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Nicole Wächtler, Michael Heidlas-May und Pia Grambart-Delalic (von links) wollen Farbe in die tristen Ecken der Stadt bringen.

"Three For Wall"

Tristes Grau wird bei ihnen bunt

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Das Künstlerinnen-Trio „Three For Wall“ gestaltet bunte Kunst im öffentlichen Raum – und es sucht dafür noch triste Ecken, um sie zu verschönern. Unter anderem in den Quartieren Eckenheim, Preungesheim, Berkersheim, Bonames und am Frankfurter Berg.

Michaela Heidlas-May (48), Nicole Wächtler (44) und Pia Grambart-Delalic (55) haben sich zwar nicht gesucht, aber doch als Künstlerinnen gefunden. „Wir passen von Stil her gut zusammen“, sagt Michaela Heidlas-May. „Weil wir alle mit kräftigen, bunten Farben malen“, erläutert Nicole Wächtler. „Jede von uns hat ihre eigene Technik, von jeder steckt etwas in unseren gemeinsamen Werken. Dabei entsteht dann etwas Viertes“, findet Pia Grambart-Delalic. Seit März 2015 malen sie gemeinsam unter dem Namen „Three For Wall“, im Gallus etwa und im Günthersburgpark. Nun hat Robert Lange (CDU), Vorsteher des Ortsbezirks 10, sie entdeckt. „Die Bilder der drei Künstlerinnen sind klasse. Und auch bei uns in Eckenheim, Preungesheim, Berkersheim, Frankfurter Berg und Bonames gibt es viele triste Ecken, die man ihren bunten Bildern verschönern kann.“ Er fordert daher die Bürger auf, Vorschläge zu machen – wobei dann zu prüfen sei, ob die Eigentümer der Flächen zustimmen.

Ein erstes Projekt, das Lange gemeinsam mit den Künstlerinnen angehen wollte, sei leider aus Zeitnot nicht zustande gekommen: Die Verschönerung der hässlichen Fußgängerunterführung am S-Bahn-Halt Frankfurter Berg. „Ich hatte vorgeschlagen, dass ,Three For Wall’ doch die Unterführung anmalen könnte. Wir wollen eine schnelle Lösung, und nun streicht die Bahn die Wände selbst.“

Aufgeben will Lange die Idee aber nicht, mit Hilfe der Künstlerinnen den Ortsbezirk zu verschönern. „Dabei könnten sie möglichst schöne

Motive aus dem Stadtteil

en aufgreifen, etwa aus dem Grüngürtel und dem Niddatal. Als Erstes fällt mir dabei die große Autobahnbrücke der A 661 in Preungesheim ein.“ Ein Ort, den auch die Künstlerinnen gerne bemalen würden, wenn sie dürfen. „Die Pfeiler etwa, das wäre doch klasse. Aber gerne auch die großen Wände“, sagt Pia Grambart-Delalic.

Alle drei haben Kunst und Design studiert: Michaela Heidlas-May an der Städel-Abendschule und in Zürich, Nicole Wächtler in Darmstadt und Mailand, Pia Grambart-Delalic Illustration in Frankfurt, Malen in Toronto und an der Städel-Abendschule.

„Nicole Wächtler und ich kennen uns privat. Pia Grambart-Delalic lernten wir an der Fachhochschule und über ein Kinderprojekt kennen“, sagt Michaela Heidlas-May. Sie erdachten gemeinsame Projekte, die zunächst aber nicht zustande kamen – bis das Historische Museum im Gallus sein „Stadtlabor unterwegs“ anbot. „Weil mein Atelier im Gallus ist, bewarb ich uns für das Projekt.“ Gemeinsam beteiligten sie sich mit dem Bild „Verwandlung“ an der Ausstellung „Gallus – Ein Viertel und ein Ganzes“.

Ihr zweites Projekt war die neue Bemalung des kleinen Trafohäuschens samt dem angrenzenden Torbogen im Günthersburgpark, nahe der Wetteraustraße. Zwei Wochen lang malten sie dort, Pia Grambart-Delalic steuerte außerdem einige Figuren für die Mauerkronen und dreidimensionale Elemente an der Wand bei. „Das war schön. Die Leute blieben stehen, fragten nach: Ich dachte, Sie sind schon fertig, was malen Sie denn noch dazu?“, erinnert sich Wächtler. „Viele waren glücklich über die bunten Farben“, sagt Heidlas-May. Altersübergreifend, von Kleinkindern bis zu Rentnern, seien sie mit Menschen ins Gespräch gekommen. „Selbst Jugendliche drehten sich um und meinten: ,Echt cool’.“

Genau das sei es, was sie mit ihren Bildern erreichen wollten, sagt Nicole Wächtler: Dass die Menschen über die Bilder ins Gespräch kommen. „Wir überlegen uns genau, welche Motive zu einem Ort passen. Dazu informieren wir uns ausführlich über den Ort und den Stadtteil.“ Jedes Bild könne daher „nur genau hier entstehen, es passt zu keinem anderen Ort“, so Heidlas-May. Stets arbeiten sie

Motive aus dem Stadtteil

mit ein, damit die Menschen sich mit dem Werk identifizieren können. „Kunst im öffentlichen Raum soll ja für die Bürger da sein.“

Neben ihrer eigenen Arbeit und den Kursen, die sie geben, wollen die drei Künstlerinnen möglichst auch in der Öffentlichkeit malen. „Man kann überall mit Farbe Räume verändern. Am liebsten auf großen Flächen, damit es viele Menschen sehen“, sagt Wächtler. Aber auch viele kleine Flächen seien vorstellbar, „dort kann man mit vielen kleinen Details arbeiten“, findet Pia Grambart-Delalic.

Wer Örtlichkeiten zur Verschönung kennt, kann diese per E-Mail vorschlagen an robert.lange.ffm@t-online.de

(hau)

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