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Ziemlich voll ist die Bahn schon, doch der Fahrgastlenker hilft noch einigen Passagieren in den Zug. Die Helfer sind seit gestern am Hauptbahnhof im Einsatz, auch um Verspätungen zu bekämpfen.

Bahn stellt „Fahrgastlenker“ vor

Türsteher im Frankfurter Tiefbahnhof

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In orangeroten Warnwesten stehen sie seit gestern am Bahnsteig Gleis 103/104 des Hauptbahnhofs: Sechs „Fahrgastlenker“, die den Pendlern helfen sollen, bequemer in der S-Bahn zu fahren. Vier Wochen lang läuft der Versuch.

S-Bahnen sind oft unpünktlich. Grund dafür ist unter anderem, dass manche Aufenthalte in Bahnhöfen länger dauern als geplant. Zum Beispiel, weil Fahrgäste noch versuchen, in den Zug zu kommen, obwohl die Türen bereits geschlossen sind. Das kostet Zeit, bringt insgesamt Verspätungen.

Um Ein- und Aussteigen aus den S-Bahnen optimaler zu gestalten, hat die Bahn jetzt sechs Fahrgastlenker für den Bahnsteig der Gleise 103 und 104 im Tiefgeschoss des Hauptbahnhofs angestellt. Sie sollen durch ihre Anwesenheit verhindern, dass immerzu noch jemand auf den Knopf drückt, wenn die Tür schon geschlossen ist. Denn dadurch gehen wieder wertvolle Sekunden verloren, bis die S-Bahn abfahren kann.

Eine S-Bahn Richtung Taunus hält an. Es ist kurz nach 16 Uhr, Pendlerverkehr. „Alle drängen sich in den letzten Wagen!“, sagt Thomas Bischof, Sprecher der Bahn. „Das ist oft so.“ Einer der neuen Mitarbeiter der Bahn weist ankommende Fahrgäste auf andere Türen hin. Ja, der Zug werde noch lange genug stehen.

Dann presst sich ein junger Mann hinein. Zu voll, er geht wieder raus. Die rote Warnlampe über der S-Bahn-Tür leuchtet auf, die Tür will sich schließen, der Mann springt doch noch rein, in letzter Sekunde.

„Solche Szenen gibt es hier täglich“, sagt Bischof. Deswegen sollen die neuen Fahrgastlenker etwas Abhilfe schaffen. Wenn S-Bahnen lange genug stehen, können Fahrgäste auf leere Wagen hingewiesen werden. Notfalls können sie auch versuchen zu verhindern, dass Fahrgäste bei bereits geschlossener Tür den Knopf drücken. Aber: „Die Mitarbeiter haben keine Polizeigewalt, dürfen nur zureden.“

Die Fahrgastlenker kommen von einer Agentur. „Es sind Studenten, die etwas dazuverdienen“, erklärt Bischof. Für den Einsatz auf dem Bahnsteig wurden sie geschult. Sie sind älteren Menschen beim Einsteigen behilflich, geben den Reisenden Informationen und stellen sich auch schon mal breitbeinig vor die Tür, um zu verhindern, dass weitere Menschen hinein drängen. Gerade während der Stoßzeiten sind die S-Bahnen sehr voll.

Während diesen, morgens von 6.30 bis 9 Uhr und nachmittags von 15.30 bis 19 Uhr sind die Fahrgasthelfer von montags bis freitags im Einsatz – wenn auch nur für vier Wochen. „Wir werden auswerten, ob sich die Pünktlichkeit der Abfahrten von rund 1100 S-Bahnen täglich dadurch verbessert“, sagt Bischof, und wenn ja, ob die Fahrgastlenker vielleicht auch eine feste Stelle bekommen.

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