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Um Überschwemmungen zu verhindern, werden neue Entwässerungsrinnen eingebaut.

Trotzdem gibt es Kritik

Treppen und Aufzüge: Der Südbahnhof wird barrierefrei

Die Deutsche Bahn lässt ab dem Jahr 2019 den Frankfurter Südbahnhof modernisieren. Gleise und Treppen werden erneuert, Aufzüge eingebaut. Die Barrierefreiheit wird zwar verbessert, aus Sicht mancher Bürger jedoch nicht ausreichend genug.

Thomas Wanderer ist kein Mitarbeiter der Deutschen Bahn und kann daher deutlich sein, wenn es um den Zustand des Frankfurter Südbahnhofs geht. „Aus grauer Vorzeit“ seien manche Bestandteile der Verkehrsstation, findet er deutliche Worte. Wanderers gleichnamiges Ingenieurbüro aus Langen plant derzeit im Auftrag der Deutschen Bahn (DB) die Modernisierung des Südbahnhofs. Die Pläne wurden jetzt vorgestellt.

Im zweiten Quartal des Jahres 2019 sollen die Bauarbeiten starten und gut ein halbes Jahr später schon abgeschlossen sein. In jenen Monaten erhalten die Gleise 5 und 6, 7 und 8 sowie 9 und 10 neue Bahnsteigbeläge und sollen über Aufzüge erschlossen werden. Auch die in die Jahre gekommenen Treppenaufgänge sowie Handlaufsysteme und Geländer werden erneuert. Zudem ist geplant, die Station besser auszuschildern und mit einem Wegeleitsystemen auszustatten. „Dies wird von den Reisenden erwartet“, sagt Wanderer. Am Ausgang des Südbahnhofs zur Mörfelder Landstraße soll eine automatisch öffnende Tür eingebaut werden, zudem sollen dort Bänke und Abfalleimer aufgestellt werden.

Mit der Erneuerung einer Entwässerungsrinne am südlichen Ausgang reagiert die Deutsche Bahn auf die Auswirkungen der starken Regenfälle, als große Teile des Südbahnhofs unter Wasser standen. „Ob sie künftig ähnliche Verhältnisse im Südbahnhof vermeiden könne, steht zu bezweifeln. „Solche Regenfälle wie im vergangenen Jahr hätten jeder Rinne den Garaus gemacht“, schätzt Wanderer.

Mit Hilfe der automatisch öffnenden Tür, mehr Aufzügen und einem Blindenleitsystem möchte die DB die Barrierefreiheit im Südbahnhof herstellen. Doch dies reicht aus Sicht mancher Anwohner nicht, um reibungsloses Reisen für behinderte Menschen zu gewährleisten.

Wie Bahn-Mitarbeiter Christoph Helaß berichtet, seien stets 96 bis 97 Prozent aller Aufzüge der Deutschen Bahn im Großraum Frankfurt funktionsbereit. „Wenn einer ausfällt, erfahren dies Techniker über Überwachungssysteme und können schnell Abhilfe schaffen“, versichert Helaß.

Doch was ist, wenn wirklich mal einer ausfällt, fragt eine Dame aus Sachsenhausen. „Dann verpassen behinderte Bahnreisende dennoch ihre Züge. Die Deutsche Bahn muss Mitarbeiter vor Ort haben, die betroffenen Menschen helfen, wenn Aufzüge ausfallen“, fordert sie.

Vertreter von Fahrgastverbänden fordern darüber hinaus, dass diese während der Bauarbeiten zusätzliche Ausgänge schafft, über die ausgestiegene Reisende die Bahngleise schneller verlassen können. Vor allem, wenn Regionalbahnen am Südbahnhof halten, dauert es aufgrund der Menschenmassen oft mehrere Minuten, bis die Bahnsteige wieder leer sind.

Die Auswirkungen der Bauarbeiten auf Reisende möchte die Deutsche Bahn so gering wie möglich halten. Lärmintensive Arbeiten sollen tagsüber erfolgen, versprach Wanderer. Um den Bahnbetrieb auf dem Südbahnhof sicherzustellen, würden nicht alle Bahnsteige gesperrt, sondern nur diejenigen, die modernisiert werden. Manche Bahnsteige würden bei Bedarf halbseitig gesperrt.

Die Vertreter der Fahrgastverbände erwarten außerdem, dass die Bahn sich während der Modernisierung den Südbahnhof mit einigen Details versieht, die an anderen Verkehrsstationen selbstverständlich sind. So fordern sie, dass Fahrplan-Vitrinen besser beleuchtet werden und die Deutsche Bahn wie am Frankfurter Hauptbahnhof Schließfächer aufstellt. Auch mehr Radständer vor dem Nordeingang werden gefordert. Doch dies sei, wie Ingenieur Wanderer erklärt, Aufgabe der Stadt Frankfurt.

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