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Die rockerähnliche Gruppe „Osmanen Germania BC” ist verboten worden.

Kriminalität

Türkische Rockergruppe "Osmanen Germania" verboten

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Offiziell treten sie als Boxclub auf, der sich um Problemjugendliche kümmert. Doch eigentlich geht es den „Osmanen Germania“ um türkische Politik und kriminelle Geschäfte, sagen Sicherheitsbehörden. Nun hat der deutsche Innenminister die bundesweit tätige Rockergruppe verboten. Gegründet wurde sie 2015 in Frankfurt.

In Dietzenbach bekamen am Dienstagmorgen zwei führende Mitglieder des „Osmanen Germania BC“ Besuch von der Polizei. Die Beamten händigten ihnen eine Verbotsverfügung des Bundesinnenministeriums aus. In Berlin wurde entschieden, die deutschlandweit tätige „rockerähnliche Gruppierung“ aufzulösen. Vorangegangen waren umfangreiche Ermittlungen der hessischen Polizei. Denn die Keimzelle der von türkischen Nationalisten geprägten Organisation liegt im Rhein-Main-Gebiet.

Die Osmanen Germania bezeichnen sich selbst als Boxclub (BC), der Jugendliche und jungen Erwachsenen aus schwierigen Verhältnissen eine Perspektive biete. Tatsächlich gehe es den Mitgliedern, die aus dem Türsteher- und Rotlichtmilieu stammen, um „gewalttätige Gebiets- und Machtentfaltung“, erklärt das Bundesinnenministerium. In der Vergangenheit sei es wiederholt zu schweren Körperverletzungs- und versuchten Tötungsdelikten gekommen, vor allem bei Auseinandersetzungen mit kurdischen Rockern.

In Hessen waren laut Landeskriminalamt (LKA) zwischenzeitlich rund 100 Mitglieder der Osmanen Germania aktiv. Organisiert waren sie in vier Teilorganisationen, den sogenannten Chaptern. In Dietzenbach residierte das World-Chapter, in Frankfurt, Hanau und Dillenburg gab es jeweils ein eigenes Chapter. Seitdem Polizei und Justiz die Osmanen-Rocker ins Visier genommen haben, ist deren Mitgliederzahl stark zurückgegangen. Von „einer niedrigen zweistelligen Anzahl“ gingen die hessischen Sicherheitsbehörden zuletzt aus, teilte das LKA mit. „Ein Chapter Frankfurt war nicht mehr dabei.“

Dies könnte auch eine Folge interner Auseinandersetzungen sein. Denn schon wenige Monate nach seiner Gründung spaltete sich der „Osmanen BC“ im Mai 2015 auf – in den nun verboteten „Osmanen Germania BC“ und den weiterhin bestehenden „Osmanen BC Frankfurt“. Man habe sich im Guten getrennt, weil man andere Ziele verfolgte, hieß es zur Erklärung. Zwischen Mitgliedern beider Osmanen-Gruppen kam es jedoch auch zu handfesten Auseinandersetzungen. Im November 2015 drohte ein solcher Konflikt auf dem Parkplatz eines Fitness-Clubs in Offenbach zu eskalieren. Beide Seiten hatten zusammen mehr als 100 Personen mobilisiert, die Polizei konnte die drohende Massenschlägerei nur mit großer Mühe in buchstäblich letzter Sekunde verhindern.

Für Aufmerksamkeit sorgte vor allem die politische Haltung der Osmanen-Rocker. Denn der „Osmanen Germania BC“, der sich schnell auf andere Bundesländer ausweitete, ist von türkischen Nationalisten geprägt. Hessische Ermittler haben sogar Verbindungen zur Präsidentenpartei AKP aufgedeckt. Die Osmanen-Rocker seien Erdogans „Schlägertrupp“ in Deutschland, zitiert das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ aus internen Unterlagen.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) begrüßte das Verbot. „Die hessische Polizei hat den Osmanen-Rockern frühzeitig auf den Füßen gestanden. Jetzt werden endgültig ihre kriminellen Machenschaften beendet.“ Das Verbot gehe auf eine hessische Initiative zurück.

Auch Baden-Württemberg geht konsequent gegen die Gruppierung vor. In Stuttgart-Stammheim stehen derzeit acht Osmanen-Mitglieder vor Gericht, darunter ihr früherer „Weltpräsident“. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten Mord, Zwangsprostitution, Erpressung und Drogenhandel vor. Der Prozess läuft unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen.

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