Starke Frauen hat das Break (v.l.): Chanelle Kundakami, Ebrata, Marylie Jahn, Eliltha, Lea Hibinger und Yeniter. FOTO: enrico sauda
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Starke Frauen hat das Break (v.l.): Chanelle Kundakami, Ebrata, Marylie Jahn, Eliltha, Lea Hibinger und Yeniter.

Frankfurter Jugendarbeit

Treff in Niederrad hat die Seite gewechselt

  • VonSabine Schramek
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Break bleibt nach Umzug ein Anlaufpunkt für Kunst, Theater, Tanz und Hausaufgaben

Nach 19 Jahren in der Bruchfeldstraße 14 ist der offene Jugendtreff "Break 14" in die schräg gegenüberliegende Hausnummer 15 umgezogen. Viel Licht, viel Platz und viel Farbe auf einer Ebene laden Kinder und Jugendliche zum kreativ sein, chillen und lernen ein.

Große Fenster und ein rotes Sofa

Das Warten hat ein Ende. Seit Anfang des Sommers wurde renoviert, gestrichen und eingerichtet und jetzt mit Kuchen und Luftballons gefeiert. Zartes hellgelb und hellgrün an den Wänden lassen die ebenerdigen neuen Räume direkt an der Ecke Frauenhof- und Bruchfeldstraße ebenso freundlich wirken wie die riesigen Fenster und das rote Sofa gegenüber der Eingangstür.

Der Mietvertrag im heimeligen Altbau des früheren "Break 14" war Ende März ausgelaufen. "Wir hatten richtig großes Glück und für die Kinder ändert sich nichts, weil das neue Break 14 direkt gegenüber liegt", sagt Sozialpädagogin Chanelle Kundakami (27), die während ihrer Pubertät selbst fast jeden Tag in den offenen Jugendtreff kam. Gemeinsam mit Sozialpädagogin Marylie Jahn (32) betreut sie Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren. Nach 19 Jahren musste die Kinder- und Jugendkulturwerkstatt, die als offener Treff der Jugendhilfe für 12- bis 16-jährige dient, den Altbau verlassen, in dem wie in einem zweiten Zuhause gemalt, gebastelt, gechillt und gelernt wurde.

Efrata und ihre Zwillingsschwester Elitha (13) strahlen. "Es ist total schön hier", finden die beiden. "Vor allem können wir hier auch tanzen", sagt Efrata und zeigt auf die Spiegel an Schränken. Jahn nickt lächelnd. "Ja, auch dafür ist jetzt genug Fläche da". Elitha mag das gemütliche Atelier am Liebsten, Elias (12) den Flipper. Wegen Corona und der Umzugsphase sind einige der älteren Jugendliche weggeblieben. "Dafür ist die große Glasfront jetzt so einladend, dass Eltern auch so mal reinkommen und fragen, ob ihre Kinder auch kommen können", so Jahn.

Aus der ehemaligen "kuscheligen Höhle gegenüber ist jetzt eine taghelle Wohlfühloase geworden", beschreiben Kundakami und Jahn die neue Location. Neugierig gucken sich Erwachsene um. Die Kids sind stolz und fühlen sich wie zu Hause. Träger ist der Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik, aber auch andere soziale Einrichtungen unterstützen das Break 14. Vom Quartiermanagement werden Hip-Hop-Kurse und mehr angeboten, in der Schirn haben die Kinder schon fünf Ausstellungen gemacht.

Den Sozialpädagogen geht es darum, die jungen Leute vor allem im Künstlerischen und Kreativen zu fördern. Das kostenlose Angebot umfasst Theater-, Film- und Kunstprojekte, Malerei, Fotografie, Graffiti und T-Shirt Gestaltung sind ebenso dabei wie Tanzkurse und Fußballturniere. Die Frauen helfen bei Problemen in der Schule und beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen. Im Break 14 können die Pubertierenden sie selbst sein, miteinander reden, lesen und spielen. Auch Ausflüge stehen regelmäßig im Angebot. Jahn und Kundakami werden von der Studentin Lea Hibinger unterstützt, damit alle Besucher so viel Aufmerksamkeit bekommen, wie sie brauchen.

Die Stimmung ist fröhlich entspannt. In zwei kleinen Workshops können am offiziellen Eröffnungstag Stofftaschen bemalt werden und beim orientalischen Makrame Ornamente oder Schmuck geknüpft werden und auch Eltern machen begeistert mit. An den Wänden und in den Räumen erinnern Kunstwerke an Ausstellungen der Jugendlichen in der Schirn. 2011 waren sie dabei mit "Surreale Dinge - Skulpturen und Objekte von Dali bis Man Ray, 2015 bei "Poesie der Großstadt - die Affichisten", 2016 bei "Pioniere des Comic - eine andere Avantgarde", 2017 bei "Renè Magritte - der Verrat der Bilder", 2018 bei "Basquiat Boom for Real" und 2019 bei "Wildnis".

Den Talenten Raum geben

Sie hoffen auf noch viel mehr, "wenn Corona es zulässt", so Jahn. Die Talente der jungen Besucher sind groß und die Lust am Ausprobieren ebenso. Am Schauspielhaus haben die Kids bereits zweimal beim Performance Wettbewerb "Unart" mitgemacht. Wichtig sei es, die jungen Besucher in ihren Talenten zu fördern und ihnen Raum zu geben. Beides bekommen sie im Break 14. Sabine Schramek

Die Öffnungszeiten

Das Break 14 in der Bruchfeldstraße 15 hat ab sofort montags von 13 bis 20 Uhr, dienstags und donnerstags von 13 Uhr bis 19 Uhr und mittwochs von 13 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

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