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Beim Flunkyball-Turnier dreht sich alles um eine Bierdose.

Flunkyball-Turnier

Trinkspiele in strömendem Regen

Die Satirepartei „Die Partei“ hatte für zum „politischen Flunkyball-Turnier“ geladen mit Vertretern anderer Parteien. Trotz teils kräftigen Regens kamen mehr als 60 Menschen ans Mainufer nahe der EZB.

Von Peter von Freyberg

Flunkyball ist ein Mannschaftstrinkspiel. Dabei stehen sich die Teams gegenüber und versuchen abwechselnd mit einer zertretenen Dose eine halbvolle Dose in der Mitte des Spielfelds umzuwerfen. Bei einem Treffer muss die gegnerische Mannschaft die Dose wieder aufrichten, während die andere möglichst schnell Ihre Bierdosen leert. Gewinner ist die Mannschaft, die zuerst ausgetrunken hat.

Das klingt einfach, aber in der Praxis erfordert es etliche Versuche, ehe ein Treffer gelingt. Plötzlich aber fliegt die Dose um. Sofort trinken die Mitspieler hastig. Blitzartig prescht derweil ein Spieler der gegnerischen Mannschaft nach vorne, stellt die Dose wieder auf und kehrt zurück an die Startlinie. „Stop!“, ruft er laut, und die anderen müssen wieder aufhören zu trinken.

Als „politisches Flunkyball-Turnier“ war es angekündigt worden, da unter den zehn teilnehmenden Mannschaften außer „Die Partei“ auch die Piratenpartei und die Jungen Liberalen (JuLis) waren. Junge Union, Jusos und Grüne Jugend hatten ebenfalls zugesagt, kamen dann aber doch nicht, vielleicht wegen des regnerischen Wetters. „Durch den Monsun“ tönte aus den Boxen das passende Lied, Seifenblasen flogen umher aus einem Gerät, mitgebracht von Alexander Schnapper, dem politischen Geschäftsführer im Landesvorstand der Piratenpartei. „Heute ist ein überparteilicher Zusammenschluss von vielen politisch Aktiven in Frankfurt. Das ist eine Alternative zu den Nazi-Spaziergängen in Frankfurt, denen wir uns gemeinsam entgegen stellen“, bemerkte der 34-Jährige.

Es gibt aber auch Kritik daran, dass politische Parteien zu öffentlichen Trinkspielen aufrufen. „Solche Events wie auch Schützenfeste oder das Oktoberfest ernten viel Zuspruch, aber die Gefährlichkeit des Alkohols wird banalisiert“, findet Christa Merfert-Diete, Sprecherin der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, die die am Sonntag zu Ende gegangene „Aktionswoche Alkohol“ initiiert hatte.

Diese stand unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten Marlene Mortler, die dazu äußerte: „Viel zu oft werden die Gefahren von Alkohol in unserer Gesellschaft verharmlost. Jährlich sterben rund 74 000 Menschen in Deutschland an den Folgen ihres Alkoholmissbrauchs.“ Gleichwohl aber ist Marlene Mortler selbst dem Alkohol nicht abgeneigt. Sie posiert auf Fotos des Deutschen Brauer-Bundes mit Bierglas in der Hand und postete während einer CSU-Klausurtagung auf Twitter das Bild einer Schnapsflasche, kurz nach ihrer Ernennung zur Drogenbeauftragten Anfang 2014. Es kommt also immer darauf an, wie viel und wie häufig man Alkohol zu sich nimmt. . .

„Auch bei so einem Event sollte Alkohol nicht verherrlicht werden, gerade nicht gegenüber Jugendlichen“, betonte Stephanie Wüst, Frankfurter JuLi-Vorsitzende. In das selbe Horn stieß Alexander Schnapper: „Wir sagen: Alkohol in Maßen, nicht in Massen.“ Am Ende gewann „Die Partei“ den ersten Preis, eine goldene Bierdose, vor dem „Team Konfetti“ und den JuLis. „Wir wollen dieses Jahr noch mindestens fünf internationale Flunkyball-Meisterschaften ausrichten, auch im Grüneburgpark. Bei schönerem Wetter kommen bestimmt viel mehr Leute“, prognostizierte Nico Wehnemann, Vorsitzender von „Die Partei“ Frankfurt.

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