+
Servicekräfte der Deutschen Bahn informieren ahnungslose Reisende über die Tunnelsperrung.

Halbzeit bei der Sperrung

Tunnelsperrung führt zu überfüllten Straßenbahnen

  • schließen

Halbzeit bei der Sperrung des S-Bahn-Tunnels: Seit fast drei Wochen fahren keine Züge mehr in die Frankfurter City, weitere drei Wochen müssen sich die Fahrgäste in Geduld üben.

Halbzeit bei der Sperrung des S-Bahn-Tunnels: Seit fast drei Wochen fahren keine Züge mehr in die Frankfurter City, weitere drei Wochen müssen sich die Fahrgäste in Geduld üben. Und sie müssen leidensfähig sein: Denn U- und Straßenbahnen, die sich als Ersatz anbieten, sind häufig überfüllt. Zum Beispiel die Straßenbahnen der Linien 11 und 21. Wenn an der Galluswarte eine voll besetzte S-Bahn ankommt (und wegen der Tunnelsperrung nicht zum Hauptbahnhof weiterfährt), steigen die meisten Fahrgäste in die Tram um. Doch längst nicht alle finden darin Platz, auch wenn sie sich eng zusammenstellen. Und wer an den nächsten Haltestellen an der Speyerer Straße oder am Güterplatz einsteigen will, hat Pech gehabt.

„Dann muss man auf die nächste Straßenbahn warten, die drei Minuten später kommt“, sagt Kirsten Anlauf von der städtischen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. „Das ist machbar.“ Besondere Probleme haben Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer. Hier kann Anlauf nur an die Fahrgäste appellieren, Rücksicht zu nehmen. In einem noch dichterem Takt könnten die Bahnen nicht fahren. Nach Ansicht von Wilfried Staub, Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn, hätte das Problem auch anders gelöst werden können. Er hat vorgeschlagen, zur Verstärkung Gelenkbusse zwischen der Galluswarte und der Innenstadt einzusetzen. Das lehnte die Stadt ab mit dem Hinweise, diese würden nur im Stau stehen. „Die Busse könnten aber die Gleise der Straßenbahn nutzen“, meint Staub. Zur nächsten Tunnelsperrung im Jahr 2018 will er den Vorschlag erneut unterbreiten.

Insgesamt aber läuft die Tunnelsperrung nach Einschätzung Staubs relativ reibungslos. „Die Fahrgäste haben sich darauf eingestellt.“ Auch habe die Bahn ihre Informationen im Vergleich zu den vorangegangenen Baumaßnahmen verbessert. Bei Traffiq und beim RMV werden keine Häufungen von Beschwerden verzeichnet.

Die Deutsche Bahn hat die Erfahrung gemacht, dass viele Fahrgäste auf das Fahrrad umsteigen. Zumindest bei schönem Wetter. Dann nämlich schnellen die Nutzerzahlen des Leihsystems „Call-a-bike“ in die Höhe.

Zum Schulbeginn am 29. August sollen die Bahnen wieder normal fahren, eine Verlängerung der Baustelle droht nicht. „Wir liegen im Zeitplan“, versichert Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter der Bahn für Hessen.

(mu)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare