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Yummy, Yummy, sagt der US-Amerikaner zu einem solchen Truthahn (Turkey): Ein Muss am Thanksgiving-Feiertag.

Amerikanischer Feiertag

Der Truthahn ist an Thanksgiving ein Muss

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In der Kleinmarkthalle sind Truthähne seit Tagen ein Renner, über so manchen Bauernhof in der Region stapften etliche US-Amerikaner aus Frankfurt und Rhein-Main längst: Heute ist Thanksgiving. Bei diesem wichtigen Familienfest muss ein gefüllter Truthahn auf den Tisch.

Der US-Feiertag Thanksgiving ist ein bedeutender Feiertag für US-Amerikaner. Da Thanksgiving immer auf den vierten Donnerstag im November fällt, gilt der darauffolgende „Black Friday“ als Start in ein traditionelles Familienwochenende und als Beginn der Weihnachtseinkaufsaison. Aufgrund des Feiertages ist heute auch das US-Generalkonsulat an der Gießener Straße in Frankfurt geschlossen. Viele der etwa 600 US-Bürger, die im Konsulat Teil des etwa 1000-köpfigen Mitarbeiterstabes sind, nahmen Urlaub – und treffen ihre Familien „overseas“.

Wer hier blieb, der kaufte in der Kleinmarkthalle einen Truthahn (Turkey). Denn das Geflügel ist ein absolutes Muss an diesem Tag. Das weiß auch Katrin Mann, Tochter des Geflügelhändlers Klaus Mann, der in der Kleinmarkthalle Geflügel verkauft. Auf seinem Bauernhof in Groß-Zimmern bei Dieburg hat er neben Schweinen und Rindern auch Puten, Truthähne, Hühner, Enten und Gänse. „Die Amerikaner bestellen immer sehr rechtzeitig. Und schauen sich auch gern unseren Bauernhof an“, sagt die Tochter.

Südstaaten-Variante

Wer heute nicht selbst einen großen Truthahn in die Röhre schiebt, der nimmt gern eines der zahlreichen Thanksgiving-Menüs in Frankfurt wahr. Etwa im „King Creole“ in Eckenheim, ein seit vielen Jahren auf Südstaaten-Küche spezialisiertes Restaurant. Laut Inhaberin Elena Haberstein gibt’s heute Suppe vom Muskatkürbis, gefüllten Truthahn, Erbsen, Kartoffelpüree, Süßkartoffeln, Maisfritters, Cranberry- und Turkey-Sauce sowie Apple Pie (Apfelkuchen) mit Honigsauce und Bourbonvanilleeis. „Wir erwarten vor allem amerikanische Gäste“, freut sie sich. „Große Gruppen sitzen dann gern an einem Tisch und feiern gemeinsam.“

Aber auch etliche Hotels wissen, was vielen Menschen – nicht nur Amerikanern – am heutigen Feiertag mundet. Im Hessischen Hof etwa gibt es Variationen vom Butternut-Kürbis, getrüffelte Polenta, Truthahn mit Sauce Cumberland, glasierten Karotten, grüne Bohnen, Rosenkohl, Süßkartoffelpüree, Beeren-Pancake, Ahornsirup und Erdnussbuttereis. Das Hotel Intercontinental serviert hingegen Maissuppe, geräucherten Lachs, Truthahnbrust und Keule, Bratapfel, Maronenfüllung, Preiselbeersoße, Süßkartoffeln, Rosenkohl, warmen Kürbiskuchen und Kürbiseis. Überaus sozial feiert der American Football Club „Universe Frankfurt“: Bereits zum elften Mal in Folge richtet er in der Wohnstätte im Ostpark zusammen mit dem Frankfurter Verein für soziale Heimstätten für bedürftige Menschen ein Thanksgiving-Truthahn-Essen aus, damit sie einmal ihren Alltag vergessen können. Das Essen bereitet das Küchenteam des Hessischen Rundfunks zu. Für (alkoholfreie) Getränke sorgt die Kelterei Possmann. Neben diesen Partnern werden sich auch Spieler der „Universe“-Jugendteams, die Cheerleader und Helfer um die Bewirtung und das Unterhaltungsprogramm kümmern.

Viele Legenden

Es ranken sich viele Legenden um die Entstehung von Thanksgiving. Eine erzählt von Pilgervätern, die am Plymouth Rock (Massachusetts) landeten. Im Herbst 1621 sollen sie mit den dort lebenden Indianern vom Stamme der Wampanoag ein dreitägiges Erntedankfest gefeiert haben. Geschichtlich belegt ist das jedoch bis heute nicht. Wichtig ist heute, dass vor allem ursprünglich nordamerikanische Lebensmittel verwendet werden. Und der Brauch des „Wishbones“ (Wunsch-Knochen): Zwei Leute umfassen das getrocknete Gabelbein des Truthahns mit dem kleinen Finger und ziehen daran, bis es zerbricht. Derjenige, der das größere Stück in der Hand hält, darf sich etwas wünschen.

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