Leichtathletik

Trauer um Heinz Ulzheimer

Die Leichtathletik-Szene trauert um Heinz Ulzheimer. Der zweifache Bronzemedaillengewinner von 1952 in Helsinki, Vorbild für viele Athleten nicht nur bei Eintracht Frankfurt, verstarb im Alter von 90 Jahren in Bad Sooden-Allendorf.

Noch vor wenigen Wochen hatte Ulzheimer mit seiner Frau Margot, die er einst bei der Eintracht kennengelernt hatte, die Eiserne Hochzeit nach 65 Jahren Ehe gefeiert. Nun ist er kurz vor seinem 91. Geburtstag verstorben.

„Heinz Ulzheimer war nicht nur ein herausragendes Gesicht der Eintracht-Leichtathletik, er war mit seiner verbindenden Art ein Repräsentant für unseren gesamten Verein. Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei seiner lieben Frau Margot, seinem Sohn Michael und der ganzen Familie. Wir werden Heinz Ulzheimer nicht vergessen“, versicherte Vereinspräsident Peter Fischer.

Schon 1946 wurde Heinz Ulzheimer als 20-Jähriger Mitglied der Eintracht. In den folgenden Jahren sorgte der gebürtige Höchster in der Leichtathletik-Abteilung für sportliche Schlagzeilen: Er wurde insgesamt acht Mal Deutscher Meister, natürlich immer im Trikot der Riederwälder.

Auch international war er erfolgreich: Zwischen 1951 und 1954 nahm er an 14 Länderkämpfen teil. Seinen ersten absolvierte er 1951 in Stockholm. Bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki gewann er die Bronzemedaille über die 800 Meter und mit der 4 x 400-Meter Staffel sogar mit Europarekord. Die Medaille über 800 Meter war die erste olympische Medaille bei Sommerspielen für einen deutschen Sportler nach dem Zweiten Weltkrieg. Zum deutschen Aufgebot in Helsinki gehörte im Übrigen auch seine Frau Margot, Deutsche Meisterin 1950 über 100 Meter.

Bei den Europameisterschaften 1954 in Bern gewann Ulzheimer mit der 4 x 400-Meter-Staffel Silber. Sein in der Wertigkeit wohl größter internationaler Erfolg war aber der Gewinn der US-Hallenmeisterschaft über 1000 Yards 1953 in New York. Im alten Madison Square Garden besiegte der junge Deutsche den großen Favoriten Donald „Don“ Gehrmann. Im gleichen Jahr wurde Heinz Ulzheimer mit dem Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis ausgezeichnet, später wurde ihm auch das Silberne Lorbeerblatt und das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Auch nach Beendigung seiner Karriere 1954 engagierte er sich im Verein, zunächst als Leiter der Leichtathletik-Abteilung, später im Ehrenrat und im Wahlausschuss. Anfang der 90er Jahre begann er, Exponate für das Frankfurter Sportmuseum zu sammeln. Viele der Ausstellungsstücke, die heute im Eintracht Frankfurt Museum zu sehen sind, sind durch das Engagement von Heinz Ulzheimer vor dem Vergessen gerettet worden.

(red)

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