Auch der Asphalt weist mittlerweile tiefe Krater auf.
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Auch der Asphalt weist mittlerweile tiefe Krater auf.

Tiefe Krater im Asphalt

  • Julia Lorenz
    VonJulia Lorenz
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Die Schlaglöcher auf der westlichen Offenbacher Landstraße in Oberrad werden immer größer – das ist besonders für Radfahrer gefährlich. Die Sanierung der Straße wird aber von Jahr zu Jahr verschoben. Schon seit den 1980er Jahren wird darüber diskutiert. Doch jetzt verspricht das Verkehrsdezernat: Im kommenden Frühjahr ist es soweit.

Volker Hartmann ist passionierter Fahrradfahrer. Eigentlich sieht man ihn stets auf seinem Rad unterwegs. Doch die Offenbacher Landstraße, die würde der Oberräder am liebsten so oft es geht meiden. „Das ist eine der gefährlichsten Straßen Frankfurts“, ist er sich sicher und zeigt auf herabgesenkte Pflastersteine, die die Gleise der Straßenbahn mehr als fünf Zentimeter aus dem Boden herausragen lassen. „Das ist mehr als gefährlich.“ Vor allem für Radfahrer. Immer wieder würde er Menschen auf Zweirädern sehen, die ins Schlingern geraten und gar stürzen.

Viele Stürze

Solche Stellen gibt es entlang der Verkehrsader, die einmal quer durch den Stadtteil führt, zuhauf. Hinzu kommen tiefe Krater im Asphalt, die auch Autofahrer oft umschiffen, um die Reifen und die Achse zu schonen.

Die Offenbacher Landstraße ist nicht sonderlich breit. In der Mitte verlaufen die Straßenbahngleise. „Viele Fahrradfahrer trauen sich nicht zwischen den Schienen, sondern nur am Rand zu fahren“, sagt Hartmann, der als Verkehrsexperte im Oberräder Bürgerverein die Diskussionen von Anfang an mitverfolgt hat. Doch am Rand parken Autos. Viel Platz gibt es nicht. „Die Straße muss unbedingt saniert werden und ein durchgängiger Fahrradstreifen muss her.“

Kleine Flickarbeiten

Schon seit den 1980er Jahre gibt es Überlegungen, die Offenbacher Landstraße zu sanieren und umzugestalten. Erste Vorplanungen stammen aus dem Jahr 1984 und 1987. Das Stadtparlament hatte bereits im Dezember 1993 den Plänen zugestimmt. Neue Bäume sollten gepflanzt, die Parkplätze am Straßenrand schräg angeordnet werden. Doch immer wieder wurden die Planungen überarbeitet. Im Jahr 2008 wurden die finanziellen Mitteln sogar in den Haushaltsentwurf miteingeplant.

Doch passiert ist bisher nicht wirklich viel – bis auf kleine Flickarbeiten am Asphalt. Die Situation verbessert hat das allerdings nicht. Die Sanierungsarbeiten werden von Jahr zu Jahr verschoben. „Es waren immer andere Maßnahmen in anderen Stadtteilen wichtiger als die Sanierung der Offenbacher“, sagt Hartmann. „Es ärgert die Bürger, dass hier nichts vorangeht. Immer wieder kommen mir Beschwerden zu Ohren“, sagt er, der zahlreiche Dokumente, Briefe an Politiker und Zeitungsartikel zu dem Thema gesammelt und in Ordner sortiert hat. „Wir fühlen uns im Stich gelassen. Das ist eine Katastrophe.“

Doch Holger Froschhäuser, Sprecher von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) versichert jetzt: „Die Sanierung der Offenbacher Landstraße zwischen Buchrainplatz und Balduinstraße kommt.“ Das Amt für Straßenbau und Erschließung befinde sich noch in den letzten Detailplanungen, die nicht ganz einfach sei – immerhin müssten zahlreiche Dinge berücksichtigt, viele Absprachen mit anderen Ämtern und der Verkehrsgesellschaft Frankfurt getroffen werden. Der Abschnitt zwischen Buchrainplatz und Balduinstraße soll komplett saniert und umgestaltet werden. Die Haltestellen werden barrierefrei, die Straßenbahngleise erneuert, die Parkplätze neu angeordnet, die Radwegeführung verändert.

Noch vor den Sommerferien, die Mitte Juli beginnen, soll eine entsprechende Vorlage im Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) vorgestellt und vom Stadtparlament abgesegnet werden, verspricht Froschhäuser. „Wenn alles planmäßig verläuft und alle Gremien zustimmen, dann kann die Ausschreibung beginnen und die Sanierung in die Wege geleitet werden.“ Baubeginn könnte im Frühjahr 2017 möglich sein.

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