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Ein Polizist dokumentiert mit einer Fotokamera die Schäden an einem geparkten Auto: Dies dient der Beweisaufnahme.

Vandalismus

Was tun, wenn parkende Autos Opfer blinder Zerstörungswut werden?

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Zuletzt traf es 33 Autobesitzer in Praunheim und im Riederwald: Über Nacht wurden ihre Fahrzeuge zerkratzt und Außenspiegel abgetreten. Immer wieder kommt es in Frankfurt zu solchem Vandalismus an Fahrzeugen. Geschnappt werden die Täter jedoch selten. Dennoch empfehlen Experten, auf jeden Fall Strafanzeige zu stellen.

Der Ärger muss sehr groß gewesen sein an diesem Tag in Praunheim. An einem Samstagmittag erschraken Anwohner des Fritz-Schumacher-Weges und der Straße Am Ebelfeld. Insgesamt 26 dort geparkte Autos hatten frische Kratzspuren im Lack. Über Nacht muss jemand in blinder Zerstörungswut durch die Straßen gezogen sein. Der Schaden wurde auf mehrere zehntausend Euro geschätzt. Von dem Täter oder den Tätern fehlt bislang jede Spur.

Immer wieder werden in der Mainmetropole auf der Straße geparkte Autos zerkratzt. Hinzu kommen zahlreiche abgetretene Außenspiegel und sogar diverse Fälle von Brandstiftung. Die Polizei fasst diese Fälle jeweils unter der Bezeichnung „Sachbeschädigungen an Personenkraftwagen“ zusammen. In Frankfurt am Main schwankt diese Zahl von Jahr zu Jahr um die 3000. In der jüngsten Kriminalstatistik für 2017 sind exakt 2845 beschädigte Autos verzeichnet.

Im Riederwald wurde ein junger Mann vor drei Wochen (es war das Wochenende vom 10. auf den 11. November) auf frischer Tat erwischt. Zeugen beobachteten, wie der 17-Jährige nachts randalierend durch die Motzstraße zog. Mit dem Fuß trat er die Außenspiegel geparkter Autos ab. Vom Opel Corsa bis zum Mercedes waren insgesamt sieben Fahrzeuge betroffen. Die schnell herbeigerufenen Polizisten konnten den Randalierer noch in der Nacht festnehmen.

Doch so gut klappt das in den wenigsten Fällen. Beim Auto-Vandalismus lag die Aufklärungsquote im vergangenen Jahr in Frankfurt bei 15,6 Prozent. 2016 war die Quote mit 12,4 Prozent noch schlechter gewesen. Bei den meisten Sachbeschädigungen an Fahrzeugen kann also kein Täter ermittelt werden. 

Immer Anzeige erstatten

Experten empfehlen betroffenen Autobesitzern dennoch, auf jeden Fall zur Polizei zu gehen. „Wer einer Vollkasko-Versicherung abgeschlossen hat und den Schaden darüber regulieren möchte, muss ja sowieso Anzeige erstatten“, betont Oliver Reidegeld vom ADAC in Frankfurt. „Aber auch allen anderen von Sachbeschädigung betroffenen Autobesitzern raten wir dazu. Denn vielleicht wird ja doch ein Täter gefunden – dann lassen sich Schadensersatzansprüche geltend machen.“

Wichtig sei es, den Schaden am Fahrzeug sofort zu dokumentieren. „Machen Sie vor Ort Fotos und notieren Sie sich Datum und Uhrzeit“, rät Reidegeld. 

Außenspiegel ersetzen

Ob man einen Kratzer möglichst bald ausbessern lassen sollte, hänge davon ab, wie tief er sei. „Wenn die Lackschicht durch ist, droht Rost. Das sollte man dann schon machen lassen. Ansonsten ist das eine eher ästhetische Frage“, betont der ADAC-Sprecher. Ein abgetretener Außenspiegel müsse jedoch immer schnellstmöglich repariert werden, sonst drohe ein Bußgeld. Auf den Kosten bleiben Autobesitzer ohne Vollkasko-Versicherung in aller Regel sitzen.

Und auch wer den Versicherungsschutz hat, muss sich gut überlegen, ob es sich lohnt, den Schaden einzureichen. „Man wird dann hochgestuft und muss dadurch künftig höhere Prämien bezahlen. Das sollte man sich von seiner Versicherung vorrechnen lassen“, sagt Oliver Reidegeld. „Außerdem muss man die Selbstbeteiligung zahlen. Bei kleineren Schäden kann es daher günstiger sein, die Reparatur selbst zu bezahlen.“

Für Autobesitzer, die keine Voll-, aber eine Teilkasko-Versicherung haben, hat der ADAC-Sprecher noch einen Tipp: „Sie können versuchen, den kaputten Außenspiegel als Glasschaden regulieren zu lassen. Denn Glasschäden sind bei der Teilkasko oft mit dabei.“ Das könne sich finanziell durchaus lohnen. „Im Außenspiegel steckt heute viel Technik: vom Blinker bis zu Sensoren. Es kann daher schnell teuer werden, ihn zu ersetzen.“

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