Dem Frankfurter Hauptbahnhof steht ein Wandel bevor.
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Dem Frankfurter Hauptbahnhof steht ein Wandel bevor.

Hauptbahnhof Frankfurt

Neuer Tiefbahnhof: Deutsche Bahn stellt Pläne für Milliarden-Projekt vor

  • VonSebastian Richter
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Für den Hauptbahnhof Frankfurt gibt es große Pläne. Ein Tunnel soll die Lösung für das Problem im Fernverkehr bei der Deutschen Bahn sein.

Update vom Montag, 28.06.2021, 8.33 Uhr: In Frankfurt sollen ein Tunnel für Fernzüge und ein neuer Tiefbahnhof entstehen. Ziel des Milliarden-Projekts ist nach Angaben der Bundesregierung und der Deutschen Bahn, deutlich mehr Kapazität für den Fernverkehr zu schaffen. Der Hauptbahnhof Frankfurt ist ein wichtiger Verkehrsknoten, verursacht als Kopfbahnhof aber häufig Verspätungen. Das Vorhaben soll die Engstelle auflösen und hätte damit bundesweite Auswirkung. Die genauen Pläne werden am Montag (28.06.2021) bei einem Pressetermin (11.45 Uhr) in Frankfurt vorgestellt. Um 17 Uhr ist zudem eine zweistündige, digitale Info-Veranstaltung für Bürgerinnen und Bürger geplant.

Die Deutsche Bahn hatte im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums in einer Machbarkeitsstudie untersuchen lassen, ob und unter welchen Voraussetzungen ein zweigleisiger Fernbahntunnel am Hauptbahnhof Frankfurt technisch machbar ist. Als im September 2019 die Machbarkeitsstudie angekündigt wurde, war von Kosten in Höhe von knapp 3,6 Milliarden Euro die Rede. Vor 2035 sei nicht mit einer Fertigstellung zu rechnen, hatte es damals geheißen.

Tiefbahnhof in Frankfurt: Pläne für Tunnel sollen vorgestellt werden

Untersucht wurde auch der günstigste Verlauf des Tunnels – südlich oder nördlich des Mains. Der Tunnel soll vom Osten und vom Westen auf den neuen, viergleisigen Tiefbahnhof zulaufen, der unter dem Hauptbahnhof Frankfurt entstehen soll. Dieser soll bestehen bleiben, um vom Regionalverkehr der Deutschen Bahn angefahren zu werden.

Fernzüge sollen so bis zu acht Minuten schneller durch den Frankfurter Knoten fahren. „Der Tunnel ist ein zentraler Baustein für den klimafreundlichen Schienenverkehr und den Deutschlandtakt“, erklärte die Deutsche Bahn.

Es gab schon mehrmals Entwürfe für einen Tiefbahnhof in Frankfurt. Vor 25 Jahren etwa war das Projekt „Frankfurt 21“ diskutiert worden – ähnlich wie in Stuttgart sollte der Kopfbahnhof durch einen Tiefbahnhof ersetzt werden. Das Vorhaben wurde 2001 wegen mangelnder Finanzierung zu den Akten gelegt.

Neuer Tiefbahnhof: Bündnis treibt Milliarden-Projekt am Hauptbahnhof Frankfurt an

Erstmeldung vom Freitag, 25.06.2021, 15,11 Uhr: Frankfurt – Der Hauptbahnhof in Frankfurt wird sich verändern. Ein Teil des Bahnhofs soll unter die Erde verlagert, zusätzlich die Fernzüge durch einen Tunnel geführt werden. In einer Resolution haben sich 19 Verbände, Kommunen und Organisationen für den Milliarden Euro teuren Umbau ausgesprochen.

Nach den Vorschlägen soll der neue Bahnhof unter dem Hauptbahnhof entstehen und von Fernzügen angefahren werden. Der Regionalverkehr soll dadurch überirdisch mehr Platz erhalten. „Mit einer solchen Ergänzung zum oberirdischen Hauptbahnhof Frankfurt sind die zukünftigen Anforderungen an einen leistungsstarken Eisenbahnverkehr erreichbar“, heißt es in der Resolution. Schon heute sei die Infrastruktur am Bahnhof überlastet. Für ein Wachstum des Nahverkehrs sei der Ausbau des Frankfurter Knotens unbedingt erforderlich. Gleichzeitig dürften andere Ausbau-Maßnahmen weder gefährdet noch verzögert werden.

Hauptbahnhof Frankfurt: Tunnel soll Fernzüge leiten

Die Resolution zum Ausbau des Hauptbahnhofs wurde von einem breiten Bündnis unterschrieben. Dazu gehören: die Städte Frankfurt, Offenbach und Hanau, der Landkreis Offenbach, der Hessische Städte- und Gemeindebund und das Land Hessen. Auch von der Verkehrsseite gibt es breite Zustimmung zum Ausbau: der Nordhessische Verkehrsbund (NVV), der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), der Fahrgastverband Pro Bahn haben unterzeichnet. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Unternehmen Fraport und Helaba sind Unterstützer der Resolution.

Ziel des Ausbaus soll nach Angaben von Bundesregierung und der Deutschen Bahn sein, die Kapazität für den Fernverkehr zu erhöhen. Als Kopfbahnhof verursache der Frankfurter Hauptbahnhof häufig Verspätungen – die sich auf den bundesweiten Fernverkehr auswirken können. Bisheriger Voranschlag der Kosten: 3,6 Milliarden Euro. Geplant ist eine Bauzeit bis Ende der 2030er Jahre. (Sebastian Richter)

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