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Der höhere Turm an der Senckenberganlage (rechts) beherbergt im unteren Teil ein Hotel, in den oberen Geschossen Apartments. Die Architektur des Büroturms links steht noch nicht genau fest. Simulation: CMA

Hochhausbau auf dem AfE-Areal

Turm aus Glas für den Kulturcampus

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Der geplante Hotel- und Wohnturm auf dem Kulturcampus in Bockenheim soll nach dem Entwurf eines Frankfurter Architekturbüros gebaut werden. Für ein weiteres Hochhaus wird noch ein Investor gesucht.

Vor zwei Jahren versank der 116 Meter hohe AfE-Turm auf dem alten Uni-Gelände in Bockenheim nach einem großen Knall in Schutt und Asche. Jetzt steht fest, was an seiner Stelle entstehen wird. Das 140 Meter hohe Hybrid-Hochhaus, das ein Hotel und Apartments beherbergen wird, soll nach Entwürfen des Architekturbüros Cyrus Moser gebaut werden. Die Frankfurter setzten sich gegen internationale Konkurrenz durch, teilten die Auslober des Wettbewerbs am Freitag mit. Daneben soll ein zweiter, etwa 100 Meter hoher Turm entstehen, für den die städtische ABG Holding, die das Grundstück vom Land erworben hat, noch einen Investor sucht.

Weitere Bauvorhaben auf dem Areal sind ein kleineres Bürohaus an der Robert-Mayer-Straße sowie eine achtzügige Kindertagesstätte in einem eigenen Gebäude, das die ABG selbst errichten will. Es handelt sich um das erste Großprojekt auf dem Kulturcampus, der in den kommenden Jahren auf dem alten Universitätsgelände entstehen soll.

Der Hybrid-Turm wird von den Unternehmen Groß & Partner sowie Commerz Real, einer Tochter der Commerzbank, errichtet. Noch Ende dieses Jahres soll damit begonnen werden, 2019 soll das Hochhaus bezogen werden. Die unteren 16 Etagen sind bereits langfristig vermietet an die spanische Meliá-Gruppe, die dort ein Hotel der Kategorie „4 Sterne plus“ betreiben wird. Auf den Etagen 17 bis 40 ist Platz für bis 300 hochwertige Apartments.

„Es handelt sich um eine völlig neue Architektur“, lobte ABG-Chef Frank Junker den Entwurf im Gespräch mit der FNP. Sowohl die aufgelockerte Fassade, als auch die städtebauliche Figur seien überzeugend. Die Architekten Oliver Cyrus und Andreas Moser hatten sich in dem Wettbewerb gegen internationale Konkurrenten durchgesetzt. Dazu zählten auch die EZB-Architekten Coop Himmelb(l)au aus Wien. Auf zweiten Plätzen landeten die Architekten Ole Scheeren (Peking/Berlin) und Christoph Langhof (Berlin). In der Jury, die über die Entwürfe beriet, waren auch Vertreter der Stadt.

Junker zeigte sich erfreut über den Sieg von Cyrus Moser. „Frankfurter Architekten brauchen sich nicht zu verstecken.“ Das Büro hatte zuletzt auch den Wettbewerb für den neuen Messeeingang Süd im Europaviertel gewonnen.

Wie der zweite, etwa 100 Meter hohe Turm genutzt wird, steht noch nicht fest. Möglich sind Büros, aber auch ein weiteres Hotel ist nicht ausgeschlossen. Das genaue Aussehen hängt vom Investor ab, den die ABG derzeit sucht. „Wir führen aussichtsreiche Gespräche“, sagte Junker. Sollten diese zügig abgeschlossen werden, könnten die beiden Hochhäuser parallel gebaut werden. Auf jeden Fall will die ABG das Grundstück bis Ende des Jahres verkauft haben.

Die drei Partner, die den Architektenwettbewerb ausgelobt haben, versprechen sich durch die Hochhäuser eine Aufwertung des Quartiers. Dadurch werde die Entwicklung des Kulturcampus „zu einem Ort der Begegnung, an dem gemeinsam geforscht, gelebt und gearbeitet wird, weiter vorangetrieben und gefördert“, heißt es in einer Mitteilung. Die Architektur überzeuge durch „eine Kombination von markanter Kubatur und schlichter Eleganz in Verbindung mit hoher städtebaulicher Qualität“. Damit setze der Turm einen neuen Akzent in der Skyline.

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