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Zwei Lebemänner, ein Oldtimer und ein Buch: Werner D?Inka (links) und Rainer M. Gefeller haben ihr drittes Buch veröffentlicht.

Stadtgeflüster

Nur über Sex schreiben wir nicht

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Ginge es nach Werner D’Inka , Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sollte am Ende ein 20-bändiges Standardwerk entstanden sein.

Ginge es nach Werner D’Inka , Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sollte am Ende ein 20-bändiges Standardwerk entstanden sein. Er und sein Kollege Rainer M. Gefeller, ehemaliger Chefredakteur unserer Zeitung, sind auf einem guten Weg dahin. Denn die Vorkämpfer für mehr Genuss und Freude am Leben haben es wieder getan. Und zwar zum dritten Mal. Sie haben ein Buch veröffentlicht. Nach dem Erstlingswerk der beiden mit dem Titel „Schöner Trinken“ und dem Folgeband „Fleisch! Eine Gesprächstherapie für Salatsklaven“ folgt nun „Alles außer Sex! Essen, Trinken und andere Hobbys“, das erneut im Societäts-Verlag erschienen ist. Jüngst lasen die beiden Lebenskenner aus ihrem neuesten Werk. Und zwar nicht irgendwo, sondern zwischen Nobelkarossen in der neuen Mercedes-Niederlassung am Kaiserlei-Kreisel. Und wer nun aufbegehrt und meint, dass wär’ ja in Offenbach, den belehrte Chef Burkhard Wagner gleich zu Anfang der Veranstaltung, zu der ungefähr 50 Gefeller-D’Inka-Fans kamen, eines Besseren. „Wir sind das einzige Grundstück am Kaiserlei, das noch auf Frankfurter Gemarkung liegt“, erklärte Wagner.

Übrigens wurden die zwei Vorleser mit einer Nobelkutsche schier vor das Lesepult gefahren. Wagner kutschierte sie in einem strahlend weißen 220 SEb aus dem Jahr 1965 mit Ledersitzen in den zweiten Stock des Autohauses. Dort warteten schon die Zuhörer. Unter ihnen Radio-Urgestein Jörg Bombach, Ebbelwei-Kaiserin Johanna Höhl , Medienmann Bernd Reisig , um nur einige zu nennen. „Ich mag die beiden – und auch ihre Bücher“, sagt Reisig. „Ich habe sie mit sehr viel Spaß gelesen, weil sie so aus dem Leben gegriffen sind und sich manchen Konventionen auf amüsante und charmante Weise verweigern“, erklärte der Medienmann. „Im vorherigen Buch hatte ich sogar an einem Kapitel mitgeschrieben – eins über Ebbelwei“, erinnert sich Johanna Höhl. Und Jörg Bombach freut sich schon auf die Lektüre. Aber das kann noch dauern, denn in nächster Zeit werden 15 Sendungen des „Hessenquiz“ aufgenommen. „Und dafür muss ich in 48 Stunden vier Kilo abnehmen“, erzählt Bombach.

„Wir haben dieses Buch geschrieben, weil uns das Thema umtreibt“, erklärt Rainer M. Gefeller. „Wir möchten zeigen, dass das Leben gut ist und dass man es sich nicht von sauertöpfisch Eingestellten verderben lassen sollte“, pocht Gefeller auf das Recht, zu genießen. Dabei führten die Recherchen für dieses Werk das Autorenduo außerhalb des Rhein-Main-Gebietes. Sie besuchten „den letzten lebenden Zigarrenbaron“, wie Gefeller sagt, wenn er an das Zusammenrauchen mit Heinrich Villiger denkt. Und sie flogen nach Mallorca und statteten dem Ballermann einen Besuch ab. Aber sie sind auch gewandert und Auto gefahren. Natürlich erhalten Essen und Trinken auch Kapitel in diesem Werk. „Das Essen beginnt schon beim Einkaufen“, referiert Gefeller. Der hätte die Lesung gern auch in der Kleinmarkthalle abgehalten, weil sie für ihn etwas Tempelhaftes hat. Aber das sei nicht möglich gewesen. Und weil sie stets auf der Suche nach „ungewöhnlichen“ Orten sind, sprachen sie Burkhard Wagner an.

(es)

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