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Noch erinnert der Tower an die einstige Nutzung. foto: Rolf oeser

Bonames: Gastronomie

Tower-Café sucht neuen Pächter

  • vonGernot Gottwals
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Geändertes Konzept für Alten Flugplatz

Nach dem Rückbau der provisorischen Flüchtlingsunterkunft im nächsten Jahr soll der Alte Flugplatz mit neuen Angeboten bespielt werden. Bis dahin soll auch ein neuer Gastronom gefunden sein. "Neue Veranstaltungsangebote auch für Erwachsene und Familien wären wünschenswert, denen sich auch die Gastronomie anpasst. Dafür könnten der Flugplatz und der Hangar auch umgestaltet werden", meint Torsten Jens, Geschäftsführer der Naturschule Hessen.

Deshalb hat der Magistrat jetzt damit begonnen, ein neues Bildungskonzept zu erstellen, das innerhalb der nächsten beiden Jahre in eine Gesamtkonzeption für den Standort Alter Flugplatz einfließen soll. Der Arten- und Biotopenschutz, die Landschaftspflege und naturverträgliche Naherholung gehören ebenso dazu wie die Umweltbildung. Auch Baumpflanzungen und Bodenentsiegelungen können berücksichtigt werden, während eine mögliche Renaturierung der Nidda im Bereich des Flughafens Gegenstand eines weiteren, längerfristigen Konzepts werden soll.

Außerdem soll das Tower-Café weiterentwickelt werden. "Das neue Umweltbildungskonzept soll bis zum kommenden Frühjahr vorliegen", erklärt Peter Dommermuth, Leiter des Frankfurter Umweltamtes. "Die Flüchtlingsunterkunft hat auch Veranstaltungsfläche auf dem Hangar eingenommen, die wir dann für unsere neuen Aktivitäten nutzen können." Eingebunden werden sollen die bisherigen Partner, darunter die Naturschule Hessen, die Aeronauten, das Feuerwehrmuseum Bonames und natürlich die Servicegesellschaft für Tower und Grüngürtel SFG.

Wobei feststeht, dass sich die SFG aus der Gastronomie zurückzieht: "Wir werden uns künftig auf unsere anderen Aufgaben wie die Pflege der Grünflächen und die Müllentsorgung konzentrieren", erklärt der Geschäftsführer Luther Beukmann. Denn das bisherige Konzept einer wirtschaftlichen Führung mit Weiterbildungsangeboten von Arbeitskräften sei schon seit längerer Zeit nicht mehr aufgegangen. Mit dem zweiten Corona-Lockdown habe man entsprechende Konsequenzen ziehen müssen.

Privater Betreiber

Seit Anfang Oktober ist das Tower-Café nun geschlossen. Wobei sich der Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) einstimmig dafür ausgesprochen hat, einen neuen Pächter für den am nordöstlichen Stadtrand bedeutenden Freizeit- und Naherholungsraum zu finden. Dem hat sich der Ortsbeirat 12 (Kalbach, Riedberg) mit der Forderung angeschlossen, das Café durch die SFG oder einen privaten Betreiber bewirtschaften zu lassen.

Bei Susanne Kassold von der SPD im Ortsbeirat 12 war die Nachricht von der Schließung zunächst auf ein gewisses Unverständnis gestoßen, da das Geschäft in den Sommermonaten "gebrummt" habe, als der zweite Lockdown noch nicht in Sicht war. "Die Außentische sind mit genügend Abstand festgeschraubt, zudem können genügend Speisen zum Mitnehmen angeboten werden", meint Kassold. Geschäftsführer Jens von der Umweltschule spricht sich sogar für eine klimaneutrale Speisekarte aus.

Beukmann erklärt, durch die Corona-Krise seien viele Aufträge weggebrochen, daher habe man zu wenig Gewinne erzielt, um das Café zusammen mit den Weiterbildungsangeboten wirtschaftlich führen zu können.

"Wir hoffen, dass wir bis nächstes Jahr einen neuen Gastronom gefunden haben. Aber die Schwierigkeiten einer wirtschaftlichen Führung des Tower-Cafés verschärfen sich durch die Corona-Krise weiter", räumt Günter Murr ein, Sprecher des Bau- und Immobiliendezernats.

Nach der Stilllegung des alten US-amerikanischen Flugplatzes (früher: Maurice Rose Airfield) begannen im Winter die Arbeiten zum Umbau in ein Natur- und Freizeitgelände. "Ich würde mir wünschen, dass der Alte Flugplatz möglichst schnell wieder ein Ort wird, der wie vor der Schließung des Tower-Cafés Familien mit kleinen Kindern an den Wochenenden zum Spielen, Erkunden, Radfahren und Einkehren einlädt", sagt Petra Breitkreuz, stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende im Ortsbeirat 10. "Es ist einmalig, wie die Natur sich dieses Gelände zurückerobert hat, das nun auch Vögeln und Amphibien eine neue Heimat gibt. Hier lässt sich bei der Bevölkerung die Sensibilität für den Erhalt der Natur wecken." Wichtig sei auch, dass der Alte Flugplatz besser ausgeschildert wird. "Er könnte auch in der U-Bahnlinie der U 2 angekündigt werden", schlägt Kassold vor. gernot gottwals

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