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Ostermarsch in Frankfurt zum Ukraine-Krieg: „Die Waffen nieder!“

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Von: Thomas J. Schmidt

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Zu den Ostermärschen werden am Montag in Frankfurt am Main wegen des Ukraine-Kriegs mehr Teilnehmer als üblich erwartet.

Frankfurt - Unter dem Motto "Die Waffen nieder!" wird am Ostermontag die Friedensbewegung in Frankfurt und anderen Städten demonstrieren. Im Flugblatt fordern die Veranstalter - das Ostermarschbüro im Gewerkschaftshaus, der DGB und andere: "Stoppt den Krieg in der Ukraine. Stoppt das 100-Milliarden-Euro-Aufrüstungsprogramm". Im Aufruf heißt es: "Unsere Solidarität gilt allen Menschen, die auch in Moskau, Sankt Petersburg und so vielen anderen Städten weltweit ihre Stimme gegen den russischen Angriffskrieg erheben." Man sei "tief beeindruckt" von ihrem Mut. "Gemeinsam mit ihnen streiten wir dafür, dass die russische Führung sofort alle Angriffe einstellt, sich aus der Ukraine zurückzieht und deren territoriale Integrität wieder herstellt."

Friedensbewegung in Frankfurt am Main (18.04.2022): Sternmarsch zum Römerberg

Wie Willi van Ooyen, der "Vater" der Ostermarschbewegung in Frankfurt, mitteilte, gibt es am Montag eine Reihe von Veranstaltungen in verschiedenen Städten, so Darmstadt und Offenbach. Von Eschborn aus startet um 9.30 Uhr ein Fahrradcorso nach Frankfurt.

Dort, in Frankfurt, gibt es verschiedene Treffpunkte für einen Sternmarsch zum Römerberg: um 10.30 Uhr am Bahnhof Rödelheim und in Bornheim an der Ecke Gießener Straße/Marbachweg, um 11 Uhr in Niederrad am Bruchfeldplatz, um 12 Uhr am Bockenheimer Depot. Zur Abschlusskundgebung um 13 Uhr auf dem Römerberg sprechen unter anderem Prof. Dr. Peter Brandt (Willy-Brandt-Kreis), Dr. Martina Fischer (Brot für die Welt) und Michael Rudolph (DGB Hessen/Thüringen). Die Moderation hat Prof. Dr. Eva Walther (Greenpeace). Kulturbeiträge kommen von Gabriele Kentrup, dem Lale-Kocgün-Ensemble und anderen.

Ukraine-Krieg: Ostermarsch in Frankfurt am Main (18.04.2022) erwartet

2021 haben etwa 1000 Menschen am Ostermarsch teilgenommen; in diesem Jahr rechnen die Veranstalter auch wegen des Kriegs in der Ukraine mit einem Vielfachen. Der Aufruf zum Ostermarsch wird von einer Reihe linker Gruppierungen unterstützt, aber auch von Gruppen wie den Naturfreunden und Hessen, Greenpeace Frankfurt, dem Türkischen Volkshaus und der christlichen Friedensbewegung Pax Christi. An Parteien sind nur die AG "Frieden und Internationale Politik" der hessischen Linken, die feministische Partei Die Frauen und die Deutsche Kommunistische Partei DKP genannt.

Friedensforscherin über Ukraine-Konflikt: „Sanktionen allein werden Krieg nicht stoppen“

Die Forderungen der Ostermarschierer sind unter anderem keine Waffenlieferungen in die Ukraine, humanitäre und wirtschaftliche Hilfen für die ukrainische Bevölkerung, sowie die uneingeschränkte Aufnahme von Geflüchteten. Diese Forderungen sind nicht unumstritten, besonders die erstgenannte - angesichts eines Verteidigungskrieges gegen einen übermächtigen Gegner, wie ihn die Ukraine zu führen gezwungen ist.

2021 haben etwa 1000 Menschen am Ostermarsch teilgenommen. Der Römerberg ist beim Abschluss recht leer. FOTO: renate hoyer
2021 haben etwa 1000 Menschen am Ostermarsch teilgenommen. Der Römerberg ist beim Abschluss recht leer. © Monika Müller

Frankfurt am Main: Die DNA des Gewerkschaftsbundes

Philipp Jacks, der Vorsitzende des DGB Frankfurt, sagt: "Der Kampf gegen Krieg und Faschismus gehört zur DNA des Gewerkschaftsbundes." Krieg treffe immer zuerst auch Arbeitnehmer. "Wir müssen Konflikte ohne Gewalt lösen." Dabei sei, räumte er ein, die diesjährige Forderung, keine Waffen an die Ukraine zu liefern, innerhalb der Gewerkschaften umstritten: "Ich weiß auch noch nicht genau, wie ich dazu stehe." Dies hänge wohl vom Ergebnis des Krieges ab: Gelinge es den Ukrainern, mit Waffenhilfe aus dem Ausland die Aggressoren zu vertreiben, war die Waffenlieferung gut. Siege hingegen Russland trotz der Waffenhilfe Europas und der Nato, so habe sich das Leid der Bevölkerung vervielfacht. (ts)

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