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Über 500 Stimmen für eine Hundewiese

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Von: Friedrich Reinhardt

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Francesca Galasso muss ihren Hunde, Mischling Nico und Terrier Kia, an der Leine führen - praktisch überall im Stadtteil. FOTO: Reinhardt
Francesca Galasso muss ihren Hunde, Mischling Nico und Terrier Kia, an der Leine führen - praktisch überall im Stadtteil. © Friedrich Reinhardt

Petition setzt sich für das Tierwohl in Bergen-Enkheim ein - Geeignete Fläche schwer zu finden

Die Petition von Francesca Galasso für eine Hundewiese in Bergen-Enkheim hat Erwartungen unter den Hundehaltern geweckt. „Immer wieder werde ich beim Gassigehen auf die Petition angesprochen. ’Wann ist denn mit einem Ergebnissen zu rechnen’, fragen die Menschen“, erzählt Galasso. 501 Unterschriften für eine Hundewiese am Riedbad hat sie schon gesammelt. Dennoch ist ungewiss, wie viel Erfolg sie haben wird, wenn sie die Unterschriften am Dienstag dem Ortsbeirat 16 (Bergen-Enkheim) übergeben wird.

Im Konflikt mit den Volleyballern

Galasso hat in ihrer Petition vorgeschlagen, unterhalb des Riedbades, dort, wo das Beachvolleyball-Feld der SG Enkheim liegt, eine Hundewiese einzurichten. Der Stadtteil brauche dringend einen Ort, an dem Hunde frei laufen können. Ob am Berger Hang, im Enkheimer Ried oder auf Feldwegen, praktisch überall in Bergen-Enkheim müssen Hunde an der Leine geführt werden.

Im Ortsbeirat hatte Christian Hinkel (FDP) diese Idee aufgegriffen und daraus einen Antrag gemacht. Der wurde in den vergangenen Monate geschoben. In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats stimmten die Fraktionen dann ohne Diskussion über den Antrag ab. Mit dem Veto von Grünen, CDU und SPD lehnte eine Mehrheit den Antrag ab. „Grundsätzlich sind wir für eine Hundewiese, die vergangenen Anträge haben die Grünen auch immer mitgetragen“, erklärt Vivian Zoé Grudde, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Nur die Fläche am Riedbad halte ihre Fraktion für ungeeignet. Sie gehöre dem Riedbad und Boris Zielinski, Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt (BBF), habe sich bereits gegen den Vorschlag von Galasso ausgesprochen. „Wir sehen das Problem der Hundehalter, aber es ist schwierig anderen dafür etwas weg zu nehmen“, sagt Grudde.

Im Internet ist der Vorschlag nicht unumstritten. Einige Kritiker fürchten einen Konflikt mit dem Beachvolleyball Feld, das die SG Enkheim gebaut hat. Zwei mal in der Woche werde das Feld im Sommer genutzt, sagte Jürgen Geißel, Vorsitzender der SG-Enkheim und CDU-Mitglied im Ortsbeirat. Aus Sicht eines Internetnutzers spreche der schlechte Zustand der Kinderspielplätze gegen eine Hundewiese. Nach dem Motto, erst für die Kinder sorgen, dann für die Hunde, solle das Geld lieber ausgegeben werden, um dürftig ausgestatteten Spielplätze aufzuwerten.

Gleich mehrere Standorte möglich

Es geht Galasso nicht um diese konkrete Wiese. „Es gibt viele andere.“ Sie nennt etwa das Sportfeld an der Rangenbergstraße zwischen der Riedschule und den Tennisplätzen des TC Bergen-Enkheims. Oder eine umzäunte Wiese hinter dem Kleinmüllplatz Enkheim.

Die WBE hatte zuletzt vorgeschlagen, die Wiese neben dem Volkshaus in Enkheim als eine Auslauffläche für Hunde zu nutzen. Allerdings erklärte die Stadt, dass sich unter der Wiese ein Regenrückhaltebecken befindet. 26 Öffnungen sind auf der Wiese für Wartung, Inspektion, zur Be- und Entlüftung, die freigehalten werden müssten. Ebenso müsse die Fläche „auch mit größeren Fahrzeugen und Gerät, auch kurzfristig und außerplanmäßig, anfahrbar sein“. Und es könnte übel riechen. Eine Hundewiese wäre möglich, wegen der Schwierigkeiten lehnte die Stadt den Vorschlag aber ab.

Befürworter von Galassos Petition verweisen auf das Wohlergehen der Hunde. So könnten die Tiere auf der Wiese andere Hunde treffen, schreibt eine Unterstützerin. „Ohne Sozialkontakt ist eine artgerechte Haltung nicht möglich und kann zu Verhaltensstörung bis hin zur Aggressivität oder einer schweren Depression durch Isolation bei Hunden führen.“ Friedrich Reinhardt

Ortsbeirat 16 tagt

Dienstag, 8. November, ab 19:30 Uhr, in der Nikolauskapelle, Marktstraße 56

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