Interview mit Leiterin des Fechenheimer Tierheims

"Tiere sind kein Wanderpokal"

 Wie viele Tiere werden pro Jahr durch Ihre Mithilfe vermittelt?  

Wir vermitteln pro Jahr etwa 300 bis 400 Tiere.

 

Welche Voraussetzungen muss ein Interessent erfüllen, um letztendlich ein Tier mit nach Hause nehmen zu dürfen?

 

Von Haus aus haben wir einen Selbstauskunftsbogen erarbeitet, in dem der Interessent Angaben zu seiner Person, seinem Umfeld und seinem Beruf machen muss, die wir auch überprüfen.

 

Sie sprechen das Thema Beruf an ­– Arbeitslose haben keine Chance auf ein Tier?

 

Wir vermitteln nur Tiere an Personen, bei denen wir uns sicher sein können, dass die finanziellen Mittel stimmen, um ein Tier zu versorgen. Ein Tier ist kein Wanderpokal und unser Ziel ist es, dass das Tier bis zu seinem Lebensende bei seinem Besitzer bleibt, ohne dass es wieder zurück zu uns gebracht wird. Aus diesem Grund führen wir Überprüfungen durch.

 

Wie kann ich mir so eine Überprüfung vorstellen?

 

Erscheinen uns die Angaben im Selbstauskunftsbogen nicht glaubwürdig, führen wir eine Vorkontrolle durch, indem wir beispielsweise überprüfen, ob der Interessierte tatsächlich über einen Garten verfügt, wie angegeben.

 

Das heißt, Sie statten nur vor der Vermittlung einen Besuch zu Hause ab?

 

Nein, nicht nur. Neben der Vorkontrolle führen wir selbstverständlich auch eine Nachkontrolle durch. Neben Telefongesprächen mit den neuen Besitzern besuchen wir die Tiere, um überprüfen zu können, ob es den Tieren tatsächlich gut geht.

 

Angenommen, das besuchte Tier befindet sich in einem schlechten Zustand. Was können Sie tun?

 

In der Regel tritt dieser Fall nicht ein. Kommt es dennoch dazu, können wir veranlassen, dass das Tier von seinem Besitzer getrennt wird.

 

Was passiert dann mit so einem Tier?

 

Das Tier kommt wieder zu uns zurück und wartet dort, bis es einen verantwortungsvollen Besitzer bekommt.

 

Wie werde ich dann aufmerksam auf so ein Tier?

  Am besten schauen Sie sich vor einem Besuch im Tierheim unsere

an und „suchen“ sich schon mal vorab ein oder zwei Tiere aus, die sie gerne sehen möchten. Das erleichtert uns die Vorbereitung und Ihnen den Aufenthalt im Tierheim. Wir aktualisieren unsere Homepage so oft es geht und posten zusätzlich Fundtiere auf  

 . Außerdem werden sogenannte „Herrchen gesucht“-Anzeigen in der Frankfurter Neuen Presse mit Bild abgedruckt.  

Stehen Sie mit weiteren Vereinen in Kontakt?

 

Ja. Wird uns zum Beispiel ein Hund der Rasse American Akita abgegeben, informieren wir immer den Akita Club e.V., damit das Tier an einen Hundeliebhaber vermittelt werden kann. Darüberhinaus helfen sich die Tierheime und Tierschutzvereine untereinander aus.

 

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?

 

In der Sommerzeit, wo viele Katzenkinder geboren werden, kann es schon passieren, dass mehr Tiere gefunden oder abgeben werden, als das wir für alle ein Plätzchen zu Verfügung haben. Wir können maximal 200 Katzen und 140 Hunde aufnehmen, alle Tiere die darüberhinaus zu uns kommen, bringen wir in Tierheime, in denen noch Platz ist.

Außerdem helfen wir uns untereinander mit Einstreu, Futter und Zubehör aus.

 

Zubehör ist ein gutes Stichwort – Ein Hund braucht neben Futter und Fürsorge auch ein anständiges Halsband und eine Leine. Geben Sie die Sachen den Besitzern mit?

 

Ja, zunächst schon. Um die Eingewöhnungsphase so angenehm wie möglich für das Tier zu gestalten, geben wir dem neuen Besitzer immer ein kleines Paket mit an die Hand. In diesem Paket befinden sich in erster Linie Futter und Medikamente.

Das Zubehör, in der Regel Leine und Halsband, bitten wir wieder an uns zurück zu geben, sobald der Besitzer sich eigenes Tierzubehör angelegt hat, da wir  nicht über die nötigen Mittel verfügen, um jedem Tier ein eigenes Zubehör zu kaufen.

 

So ein Starterpaket ist eine tolle Idee – wie finanzieren Sie diese Pakete?

 

Die Pakete werden, wie das gesamte Tierheim, aus Spenden finanziert. Da wir keine eigenen Einnahmen haben, sind wir zu 98 Prozent auf Spenden angewiesen. Nur so wird es uns möglich, geplante Projekte umzusetzen.

 

Der Blick in die Zukunft – Welche Projekte planen Sie?

  Hohe Priorität hat derzeit der Umbau unseres Lagers für Heu  und Sägespäne zu einem Außengehege für Nager. Damit sollen Hasen auch im Winter in die Außenhaltung vermittelt werden können. Das ist derzeit noch nicht möglich, da die Tiere   im beheizten Kleintierhaus untergebracht werden. Für den Umbau benötigen wir in erster Linie finanzielle Mittel für die Sanierung des Lagerdaches. Wir sind daher um jede Spende, sei sie auch noch so klein, sehr dankbar. Das Interview führte Lisa Kreis  

Spenden an das

Tierheim Fechenheim

unter folgendem Konto:

 

Tierheim Fechenheim

IBAN DE28 5005 0201 0000 8813 67

Swift BIC   HELADEF1822

Frankfurter Sparkasse

 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare