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Tram-Offensive gerät am Hauptbahnhof ins Stocken

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Die Haltestelle am Hauptbahnhof sollen ab 2025 mehr Trams als bislang passieren. Es braucht dafür zwei zusätzliche Gleise. Doch es hapert an der Abstimmung zwischen Stadt und Deutscher Bahn, was das gesamte Straßenbahnkonzept ausbremst.
Die Haltestelle am Hauptbahnhof sollen ab 2025 mehr Trams als bislang passieren. Es braucht dafür zwei zusätzliche Gleise. Doch es hapert an der Abstimmung zwischen Stadt und Deutscher Bahn, was das gesamte Straßenbahnkonzept ausbremst. © Pfeiffer-Goldmann, Dennis

Für die bis 2025 nötige Gleis-Erweiterung an der Haltestelle Frankfurt Hauptbahnhof hat der Magistrat immer noch keinen Zeitplan.

Frankfurt - Eine Vorplanung für den viergleisigen Ausbau der Straßenbahn-Haltestelle am Hauptbahnhof erstellt die Stadt gerade. Wie weit das gediehen und bis wann die Planung fertig ist, darüber hüllt sich Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) allerdings in Schweigen. Dabei drängt die Zeit.

Der Ausbau der bisher zweigleisigen Haltestelle ist notwendig, da die Stadt spätestens von 2025 an deutlich mehr Straßenbahnen fahren lassen möchte. Das Straßenbahnkonzept hatten die Stadtverordneten im März 2021 beschlossen als Teil des Nahverkehrsplans. Dass die Zeitvorgaben der Stadtverordneten Makulatur zu werden drohen, zeichnet sich angesichts der vielen Bauarbeiten am und rund um den Hauptbahnhof aber schon deutlich ab.

Ohne den Ausbau der Haltestelle ließe sich der verstärkte Tram-Verkehr nicht abwickeln. So sollen auf der Strecke Richtung Messe deutlich mehr Bahnen rollen. Neben der 17 wird eine neue Linie 20 zum Rebstockbad fahren. Die 20 soll in der Bürostadt Niederrad enden. Leicht ausgedünnt wird das Angebot auf der nördlich anschließenden Strecke in der Mainzer Landstraße von 22 auf nur noch 18 Hin- und Rückfahrten pro Stunde. Hier sollen aber vor allem neue, 40 Meter lange Bahnen statt der bisher 30 Meter langen mehr Platz bieten.

Tram-Offensive in Frankfurt: Alle Linien sollen im 10-Minuten-Takt verkehren

Ebenfalls neu am Hauptbahnhof soll die Linie 13 sein, die von der Heilbronner Straße im Gutleutviertel über Hauptbahnhof, Messe, Westbahnhof und Schloßstraße zum Industriehof verkehren soll. Dafür müssen noch Haltestellen entlang der Schloßstraße und am Industriehof gebaut werden. Auch deshalb hatte Wolfgang Siefert, persönlicher Referent von Dezernent Majer, bereits in dieser Zeitung angekündigt, dass das Konzept zunächst ohne die 13 starten solle. So wird aber auch das Angebots-Plus am Hauptbahnhof gebremst, und der Tram-Verkehr kann sich vorübergehend weiterhin über zwei Gleise quetschen.

Das Tram-Konzept sieht vor, dass alle Linien im 10-Minuten-Takt verkehren. Auf wichtigen Strecken sollen sich zwei Linien auf einen 5-Minuten-Takt verdichten - so wie die 11 und künftig die aus Oberrad kommende 16 auf der Mainzer Landstraße bis Höchst. Die Zusatz-Linien sollen auf bisher noch nicht miteinander verknüpften Strecken verkehren und dadurch diverse neue Direktverbindungen bieten.

Mit dem kompletten Plus an Fahrten würde es an der Haltestelle Hauptbahnhof aber zu voll. Deshalb hakte Linke-Fraktionschefin Dominike Pauli in der Fragestunde der Stadtverordneten nach, wann der Haltestellenumbau und die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes vorgenommen werden. Schließlich werde der Zeitraum „immer dünner“ angesichts der vielen Bauarbeiten am Hauptbahnhof, da die Stadt nur während Bauphasen umbauen kann.

Frankfurt Hauptbahnhof: „Äußerst komplex“ wegen DB-Bauarbeiten

Aktuell saniert die Bahn unterm Vorplatz die B-Ebene sowie den Nordbau. Beides soll bis zur Fußball-EM 2024 fertig sein. Danach ist vorgesehen, die Bahnhofshalle und den Nordflügel zu sanieren und Gleis 25 wieder aufzubauen. Von Anfang des nächsten Jahrzehnts an soll der neue zusätzliche unterirdische Fernbahnhof unter dem Südflügel sowie der Mannheimer Straße gebaut werden. Auch die Sanierung des Südflügels dürfte dabei miterledigt werden. Der Bau des Tiefbahnhofs dürfte wohl ein Jahrzehnt lang dauern. Das enge Zeitfenster für den Umbau von Vorplatz und Straßenbahn-Stopp besteht demnach von frühestens 2025 an bis Ende des Jahrzehnts.

„Der Magistrat steht mit der Deutschen Bahn AG in ständigem Austausch zu den Fragen Weiterentwicklung des Hauptbahnhofs und den ihn umgebenden städtischen Raum“, erklärt Dezernent Majer. Er räumt ein: „Aufgrund der umfangreichen Planungs- und Bauvorhaben der DB am Hauptbahnhof“ erweise sich das Erarbeiten der Vorplanung für den Tram-Ausbau „als äußerst komplex“. Wie lange es noch dauere, bis die Pläne fertig sind, dazu äußert er sich nicht. Nur so viel: Seien sie fertig, bekämen sie die Stadtverordneten, „um über das weitere Vorgehen zu entscheiden“. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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