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Tierarztbesuch wird deutlich teurer - Mehrheit in Hessen will nicht am Haustier sparen

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Von: Christoph Sahler

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Der Besuch beim Tierarzt wird ab dem 22. November deutlich teurer. Eine Umfrage sollte nun herausfinden, wo Haustierbesitzer möglicherweise sparen.

Hessen - Am Dienstag, 22. November, ist es so weit. Dann tritt die neue Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) in Kraft. Praxen sollen dadurch deutschlandweit wirtschaftlich abgesichert werden, Haustierhalter müssen dafür jedoch tiefer in die Tasche greifen. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov hat jetzt offengelegt, wo, ob und inwiefern Menschen in Hessen an Hund und Katze sparen wollen.

Die letzte Änderung der Gebührenordnung liegt lange zurück. 1999 wurden die Preise für tierärztliche Untersuchungen angepasst, seitdem nicht wieder. Für die Bundestierärztekammer war es daher höchste Zeit, sicherzustellen, dass die kalkulierten Einnahmen auch weiterhin dazu führen, dass Tierarztpraxen den Betrieb aufrechterhalten können. Eine Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft habe daher 2020 die einzelnen tierärztlichen Leistungen bewerten sollte, um zu gewährleisten, dass die GOT kostendeckend ist, schreibt die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Tierärzte hierzu.

Der Besuch beim Tierarzt wird ab 22. November deutlich teurer.
Der Besuch beim Tierarzt wird ab 22. November deutlich teurer. © Arne Dedert/dpa

Preise in Tierarztpraxis verdoppeln sich - Neue Gebührenordnung laut Tierärztekammer „äußerst maßvoll“

Und die neuen Preise haben es auf den ersten Blick in sich. Die Impfung für Hund oder Katze kostet ab dem 22. November 11,50 Euro statt bislang 5,77 Euro. Die allgemeine Untersuchung von Katzen steigt von 8,98 auf 23,62 Euro, die von Hunden von 13,47 Euro auf dieselbe Summe.

Die Bundestierärztekammer erklärt dazu, dass die Höhe der aktuellen Anpassung noch nicht einmal dem Inflationsausgleich entspricht und „dementsprechend äußerst maßvoll ist.“ Die gesetzliche Gebührenordnung sorge für Transparenz und schütze die Tierhalter vor Übervorteilung. „Ein Wettbewerb zwischen den Tierärzt:innen soll vorwiegend über die Leistung und weniger über den Preis stattfinden. Eine angemessene gesetzliche Vergütung stellt sicher, dass Tierärzt:innen dem Qualitätsanspruch der Tierhalter:innen z. B. durch Fortbildung und Investitionen nachkommen können.“

Hessen: 64 Prozent der befragten Halter wollen nicht am Tierwohl sparen

Kritik kommt von Felmo, einem Internetportal, das mobile Tierärzte vermittelt. Das Berliner Start-Up war auch Auftraggeber der YouGov-Umfrage. In einer Pressemitteilung schreiben die Verantwortlichen: „In Hessen müssen 64 Prozent der Tierhalter nicht am Tierwohl sparen. Zwar haben sechs Prozent Bedenken, ihr Haustier bei steigenden Tierarztkosten abgeben zu müssen und 17 Prozent würden sogar weniger Tierarztbesuche einplanen, dennoch sehen 20 Prozent in Hessen sich in der Lage gar keine Einsparungen an ihrem Haustier vornehmen zu müssen und 44 Prozent werden andere Wege finden, als an der Gesundheit des Haustieres zu sparen.“ Felmo habe herausfinden wollen, wo und wie Halter von Haustieren sparen, wenn die Kosten für den Tierarztbesuch steigen.

Felmo hat jedoch noch mit einem ganz eigenen Problem zu kämpfen. Besitzer von Haustieren können auf der Portalseite schnell eingeben, ob sie beispielsweise einen Hund oder eine Katze haben und was dem Tier fehlt - und bekommen einen Hausbesuch eines Tierarztes organisiert.

Hessen: Mobiles Tierärzteportal Felmo schlägt nach Umfrage Alarm - Hausbesuche kosten bald 41 Euro

Die neue Gebührenordnung sieht allerdings vor, dass hierfür eine zusätzliche Gebühr von 41 Euro pro Hausbesuch anfällt. Die neue GOT verpflichtet Tierärzte zudem, Anfahrtskosten für jeden Hausbesuch zu berechnen. Damit kommt ab 22. November ein Betrag zusammen, bei dem sich viele Tierhalter wohl überlegen, ob sie nicht selbst in einer Praxis vorstellig werden als ihrem Tier einen Hausbesuch zu ermöglichen.

„Als mobile Tierärzte sehen wir die Anfahrtskosten als betriebliche Ausgabe, wie Miete oder Stromkosten, die wir ohne Praxen nicht haben und wir möchten weiterhin die Freiheit besitzen, diese Kosten dem Tierhalter nicht zu berechnen“, sagt Lars Giere, Geschäftsführer von Felmo. (Christoph Sahler)

Ein Politiker macht sich für die Einführung eines Führerscheins stark, der dazu berechtigt, Hunde und Katzen zu halten.

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