THW überdenkt Ansiedlung

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Die Tage, in denen der nördliche Bereich der ehemaligen Gibbs-Kaserne brachliegt, sind gezählt: Die Stadt will dort eine Kindertagesstätte bauen und die Feuerwehr ein Katastrophenschutzlager errichten. Der Baubeginn hängt davon ab, ob sich auch das Technische Hilfswerk dort ansiedelt.

Auf dem rund drei Hektar großen Gelände der ehemaligen Gibbs-Kaserne an der Ecke Marbachweg und Gießener Straße treffen Welten aufeinander: Wo einst die Streitkräfte der US-amerikanischen Armee stationiert waren, wohnen heute junge und alte Frankfurter, rückt die Feuerwehr zu Einsätzen aus und schult ihr Personal in der Brandbekämpfung. Nur im nördlichen Teil liegt etwa ein Drittel des Areals noch brach. Das soll sich jedoch bald ändern. Die Stadt Frankfurt plant dort bald den Bau einer neuen Kindertagesstätte und die Feuerwehr Gebäude für ihren Katastrophenschutz. Nur das Technische Hilfswerk (THW) Frankfurt ist noch unsicher, ob es hier wirklich sein neues Regionalzentrum bauen will.

Schon vor drei Jahren hatte das THW Frankfurt beschlossen, mit seiner Frankfurter Geschäftsstelle und dem Ortsverband Westhausen nach Eckenheim zu ziehen (wir berichteten). Inzwischen ist das aber laut THW-Sprecher Hans-Georg Hartmann in der Schwebe. „Wir überprüfen, ob andere Standorte uns günstigere Möglichkeiten bieten würden“, sagt Hans-Georg Hartmann. „Günstiger“ bedeute in diesem Fall zweierlei: Der Verband will zum einen möglichst weniger als die für einen Neubau an der Gibbs-Kaserne veranschlagten vier Millionen Euro ausgeben. Zum anderen will das THW bessere Rahmenbedingungen ausloten, sagt Hartmann. Es gebe Zweifel, ob sich die Mischung des Areals mit Wohnbebauung und Kita für die Zwecke des THW überhaupt eignet. In einem ähnlichen Gebiet in Darmstadt habe man schlechte Erfahrungen gemacht, weil auch sonntagmorgens Lastwagen gestartet oder Motorsägen benutzt werden müssten. Anwohner beschwerten sich dann bei der Polizei über Ruhestörung. „Wir haben deswegen ein Erkundungsverfahren eingeleitet, das bis zum Sommer 2015 dauern kann“, so Hartmann.

Die Stadt und die Feuerwehr hoffen indes, bereits diesen Sommer mit dem Bau der Infrastruktur beginnen zu können. Die Stadt will nämlich ganz im Ostteil der Brache, zur Gießener Straße hin, auf rund 1400 Quadratmetern eine sechsgruppige Kita für Kinder unter drei Jahren (U 3) bauen. Laut Stadtrat Jan Schneider (CDU) ist die Kita eine von sechs städtischen Einrichtungen, die als Modellprojekt in Modulbauweise errichtet werden. Dafür stünden der Stadt rund 20 Millionen Euro zu Verfügung, was nach alter Bauweise nur für vier Neubauten gereicht hätte. Die Kita an der Gibbs-Kaserne koste rund 3,2 Millionen plus Ausgaben für eine frühere Planung der Kita, so Schneider. Damit sei die neue Modul-Kita immer noch billiger als die ursprünglich geplante Kita. „Wir werden aber so flexibel bauen, dass man bei erneut verändertem Bedarf zwischen U 3 und Ü 3 variieren kann“, erklärt Schneider.

Gleich nebenan will sich die Frankfurter Berufsfeuerwehr „logistisch verbessern“, wie es Feuerwehrsprecher Markus Röck ausdrückt. Neben das bereits bestehende große Feuerwehr- und Rettungs-Trainings-Center (FRTC) soll demnach das Katastrophenschutzlager verlegt werden, das bislang der Bereichswache 21 (BW 21) im Nordwestzentrum zugeordnet ist. Weil die BW 21 in einen kleineren Neubau umzieht, ist für den Katastrophenschutz dort kein Platz mehr.

In dem neuen Lager werden Materialien und Technik beispielsweise für die Bekämpfung von Hochwasser aufbewahrt. Die Struktur des Gebäudes sei durch einen „Kreisverkehrs-Gedanken“ geprägt, erläutert Röck. „Es ist so angedacht, dass Fahrzeuge von vorne in das Gebäude hineinfahren, dort im Innern mit dem Notwendigen beladen werden und hinten wieder hinausfahren“. Diese Aufteilung spare wertvolle Zeit. Eventuell will die Feuerwehr auch ihr Museum aus Bergen-Enkheim in die Feuerwehrstraße auf dem ehemaligen Kasernengelände holen, doch gebe es dazu noch keine konkrete Planung.

Auch der Zeitpunkt des Baubeginns für das Katastrophenschutzlager und die Kita sei noch unklar, sagt Röck. Der hänge stark davon ab, ob sich auch das THW auf dem Gelände ansiedele. Gemeinsam sollten die drei Projekte nämlich „Synergien“ wie den nötigen Ausbau der Infrastruktur für Energie- und Wasserzufuhr sowie die Erreichbarkeit durch eine Straße samt Fußgänger- und Fahrradweg nutzen. Der Magistrat will allein hierfür rund 1,1 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

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