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Trommelklang an der Nidda entlang

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Von: Alexandra Flieth

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The beat goes on, die jungen Leute chillen. FOTOs: rainer rüffer
The beat goes on, die jungen Leute chillen. FOTOs: rainer rüffer © Rüffer

Musik am Fluss feierte Premiere - Rock, Jazz und Folk an zehn Standorten in Rödelheim

Am Blauen Steg unweit der Kurt-Halbritter-Anlage an der Nidda spielt Herr Ebu seine Songs auf der Akustikgitarre. Zuhörer hat der Musiker viele. Die haben es sich mit Decken auf der Grünfläche gemütlich gemacht, packen Getränke und Essen aus ihren Rucksäcken aus und lauschen den überwiegend deutschsprachigen Liedern, die der Sänger vorträgt. Es ist angenehm warm und ein Festival-Gefühl stellt sich ein, wenn auch nur ein kleines.

Neues Motto, bekannte Gesichter

Herr Ebu, der mit bürgerlichem Namen Carsten Olbrich heißt, ist an diesem frühen Abend einer der Acts der zehnten Auflage der Rödelheimer Musiknacht, die dieses Mal unter dem Motto "Musik am Fluss" steht und kleiner ausfällt als gewöhnlich. Das ist noch der Pandemie geschuldet: Statt wie sonst üblich auch Innenräume oder auf kleinere Flächen wie Geschäfte in Rödelheim musikalisch zu erobern, wurde die nichtkommerzielle Veranstaltung nun an Orte entlang der Nidda verlegt - ins Freie und mit der Möglichkeit, genügend Abstand zueinander zu halten.

An insgesamt zehn Orten spielen Bands und Musiker aus oder mit Bezug zum Stadtteil zu diesen Anlass - ohne Gage. Mehr als 30 Auftritte verteilt über einen Zeitraum von sechseinhalb Stunden sind geplant. Am Fluss entlang pilgern die Besucher zu Fuß von Ort zu Ort oder sind auch auf dem Fahrrad unterwegs. Hier und da ertönt ein lautes "Hallo, schön euch zu sehen", der Musikereignis ist eines, das Begegnungen ermöglicht.

Rockig geht es unterdessen auf dem Parkplatz und der Grünfläche des Auguste-Oberwinter-Hauses in der Burgfriedenstraße 7 zu. Dorthin wurden kurzerhand die Auftritte verlegt, die ursprünglich auf dem Spielplatz am Solmspark stattfinden sollten. Für diesen Ort wurde jedoch keine Sondergenehmigung vonseiten der Stadt erteilt, der Parkplatz ist nun die Alternative hierzu.

Viele, vor allem jüngere Musikfans haben sich dort versammelt, Kinder mit dicken Kopfhörern auf den Ohren toben dazwischen und auch einige Bewohner des Auguste-Oberwinter-Hauses haben auf der Terrasse der Senioreneinrichtung des Frankfurter Verbandes Platz genommen, um ganz nah an der Musik dran zu sein. Und die ertönt laut, als die Band Gosolow loslegt und instrumentaler Rock ertönt. Noch kurz zuvor gab es ein Kontrastprogramm mit ganz ruhigen Klängen nur wenige Fußminuten vom Parkplatz des Seniorenheims entfernt.

Am Pavillon im Brentanopark spielte das Duo Marol Klassik, Jazz und auch ein Kinderlied, das komponiert wurde von Oliver Ruschke. Er bildet zusammen mit Marija Milosavljevic das Duo Marol. Anders als noch am Blauen Steg beim Auftritt von Herrn Ebu, standen Besucher dieses Konzerts überwiegend - die meisten die ganze 45 Minuten lang. Die beiden Musiker verstanden es mit ihrem Auftritt, ihre Zuhörer sprichwörtlich in ihren Bann zu ziehen.

Dass es ein großes Interesse an ihrem Auftritt gab, hat auch Oliver Ruschke so wahrgenommen, während er am Keyboard saß und spielte. "Ich finde die Leute toll, die alle stehengeblieben sind", sagt er. "Es ist ein wunderbarer Ort, um zu musizieren und eine besondere Atmosphäre. Der Auftritt hat uns viel Freude bereitet", fasst er es danach zusammen.

Heiße Töne an der Tanke

Partystimmung herrscht hingegen am äußersten Punkt der Route von "Musik am Fluss" - auf einem Privatgelände am Hausener Weg 116. Gefühlt eigentlich schon im benachbarten Hausen, zählt dieser Teil der Straße noch zu Rödelheim. "Bis zum Steg dahinten", sagt Michael Pecho, der Grundstückseigentümer. Sein Vater habe auf dem Gelände einst eine Kfz-Werkstatt mit Tankstelle betrieben. Das sei aber schon lange her. Die Architektur der einstigen Tankstelle steht aber noch und verleiht dem Gelände eine ganz besondere Atmosphäre.

Es riecht nach gegrillten Würstchen und frischgebackenen Lahmacun, einer türkischen Pizza-Spezialität, die den Besuchern dort gegen kleines Geld angeboten werden.

In der Schlange am Würstchenstand steht auch Monika Seib aus Babenhausen, die zum ersten Mal die Rödelheimer Musiknacht besucht. "Der Freund unserer Tochter hat uns eingeladen. Der spielt in der Band AT2, die hier heute auch schon aufgetreten ist", erzählt sie.

"Wir sind zum sechsten Mal mit dabei bei der Rödelheimer Musiknacht", sagt Michael Pecho. Zum ersten Mal spielen die Musiker nicht in der Halle, sondern draußen auf der Bühne, die von Peter Fischer, einem Messebauer, der die Halle gemietet hat, aufgebaut wurde, erzählt er während sich der dort letzte Auftritt des Abends nähert. Die Mitglieder der Band "Blues & Gasoline" bereiten sich vor. "Bei uns ist alles familiär. Meine Frau spielt dort mit und auch Peter Fischer ist Teil der Band", so Pecho, der sich darüber freut, dass vielmehr Leute als sonst zur Rödelheimer Musiknacht üblich, den Weg auf das Privatgelände gefunden haben. Alexandra Flieth

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