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Griesheim Mord an einem Juwelier in der Linkstraße

Prozess

Überlebende Ehefrau schildert Gewalttat

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Rosemarie E. zeigte sich als resolute Geschäftsfrau vom alten Schlag. Vielleicht war diese Charaktereigenschaft, verbunden mit einer lauten, deutlichen Stimme, auch der Grund, warum sie den brutalen Überfall im Wohnhaus der Geschäftsleute in der Linkstraße überhaupt überlebt hatte. Die gellenden Schreie „Hilfe, Polizei“ hatten gleich mehrere Nachbarn an jenem Abend im Oktober vergangenen Jahres deutlich vernommen und die Polizei alarmiert. Noch während die vier Räuber das Ehepaar mit Tritten und Schlägen malträtierte, rückte die Polizei an. Nur einem Räuber gelang noch die Flucht, die anderen drei waren in dem schwer gesicherten Gebäude gefangen – sie wurden festgenommen.

Rosemarie E. zeigte sich als resolute Geschäftsfrau vom alten Schlag. Vielleicht war diese Charaktereigenschaft, verbunden mit einer lauten, deutlichen Stimme, auch der Grund, warum sie den brutalen Überfall im Wohnhaus der Geschäftsleute in der Linkstraße überhaupt überlebt hatte. Die gellenden Schreie „Hilfe, Polizei“ hatten gleich mehrere Nachbarn an jenem Abend im Oktober vergangenen Jahres deutlich vernommen und die Polizei alarmiert. Noch während die vier Räuber das Ehepaar mit Tritten und Schlägen malträtierte, rückte die Polizei an. Nur einem Räuber gelang noch die Flucht, die anderen drei waren in dem schwer gesicherten Gebäude gefangen – sie wurden festgenommen.

Von all dem bekam die alte Dame, die gefesselt und schwerverletzt an der Flügeltüre zum Wohnzimmer im Erdgeschoss lag, nur noch wenig mit. Unmittelbar nachdem sie mit dem Rettungswagen in die Uni-Klinik gebracht worden war, wurde sie auch schon operiert. Mindestens zehn Tritte und Schläge ins Gesicht hatten ihr praktisch sämtliche Gesichtsknochen gebrochen, darüber hinaus musste auch das Auge operiert werden. „Die Uni-Klinik hat mich vor der drohenden Erblindung gerettet“, sagte die Zeugin.

51 Jahre sei sie mit dem getöteten Ehemann verheiratet gewesen, der – genau wie sie – bis zum Tattag trotz seines Alters von 78 Jahren ein rüstiger, agiler Mensch gewesen sei. Von ihrer früheren Lebenskraft ist nur die Stimme geblieben. Von zwei Männern begleitet, musste sie mit zwei Gehhilfen in den Saal gebracht werden. Nur an ihrem Gehirn sei kein Schaden entstanden, das sei ihr gleich nach der Ankunft im Krankenhaus gesagt worden.

In ihrem Laden in der Alten Falterstraße sei sie schon lange nicht mehr gewesen. Bis zu jenem Montagabend habe sie dort die Uhren der Kundschaft repariert. „Ich war

Uhrmacherin aus Passion

“, sagte sie. Dies gehört nun der Vergangenheit an. Die Verteidiger der drei Angeklagten hielten sich bei ihrem Fragerecht respektvoll zurück – auch sie wirkten bei der Schilderung ihres Martyriums betroffen und erschrocken. Einer der drei zwischen 21 und 26 Jahre alten Angeklagten hob zu einer Erklärung an die Adresse des Opfers an. „Von diesen Mördern soll ich eine Entschuldigung annehmen?“, rief die Frau entsetzt aus. Dann wurde sie nach mehreren Stunden Vernehmung entlassen. Mit schwarzem Hut und Mantel bekleidet, verließ sie, eingehakt bei den beiden Begleitern, den Saal.

Am Freitag geht’s weiter

Der Prozess gegen das Trio aus Moldawien soll bereits am Freitag fortgesetzt werden. Bei der Vernehmung mehrerer Polizeibeamter wird es voraussichtlich weniger emotional zugehen.

Bis Mitte August hat die Jugendstrafkammer – zwei der Angeklagten waren zum Tatzeitpunkt noch Heranwachsende – vorgesehen, dann soll in dem spektakulären Fall das Urteil ergehen.

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