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Mehr als 100 Schalen haben Martina Schoder (rechts) und ihre Töpfergruppe hergestellt und verkauft.

Leere Schalen für den Kongo

Töpfergruppe spendet Erlös an Menschen in Afrika

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Mehr als 100 Schalen hat die Töpfergruppe der Kreativwerkstatt für einen guten Zweck verkauft. Das Geld fließt in die Arbeit von „Lisungi“ – der Gesundheitsförderverein will im Kongo neben seiner bereits bestehenden mobilen Klinik auch eine Basisstation etablieren.

Von der medizinischen Versorgung im Kongo könne man sich als Deutscher kaum eine Vorstellung machen, sagt Luzeyi Kuelusukina. Oft seien es leicht zu behandelnde Krankheiten, die dort zum Tode führen. „Weil sich die Menschen einen Arztbesuch schlichtweg nicht leisten können“, erklärt die gebürtige Kongolesin und Vorsitzende des „Lisungi-Gesundheitsfördervereins Kongo. 2009 gegründet, verschafft er mit seiner mobilen Klinik den Menschen in der Hauptstadt Kinshasa Zugang zu wichtigen Gesundheitsdiensten.

Finanziert wird das Projekt ausschließlich über Spenden, wie die der Kreativwerkstatt des Frankfurter Verbandes. 732 Euro fließen so in diesem Jahr in den Kongo, der Erlös der verkauften Ton-Schalen. Denn die Kreativwerkstatt, oder besser gesagt die Töpfergruppe beteiligt sich am Projekt „Empty Bowls“. Diese Bewegung aus dem Volk bietet weltweit die Möglichkeit für alle, die mit Ton arbeiten, die Not an einem eigens ausgewählten Ort in der Welt zu lindern. Indem sie leere Schalen töpfert, verkauft und den Erlös spendet.

„In den vergangenen Jahren haben wir ein Projekt in Indien unterstützt, jetzt helfen wir im Kongo“, sagt Martina Schoder, Leiterin der Töpfergruppe. Über 100 Schalen haben ihre Schützlinge in einem Jahr hergestellt, verkauft wurden sie klassisch beim weihnachtlichen Markt der Kreativwerkstatt. Von Schoders Schützlingen selbst, vier sind es derzeit, zwölf waren es noch vor zwei Jahren. „Über Unterstützung würden wir uns deswegen sehr freuen, oft scheitert es allerdings an der Zeit“, erzählt Schoder, so dass deswegen künftig auch ein Kurs ab 18 Uhr angeboten werden soll. Für Berufstätige.

Auch Ursula Tiburczy, die seit 2012 Teil der Töpfergruppe ist, würde sich über Zuwachs freuen. Als sie vor fünf Jahren in der Vorruhestand ging, entdeckte sie die Freude an der

Arbeit mit Ton

. Dass sie mit ihrem Hobby, ihren getöpferten Schüsseln auch noch ein gutes Werk tut, ist für sie „ein schönes Gefühl“. Wobei sie weniger an die notleidenden Menschen im Kongo denkt, wenn sie an der Töpferscheibe sitzt. „Da konzentriere ich mich ausschließlich auf das Material und das Produkt, das entstehen soll“, ist Tiburczy ganz ehrlich.

Für Luzeyi Kuelusukina ist die Spende des Töpferkurses ein Segen. Denn der Verein hat keinen Träger, es gibt keine festen Beträge, mit denen er jährlich rechnen kann. Dreimal in der Woche fährt die mobile Klinik, ein Krankenwagen mit Ärzten, Schwestern und Medikamenten, an bestimmte Standorte und versorgt die kranken Menschen. Kleinere Operationen sind dort allerdings nicht möglich, dafür gibt es eine sogenannte Basisstation in vier angemieteten Räumen. „Wir wünschen uns ein eigenes Haus, einen festen Standort“, sagt die Vorsitzende.

Peter Gehweiler, Fachbereichsleiter „Freiwilliges Engagement und Seniorenreisen“ beim Frankfurter Verband, war es wichtig zu wissen, was mit dem gespendeten Geld passiert. „Wir kennen die Vorsitzende, wissen, dass die Spende in guten Händen ist und sinnvoll eingesetzt wird. Besser geht es nicht.“

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