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Corona-Demo in der Innenstadt: „PCR-Lügner“, rufen die Querdenker

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"Einen Scheiß muss ich" steht auf einem Plakat, das eine Frau am Samstag in der Frankfurter Innenstadt vor sich her trägt. FOTO: dpa
„Einen Scheiß muss ich“ steht auf einem Plakat, das eine Frau am Samstag in der Frankfurter Innenstadt vor sich her trägt. © dpa

In der Spitze beteiligten sich am Samstag etwa 3500 Menschen am Corona-Protest in Frankfurt, zu dem bundesweit aufgerufen worden war.

Frankfurt – In der Szene war vorab die Rede von Zehntausenden, die in Frankfurt für eine Querdenker-„Shockwave“ sorgen wollten. Beim Ordnungsamt angemeldet waren 1000 Teilnehmer. Tatsächlich zählte die Polizei bei der Corona-Demonstration am Samstag in der Spitze 3500 Teilnehmer. Einen Kilometer lang ist der lärmende Zug. Am Ende füllt er den halben Römerberg.

Zuletzt hatte es wiederholt Streit innerhalb der Frankfurter Querdenker-Szene gegeben, was sich auch am geringen Zulauf bei Veranstaltungen unter der Woche bemerkbar gemacht hatte. Mit Videos mit Trommeln, Flaggen und Helene Fischer warb die Szene auf Telegram-Kanälen der Querdenkergruppen für Einigkeit.

„PCR-Lügner“, schreien die Teilnehmer der Querdenker-Demo in Frankfurt

Bei der Demonstration am Samstag wehen in der Innenstadt Flaggen aus Israel, Kanada, Schweden, Kroatien, dem Saarland, Westfalen, der spanischen Gemeinschaft Galicien, Japan, Deutschland und dem Rest der Welt im Wind. Dazu Gadsden Flags, die in Zeiten der Amerikanischen Revolution für Patriotismus standen und vergangenes Jahr zum Symbol beim Sturm aufs Kapitol wurden. Eine Flagge aus Vatikanstadt „ziert“ ein durchgestrichener roter Kreis mit Spritze. Mittendrin wehen auch zwei Flaggen der Querdenker-Organisation, die am 23. Januar nach Brüssel zur Demo aufgerufen hatte, bei der ein EU-Gebäude gestürmt wurde und bei der es zu heftiger Gewalt kam.

„Freiheit“ schreien die Teilnehmer des Demonstrationszugs, übertönen die Lautsprecherdurchsagen der Polizei, die die Einhaltung von Abstandsregeln und Maskenpflicht fordert. Wasserwerfer fahren vor und hinter den Demonstranten, auf deren Westen und Transparenten Sprüche stehen wie: „PCR-Lügner“ oder „Glaubt nicht den Lügen der Medien“.

Querdenker in Frankfurt gegen „Antifa und Garnix-Checker“

„Antifa und Garnix-Checker sind Globalisten-Stiefellecker“ heißt es auf einem Plakat, „Kampf den Impf-Nazis in Staat, Parteien, Medien und Verbänden“ auf einem anderen oder „Gegen Impfzwang und 2G-Progrom-Hetze“. „The Great Reset“ steht unter den Konterfeis von Bundeskanzler Olaf Scholz, dem Vorsitzenden des Weltwirtschaftsforums Klaus Schwab und Gesundheitsminister Karl Lauterbach, garniert mit schlecht gedruckten Parteilogos von Die Basis, CDU/CSU, SPD, Freie Demokraten, Die Linke und AfD. Ein Plakat zitiert die Widerstandskämpferin im Dritten Reich, Sophie Scholl.

Deutlich weniger los war vergangene Woche bei anderen Querdenker-Veranstaltungen. Am Montag wurde eine Demo ab dem Römer in zwei Protestzüge gesplittet, weil die Veranstalter zerstritten waren und jeder dem anderen finanzielle Interessen vorwarf. Gemeinsam zu demonstrieren, wurde von beiden Seiten verweigert. Ein Zug hatte 25 Teilnehmer, einer 50. Via Lautsprecher „entschuldigten“ sich die Demonstranten bei den Polizisten, die sie „täglich so zahlreich begleiten“ müssten - aber für die Freiheit müssten eben alle Opfer bringen.

Auch Gedenkveranstaltung für die Opfer des Hanau-Anschlags in Frankfurt

Am Mittwoch hatten die Querdenker zum ersten Sternmarsch von drei Startpunkten aus „zu einem historischen Ort“ aufgerufen. Die Polizei zählte knapp 25 Teilnehmer pro Strecke. An der Alten Oper trafen sie zusammen. Am Freitag sollte ein „Sternschnuppenlauf“ von vier Orten aus stattfinden. Am Römer erschienen drei Teilnehmer, in Bockenheim und am Messeturm je fünf. In Sachsenhausen trafen etwa 25 Demonstranten ein. Sie liefen zum Römer und trafen dort auf die wenigen anderen.

Auf Telegram erklärten sie, dass die „Wetterlage ab Sachsenhausen besser als an den drei anderen Streckenabschnitten“ gewesen sei, die daher „witterungsbedingt abgesagt werden mussten“. Die laut Polizei 800 Teilnehmer am Gedenken für die Opfer der rassistischen Anschläge in Hanau waren offensichtlich wetterfester. (Sabine Schramek)

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