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Andrea Ypsilanti bei der Wahlparty im Gespräch mit dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Linken, Axel Troost (rechts).

Kommunalwahl Frankfurt

Überraschungsgast bei den Linken

Was macht eine SPD-Landespolitikerin an einem Wahlabend bei der Party der Linken? „Nur ein Freundschaftsbesuch“, versichert die Landtagsabgeordnete Andrea Ypsilanti gestern Abend beim Besuch im Türkischen Volkshaus in Bockenheim.

Was macht eine SPD-Landespolitikerin an einem Wahlabend bei der Party der Linken? „Nur ein Freundschaftsbesuch“, versichert die Landtagsabgeordnete Andrea Ypsilanti gestern Abend beim Besuch im Türkischen Volkshaus in Bockenheim. 2008 hatte Ypsilanti damals als Spitzenkandidatin der SPD in Hessen eine Regierung mit der Linkspartei bilden wollen, scheiterte aber an Abweichlern der SPD. Der Freundschaftsbesuch galt Axel Troost, stellvertretender Bundesvorsitzender von Die Linke. Sie waren tags zuvor gemeinsam auf einer Tagung in Frankfurt.

Ansonsten drehte sich bei der Linkspartei an diesem Abend vieles um das AfD-Ergebnis. „Es ist insgesamt ein Rechtsruck, in ganz Hessen“, sagt Michael Müller, auf Listenplatz 4 bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung ein sicherer Kandidat. Den Trend für die eigene Partei sieht Müller als ein „Ergebnis des guten Wahlkampfes“.

Für Knut Dörfel, er kandidiert für den Ortsbeirat im Frankfurter Süden, ist das AfD-Ergebnis „eine Herausforderung für alle demokratischen Kräfte“. Um hinzuzusetzen, dass die Linke ihre Hausaufgaben gemacht habe, „die anderen müssen jetzt auch klare Kante zeigen“.

Die Fraktionsvorsitzende der Linken im hessischen Landtag, Janine Wissler, freut sich über das Ergebnis ihrer Partei in Frankfurt: „Wir ziehen gestärkt in den Römer ein. Gerade in den Ortsbeiräten haben wir zum Teil sogar tolle zweistellige Ergebnisse eingefahren.“ Für den Erfolg der AfD macht Wissler die „Seehofers und Steinbachs dieser Welt“ verantwortlich. „Wer das Gedankengut der AfD einfach nachplappert, macht sie nur stark.“

Für Mitte April kündigte Janine Wissler einen Anti-AfD-Kongress in Frankfurt an, um den Protest gegen diese Partei auf eine breite Basis zu stellen.

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