Rundgang mit Ausblick (v.l.): Architekt Thomas Bub,, Dezernent Markus Frank und Johannes Karg (Germania). foto: faust
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Rundgang mit Ausblick (v.l.): Architekt Thomas Bub,, Dezernent Markus Frank und Johannes Karg (Germania).

Sachsenhausen: Frankfurter Rudergesellschaft

Trainieren mit freiem Blick auf den Main

  • vonKatja Sturm
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Grunelius-Bootshaus kommt gut voran - Probleme mit der Sicherheit

Das Grunelius-Bootshaus nimmt Formen an. Der Rohbau im Niederräder Mainfeld, der sich bis zum Spätsommer für insgesamt 2,5 Millionen Euro in das neue Jugend- und Schulzentrum der Frankfurter Rudergesellschaft Germania (FRG) verwandeln soll, hat mittlerweile Fenster erhalten. Zudem lässt sich bei einem Rundgang über die Baustelle bereits erahnen, wie das Innere des Hauses eingeteilt sein wird.

Über dem Erdgeschoss, in dem in naher Zukunft 60 bis 70 Boote vom Einer bis zum Achter gelagert werden sollen, ist laut dem für den Sportbetrieb im Vorstand zuständigen Johannes Karg im ersten Stock ein großzügiger Trainingsraum für 30 bis 35 Ruder-Ergometer und Spinning-Räder samt Umkleiden vorgesehen. Eine drei Meter tiefe Terrasse um die Glasfront herum wird dem Nachwuchs die Möglichkeit geben, auch bei frischer Luft und unter freiem Himmel die Ausdauer zu trainieren.

Entspannen mit Blick auf die Skyline

Eine bedeutend größere Freifläche gibt es ein Stockwerk weiter oben, wo eine Dachplattform mit Skylineblick zum Chillen einlädt, gedacht unter anderem für Sportlerinnen und Sportler, die den ganzen Tag hier verbringen und zwischen zwei Einheiten Kraft schöpfen müssen. Aber auch, wie Karg erklärt, um das Gemeinschaftliche insgesamt hervorzuheben; gerade in diesen Zeiten, in denen den Kindern wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie "die soziale Interaktion fehlt". Links und rechts des Flurs, der nach draußen führt, wird neben einem Lagerraum die Technik Platz finden.

"Wir bemühen uns um Ressourcen-Effizienz", erklärt Architekt Thomas Bub. So sind auch eine Fotovoltaik-Anlage sowie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe vorgesehen. Viel Wert wurde auch auf die Dämmung des Gebäudes gelegt. Neben einem Raum für das Trainer-Briefing auf der gleichen Etage gibt es in dem dank eines Aufzugs barrierefrei zugänglichen Objekt auch noch ein kleines Appartement für einen Hauswart. Das geschehe aus Sicherheitsgründe, wie Karg dem Sport- und Ordnungsdezernenten Markus Frank (CDU) bei dessen Besuch unlängst erläuterte.

Von ihren zukünftigen Nachbarn auf dem Areal direkt am Ufer hatten die "Germanen" gehört, dass dort immer wieder eingebrochen wird. Die Ruderverbindung Rheno Franconia habe damit weniger Probleme, weil sich in deren Klubheim eine Sportler-WG befindet. So entschloss man sich bei der FRG, auch im eigenen Trainingszentrum eine Wohnung einzurichten. Eine Alarmanlage soll zusätzlich für Abschreckung sorgen und nach Möglichkeit Ungemach fern halten.

Diebe nahmen Außenborder mit

Während der Bauarbeiten wurden bereits erste negative Erfahrungen mit Dieben gemacht. Drei Außenborder, die hier gelagert waren, verschwanden, wie Karg berichtet. Am Schloss des Baucontainers waren schon zu einem frühen Zeitpunkt regelmäßig Einbruchsspuren zu erkennen. "Die Arbeiter haben zusätzlich jede Nacht einen großen Betonkübel davorgestellt", der nicht so einfach weggeschoben werden konnte, erzählt der Lehrer und Trainer. Dennoch verschwand einiges an Material. Die Vereinsvertreter würden das Gelände gerne besser sichern. Ursprünglich war vereinbart, es für die Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen, damit auch dieser ein Weg zum Main bleibt. Jetzt wird überlegt, es zumindest nachts durch ein Tor an der Eingangsmauer zu verriegeln. Tagsüber könnten die Leute weiterhin ungehindert bis zum Steg und der Stelle, an der größere Schiffe wie das sogenannte Kirchboot für bis zu zwölf Personen oder Motorboote über eine Slipanlage ins Wasser hinabrutschen sollen, durchlaufen.

Sie kämen dann auch an einem noch zu gestaltenden Außengelände vorbei, der den Aktiven zum Fitnesstraining auf dem Trockenen zur Verfügung steht. In einem Container soll die notwendige Ausrüstung bereitgehalten werden. "Eine 100-prozentige Lösung haben wir für die Sicherheitsprobleme noch nicht gefunden", sagt Karg. Möglicher Abschottung steht entgegen, dass man sich eigentlich öffnen will. KATJA STURM

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