instrumentenlandesystems, aber so schnell abstieg, dass es schnell unter diesen Gleitweg geriet. Bevor der Jet an seinem tiefsten Punkt kreiste, befand er sich nur 203,6 Meter über dem Boden. Zu dieser Zeit liegt das Flugzeug immer noch etwa 11,9 km von der Schwelle von der Pistenschwelle 07R des Frankfurter Flughafens entfernt.

Frankfurt Flughafen: Vier erfahrene Piloten an Bord

An Bord der A350 befanden sich 4 erfahrene Piloten, 14 Flugbegleiter und 306 Passagiere, das berichtet die Website aerotelegraph. Der Copilot leitete das Flugzeug an, der Kapitän fungiert als überwachender Pilot, und die beiden anderen Piloten fungierten als Cockpitbeobachter. Der Fluglotse fragte die Piloten, ob es stimme, dass kranke Passagiere an Bord seien, wie die Besatzung einige Stunden zuvor der Betriebszentrale von Thai Airways gemeldet hatte. Die Besatzung bestätigte dies und erklärte, dass am Gate medizinische Hilfe erforderlich sei.

Die A350 befand sich hinter einem früheren Flugzeug, und so wurde der Flugplan in das A350-System integriert. Die Piloten erhielten jedoch vom Lotsen die Information, dass der Anflug wegen eines erkrankten Passagiers verkürzt worden sei und sie nicht mehr hinter dem vorderen Jet landen würden. Nachträgliche Auswertungen des Stimmenrekorders zeigten laut BFU, dass „ die Stressbelastung der Cockpitbesatzung dadurch anstieg“.

Frankfurt Flughafen: Pilot stellte Handlungen nicht in Frage

Die Befehle des Piloten seien nicht mehr klar gewesen und wurden zum Teil in Form einer Frage ausgedrückt. Der Kapitän stellte seine Handlungen nicht in Frage. Die BFU glaubt, dass die Besatzung nicht auf der richtigen Flugbahn war. In dem Bericht heißt es, die „programmierte noch zu fliegende Strecke über Grund war wahrscheinlich wesentlich länger als die tatsächlich geflogene.“

„Die Cockpitbesatzung hatte vermutlich den Eindruck, sich viel zu hoch über dem notwendigen Flugweg zu befinden.“ Die vorhandene Erfahrung der Piloten sollte hier ins Spiel kommen. Aber sie tat es nicht. „Das Situationsbewusstsein in dieser Situation bewertet die BFU als ungenügend.“

Frankfurt Flughafen: Flugzeug war noch nicht landebereit

Beim Endanflug war das Flugzeug noch nicht landebereit, so aerotelegraph. Die Geschwindigkeit stimmte nicht mit der Landekonfiguration überein, die Sinkrate überschritt die Grenze von 1000 Fuß/min und die Lande-Checkliste wurde nicht ausgefüllt. Daher galt der Anflug als nicht stabil.

Schließlich schaltete der steuernde Pilot den Autopiloten aus und startete durch. Der zweite Anflug gelang ohne Probleme, niemand wurde verletzt, auch das Flugzeug war und blieb unbeschädigt. Alle vier Thai-Airways-Piloten wurden später einzeln von der BFU befragt, konnten den viel zu niedrigen Anflug aber nicht erklären. (Ares Abasi)

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