Mit einer Plakataktion und der persönlichen Ansprache von Besuchern auf dem Friedberger Platz hat der Ortsbeirat gute Erfahrungen gemacht. Mit einer ähnlichen Aktion, wie hier auf dem Bild zu sehen, soll nun der Luisenplatz befriedet werden. Foto: Bernd Kammerer
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Mit einer Plakataktion und der persönlichen Ansprache von Besuchern auf dem Friedberger Platz in Frankfurt hat der Ortsbeirat gute Erfahrungen gemacht. Mit einer ähnlichen Aktion, wie hier auf dem Bild zu sehen, soll nun der Luisenplatz befriedet werden.

Nordend

Ärger über Lärm und Müll: Ortsbeirat greift am Luisenplatz durch

  • Matthias Bittner
    vonMatthias Bittner
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Der Ortsbeirat beschließt Maßnahmen zum Lärmschutz am Luisenplatz in Frankfurt. Kritik gibt es an zu hohen Kosten der Infokampagne.

Frankfurt – Gleich in der ersten Sitzung als Vertreter der Fraktion Volt hielt Fabian Annich mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg: "2500 Euro nur für Design und Druck halte ich doch für ziemlich teuer. Dafür haben wir 200 Plakate für unsere Wahlkampagne gedruckt. Das Geld wäre anders besser aufgehoben", kommentierte er die Pläne für eine Kampagne zur Befriedung des Luisenplatzes.

Ein gemeinsam von Grünen, CDU und SPD vorgelegtes Papier mit diesem Ziel wurde in der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirates 3 (Nordend) aber mehrheitlich angenommen - Volt stimmte dagegen, Manfred Zieran (ÖkoLinX-ARL) enthielt sich.

Es gehe nicht nur um zwei unterschiedlich gestaltete Plakat-Motive, sondern auch um Handzettel, die auf dem Platz an Besucher verteilt werden, erklärte die CDU-Fraktionsvorsitzende Claudia Ehrhardt. Ein entscheidender Punkt sei jedoch die persönliche Ansprache der Besucher. Der missionarisch erhobene Zeigefinger sei dabei aber nicht hilfreich, sagte sie. Lockere Sprüche, beispielsweise "Ihr wollt doch auch nicht jeden Tag Disco vor Eurer Haustür", sollen den Besuchern einen Spiegel vorhalten.

Ärger um Luisenplatz in Frankfurt: Zettel und Plakate reichen nicht aus

Mit der Kampagne soll der zunehmenden Vermüllung und nächtlichen Ruhestörung am Luisenplatz entgegensteuert werden. Besucher, die dort sitzen und sich unterhalten, sollen den Platz um 22 Uhr verlassen. Ein Grafiker wird mit der Umsetzung der Kampagne beauftragt. 2500 Euro aus seinem Budget will der Ortsbeirat zur Verfügung stellen - der Grafiker selbst hat Kosten in Höhe von knapp 1500 Euro angesetzt, der Rest ist als Puffer fürs Plakatieren vorgesehen. Angelehnt ist die Kampagne an eine vergleichbare Aktion von vor zwölf Jahren, als die Freitagspartys nach dem Wochenmarkt auf dem Friedberger Platz völlig aus dem Ruder gelaufen waren.

"Mit Zetteln wurde die Situation damals nicht befriedet. Geholfen hat, dass die Müllabfuhr mit viel Tamtam gekommen ist und es dann auf dem Friedberger Platz ungemütlich wurde", erklärte Zieran. Genau das müsse auch auf dem Luisenplatz passieren, forderte er. Laut Ortsvorsteherin Karin Guder sei ein ganzes Bündel von Maßnahmen geplant. Um 22 Uhr rücke die Kehrmaschine an, und "Rausschmeißer", die Besucher persönlich ansprechen, seien dann auch unterwegs.

Trotz Corona in Frankfurt schon wieder erste Beschwerden am Luisenplatz

Das hält Annich für eine sehr gute Idee. Eventuell könnten auch Platzpaten benannt werden, etwa Wirte der anliegenden Lokale, die unterstützend tätig werden. Bedenken gegenüber den Flyern äußerte Marina Sedlo von der FDP-Fraktion. "Das produziert nur noch mehr Müll", sagte sie. Man kenne das doch aus eigener Erfahrung: Die Handzettel werden nach ein paar Meter gleich wieder in den Mülleimer geworfen. Im ungünstigsten Fall landeten sie auf den Boden.

Der Luisenplatz hat sich zuletzt zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Menschen treffen sich dort, um sich zu unterhalten und mit Freunden etwas zu trinken. Allerdings uferte die Situation in den vergangenen drei Jahren zunehmend aus. Lärm bis weit nach Mitternacht, manchmal verursacht durch Live-Musik, raubte den Anwohnern den Schlaf. Einige sind deshalb sogar weggezogen. Aktuell gibt es laut Guder bereits wieder Beschwerden. Werde die Corona-Notbremse mit Ausgangssperre wieder aufgehoben, drängten alle ins Freie, um wieder Freunde zu treffen und zu feiern. Dann werde die Problemlage akut. Die Zeit zum Reagieren dränge also. (Matthias Bittner)

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