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Ukraine-Spenden, verpackt von vielen Händen

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Von: Alexandra Flieth

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Hatten alle Hände voll zu tun: die Johanniter und ihre Helfer. Für die große Packaktion wurde die Fahrzeughalle in der Berner Straße kurzerhand umfunktioniert. FOTO: leonhard hamerski
Hatten alle Hände voll zu tun: die Johanniter und ihre Helfer. Für die große Packaktion wurde die Fahrzeughalle in der Berner Straße kurzerhand umfunktioniert. © hamerski

Johanniter stellen 800 Willkommens-Beutel zusammen - Nachfrage ist groß

Die Johanniter haben in ihrer Fahrzeughalle in der Berner Straße 103 Platz gemacht, um mit Unterstützung von rund 35 ehrenamtlichen Helfern Willkommensbeutel für geflüchtete Menschen aus der Ukraine zu packen. Die Aktion läuft bereits zum zweiten Mal. "Gut 1300 Willkommensbeutel haben wir in der ersten Runde am 19. März gefüllt", sagt Oliver Pitsch, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe Rhein-Main. Diese gingen sowohl an vom Verband betriebene Unterkünfte in Frankfurt, dem Main-Taunus- und Hochtaunuskreis und in die Wetterau als auch an Privatpersonen, die Geflüchtete aus der Ukraine bei sich aufgenommen haben. "In so einem Fall können sich Privatleute über unsere Service-Hotline bei uns melden", fügt er hinzu. Es gebe von dieser Seite immer viele Anfragen.

Zahnbürsten und Duschgel

Zwei Packstraßen wurden vorbereitet in Form von Tischen, die nebeneinander aufgestellt sind. Umzugskartons gefüllt unter anderem mit Zahnbürsten, Duschgel, Seifen, Cremes, Pflaster und FFP2-Masken stehen darauf angeordnet. Monika Gorny, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Regionalverband Rhein-Main der Johanniter-Unfall-Hilfe macht vor dem Packstart noch einmal darauf aufmerksam, wie viele Exemplare jedes Gebrauchsgegenstandes in die Willkommensbeutel gepackt werden sollen und verweist auf Listen mit genauen Angaben, die in unmittelbarer Nähe aushängen. Wenn ein Karton leer ist, kann er aufgefüllt werden. Zahlreiche große und nach Produkten vorsortierte Kartons stehen bereit.

"Mit in den Beutel soll auf jeden Fall auch dieses Schreiben", sagt Gorny weiter und nimmt ein DIN-A4-Blatt in die Hand, das zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung in ukrainischer Sprache verfasst worden ist. "Darauf stehen Informationen zur allgemeinen Gesundheitsversorgung in Deutschland", sagt Pitsch. Das sei sehr wichtig. "Die Menschen, die es geschafft haben, aus der Ukraine zu fliehen, haben einfach sehr viel Schlimmes erlebt, das sich auch in ihrer körperlichen Verfassung spiegelt", weiß er. Umso wichtiger sei es, ihnen Informationen an die Hand zu geben, damit sie wüssten, wie und wo sie sich ärztliche Hilfe holen können.

Zwei Hände bilden ein Herz

Mittlerweile ist der Startschuss zum Packen gefallen. Die ehrenamtlichen Unterstützer haben sich graue Westen übergezogen, auf deren Rückseite der Schriftzug Helfer zu lesen ist. Am Anfang jeder Packstraße steht ein Karton mit den Leinenbeuteln, die gefüllt werden sollen. Diese sind mit zwei Händen gestaltet, die zusammen ein Herz formen - als ein Symbol des Willkommens und in den Farben der Johanniter. "Vieles wurde zuvor gespendet. Dafür haben wir Listen ausgegeben mit den Sachen, die benötigt werden", erklärt Pitsch. Andere Dinge wie Waschlappen und Handtücher haben die Johanniter dazu gekauft.

Darüber hinaus würde neben den Willkommensbeuteln, mit denen eine Grundausstattung ermöglicht werden soll, auch ganz individuelle Unterstützung geleistet. "Wenn etwa eine Mutter mit ihren Kind in einer Privatunterkunft aufgenommen wurde und dort ein Babybett fehlt, so gibt es die Möglichkeit, dies über uns zu bekommen", sagt er weiter. Von einer großen Kanzlei aus Frankfurt hätten sie hierfür eine Geldspende erhalten.

Auch die Buben machen mit

Sabine Rost ist mit ihrem jüngsten Sohn Florian (14) dabei und erzählt, dass sie auch schon beim ersten Mal mitgemacht habe. Der Liederbacherin ist es ein Anliegen, sich aktiv für die Menschen einzubringen und dies auch ihren beiden Söhnen zu vermitteln. "Es ist so wichtig, dass man hilft", betont Sabine Rost während sie zusammen mit ihrem Sohn Waschlappen, Handtuch, Pflaster und FFP2-Masken in den Leinenbeutel gibt, bevor sie diesen an den nächsten Helfer entlang der Packstraße weiterreicht.

Nach eineinhalb Stunden ist das Packen vorbei. Am Ende sind rund 800 Willkommensbeutel zusammengekommen, die in den kommenden Tagen ausgeliefert beziehungsweise abgeholt werden sollen. Damit ist die Aktion erst einmal abgeschlossen. Sachspenden werden aber auch weiterhin angenommen, jedoch nur nach vorherige Absprache mit den Johannitern.

Alexandra Flieth

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