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Kurvenfahrten können Lärm verursachen, weil Stahl auf Stahl reibt. Das Problem an der Station ?Musterschule? wurde behoben.

Schallabsorber dämpfen Lärm

U-Bahnen an der Musterschule fahren wieder leiser

Um Anwohner der U-Bahn-Station „Musterschule“ vor Lärm zu schützen, hat die Verkehrsgesellschaft Züge der Linie 5 mit sogenannten Radschallabsorbern ausgerüstet. Die Maßnahme soll bald Schule machen.

Die ungewohnt lauten Fahrgeräusche, die Züge der Linie U 5 an der Station „Musterschule“ verursacht haben, sind jetzt Geschichte. Möglich machen es sogenannte Radschallabsorber, die jetzt nachgerüstet worden sind. Diese reduzieren die bei der Fahrt in Kurven entstehende Schallemission. Die Anwohner der Station wird es freuen, die Lärmbelästigung wurde somit wieder auf ein verträgliches Maß gesenkt.

Nach dem barrierefreien Ausbau der Station „Musterschule“ hatten Züge der Linie U 5 Anfang Oktober ihren Betrieb entlang der Eckenheimer Landstraße wieder aufgenommen. Doch die Station fiel durch ungewohnt laute Fahrgeräusche unangenehm auf, weshalb sich Anwohner beschwerten.

Grundsätzlich können beim Befahren von Stahlschienen durch Stahlräder – insbesondere in Kurven – Geräusche entstehen. Die Geräuschentwicklung an der Station „Musterschule“ war nach Mitteilung der VGF aber nicht vorhersehbar, da nicht jede Bahn in jeder Kurve oder jedem Bogen Geräusche verursacht. Da das nachträgliche Schleifen der Schienen nicht zu einer Verbesserung geführt habe, habe man entschieden, die eingesetzten Stadtbahnfahrzeuge mit den Radschallabsorbern auszustatten. Im Straßenbahnbetrieb sind die Radschallabsorber bei der VGF schon Standard. Damit werden seit Jahren gute Ergebnisse erzielt.

Im Stadtbahnbereich habe bisher kein dringender Bedarf an Radschallabsorber bestanden. Denn an den Stellen, die bisher durch Geräuschentwicklung aufgefallen seien, sei beispielsweise mit stationären Schmieranlagen gegengearbeitet worden, schreibt die VGF in einer Pressemitteilung. Diese bringen einen Schmierstoff gezielt auf den Schienenkopf, die darüber fahrenden Bahnen verteilen diesen mit ihren Rädern. Da der Abschnitt der Eckenheimer Landstraße, auf dem die Geräusche aufgetreten sind, auch von Autos befahren und von Fußgängern „überlaufen“ wird, sei hier eine festmontierte Schmieranlage kein geeignetes Mittel gewesen, um die Lärmentwicklung einzudämmen.

Werkstattmitarbeiter hätten zuletzt aber schon an geeigneten Radschallabsorbern für die Stadtbahnflotte getüftelt und hätten schnell reagieren können: Zwölf Räder hat jedes Fahrzeug, an jedem werden jetzt vier Absorber montiert. Die ersten Fahrzeuge wurden schon nachgerüstet. Nach und nach werden alle bisher ausgelieferten 200 Fahrzeuge des neuesten Typs „U5“ diese Vorrichtungen erhalten; bis Herbst 2017 sollen alle 224 Bahnen dieses Typs mit Schallabsorbern ausgestattet sein. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 1,3 Millionen Euro.

(red)

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