Jennifer genießt in Frankfurt ein Eis, denn heute wird es richtig heiß.
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Jennifer genießt in Frankfurt ein Eis, denn heute wird es richtig heiß.

Jetzt muss Frankfurt doch noch schwitzen

Über den ersten heißen Sommertag freuen sich nicht alle

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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Heute ist ein Höhepunkt in einem lauen Jahr. Die Freibäder erwarten den ersten Ansturm unter Corona-Bedingungen. Andere hoffen, dass die Hitze bald wieder verschwindet.

Frankfurt. -Für dieses Jahr ist das erste Hitzewochenende angekündigt. Heute soll es bis zu 36 Grad werden, morgen, Samstag, könnte es auch noch einmal so heiß werden, "allerdings können sich dann auch Schauer bilden, und es wird kühler", sagt Jens Bonewitz vom Deutschen Wetterdienst. Danach ist wieder Abkühlung angesagt.

Um so mehr erwarten die Freibäder in Frankfurt einen Ansturm. Bislang war an noch keinem Tag auch nur eines der sieben Freibäder ausverkauft. Wegen Corona und der Abstandsregelungen darf immer nur eine bestimmte Anzahl von Badegästen hinein. Geregelt wird dies über den Verkauf von elektronischen Tickets. Und bei diesen gab es gestern noch keinerlei Einschränkungen.

"Die Leute buchen kurzfristig", sagt Boris Zielinski, Geschäftsführer der Bäderbetriebe. "Sie schauen morgens aus dem Fenster und sagen: ,Heute gehen wir ins Schwimmbad.'" Manchmal war dann das Besucherkontingent erschöpft, die Buchung nicht mehr möglich. "Das kann man nie vorher sehen. Nur an diesem Wochenende wird es sehr voll werden in den sieben Freibädern, glaube ich." Eben weil es so heiß ist.

Dabei haben die Bäderbetriebe in Zeiten von Corona erheblich an Kapazität eingebüßt. Registrierte Jugendliche und Inhaber von Vorzugstickets dürfen immer herein. Hinzu kommen in den großen Bädern Eschersheim, Stadionbad und Brentanobad noch bis zu 3000 Besucher mit elektronischem Ticket. Die Zahl muss man mit zwei multiplizieren, denn es gibt inzwischen Vormittags- und Nachmittagsbaden.

Mehr Platz auf den Freibadwiesen als sonst

In den kleinen Bädern läuft es genauso, nur dass dort nur etwa 1000 bis 1500 Besucher hineindürfen. Zum Vergleich: Alleine ein großes Bad wie das Freibad Eschersheim hat - ohne Corona - in Spitzenzeiten bis zu 10 000 Besucher. Anders formuliert: Die Kapazität der Frankfurter Bäder ist auf etwa ein Drittel reduziert.

Trotzdem ist Zielinski "ganz froh, wie es jetzt läuft. Es klappt ganz gut, und wer ins Bad hineinkommt, freut sich auch, dass er auf der Wiese mehr Platz hat als in den Vorjahren." Auch heute und morgen, wenn es so heiß wird wie noch nie in diesem Jahr.

Trocken ist es dennoch - "nicht so trocken wie 2018, aber doch so, dass wir immer noch gießen müssen", sagt Bernd Roser, Leiter der Abteilung Grünflächenunterhaltung im Grünflächenamt. Rund 7000 Jungbäume erhalten alle acht bis 14 Tage 200 Liter Wasser auf einmal. Das sei besser, als jeden Tag ein bisschen was zu gießen, so Roser. Dass es der erste richtig heiße Tag wird heute, darüber ist Dr. Katrin Steul froh. Die Leiterin des Sachgebiets Hygiene- und Umweltmedizin im Gesundheitsamt sagt: "Es ist kein besonders heißes Jahr, und wir erwarten auch kein besonders heißes Jahr mehr."

Zum ersten Mal überhaupt wurde in diesem Jahr für diese zwei Tage vom Deutschen Wetterdienst gewarnt. "Wir haben jetzt Ende Juli. In den Vorjahren hatten wir die ersten Warnungen bereits im Mai und Juni", so Steul. Aufgabe des Gesundheitsamts sei, diese Warnung weiterzugeben an Krankenhäuser und Altenpflegeheime. Die Hitze sei gefährlich für alte Menschen, "vom ersten Tag an. Allerdings ist es besonders relevant und gefährlich, wenn es wie 2003 mehrere Tage am Stück sehr heiß ist", so Steul. 2020 war das noch nicht der Fall gewesen. Bundesweit war es bislang ein durchschnittlicher Sommer, weder besonders heiß.

Altenheime sind froh über wenig Hitze

Ute Byschofski, Leiterin der Stationären Pflege beim Frankfurter Verband, ist darüber sehr erleichtert: "Gottseidank ist der Mai vorbei, der Juni und der Juli auch, und es war nicht unerträglich heiß." Es ist in den Altenheimen heute das erste Mal Hitzealarm in diesem Jahr. "Da haben wir natürlich eingespielte Abläufe: Nachts gut lüften, morgens das Fenster zu, den Sonnenschutz herunterlassen. Die Bewohner werden angehalten, viel zu trinken, so viel wie möglich, und wir reichen Elektrolyte." Bei länger andauernden Hitzeperioden müsse man mitunter Bewohner aus besonders warmen Räumen in kühlere bringen. Das war in den beiden Vorjahren erforderlich, in diesem Jahr noch nicht. thomas j. schmidt

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