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Die Baustelle in der Straße Alt-Nied ist inzwischen in den Abschnitt vor der evangelischen Christuskirche gewandert.

Arbeiten gehen voran

Der Umbau im Ortskern von Alt-Nied nimmt Konturen an

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In Alt-Nied wird so langsam erkennbar, wie die Straße einmal aussehen soll. Seit ein paar Tagen kann man von der Kreuzung Nied-Kirche wieder einfahren; durchgängig offen ist Alt-Nied aber noch nicht.

Der Abschnitt zwischen der Franz-Simon-Straße und der Schmidtbornstraße ist neu gestaltet: Die Straße ist gemacht, die Fußwege links und rechts sind mit quadratischen Steinen gestaltet. Dort, wo noch begrünt werden soll, umgeben rotweiß schraffierte Barrieren kleine Flächen. Autos können links und rechts parken.

Seit ein paar Tagen können Autos wieder von der Mainzer Landstraße nach Alt-Nied abbiegen, bis zur Schmidtbornstraße fahren oder in die Franz-Simon-Straße einbiegen. In der Franz-Simon-Straße ist die Einbahnregelung gedreht worden, ebenso in der Schmidtbornstraße, wo Autos gegenwärtig nach links und nach rechts (Anlieger frei) rausfahren können.

Noch bis November

Die Arbeiten gehen laut Ankündigung der Stadt noch bis zum November 2019, also noch gut elf Monate. Heute wird es eine Baubesprechung zum aktuellen Stand geben. Die Einmündungen zu Schmidtbornstraße und Oeserstraße sind nun dran. Links, auf der Seite mit den ungeraden Hausnummern, ist der Gehweg bereits aufgerissen. Die beiden Bushaltestellen in der Straße „Alt-Nied“ – Nied-Kirche und Nied-Brücke in Richtung Höchst – sind beide noch gesperrt. Die Ersatzhaltestelle ist nach wie vor in Höhe von St. Markus auf dem Nieder Kirchweg eingerichtet, was in Stoßzeiten die Busfahrer vor Probleme stellt: Sie halten vor dem Gemeindehaus auf der rechten Spur und müssen dann auf die linke, um über die Mainzer Landstraße nach Höchst abbiegen zu können. Dazu müssen sie hoffen, dass jemand sie einfädeln lässt.

Angefangen wurde im Sommer vorigen Jahres: Erst wurden Arbeiten an Versorgungsleitungen erledigt, ab 6. August wurde dann mit der Umgestaltung der Straße Alt-Nied begonnen. Die Arbeiten werden über das Programm „Schöneres Frankfurt“ finanziert: Zwei Millionen Euro sind veranschlagt. Davon übernimmt das Land Hessen 514 000 Euro, also rund ein Viertel der Gesamtausgaben.

Weniger Parkplätze

Um die enge Straße attraktiver zu machen, werden, wie die Stadt es ausdrückt, „die Stellplätze baulich gefasst und auf einer Seite durch insgesamt sieben neue Baumstandorte gegliedert“. Das heißt: Es fallen einige Stellplätze am Straßenrand weg; die Fahrbahn wird auf vier Meter Breite verschmälert. Zukünftig soll auch das Radfahren gegen die Einbahnstraße gestattet sein, und der Bus muss auch wieder durch. Trotzdem wird es eng für Autos, denn der Durchgangsverkehr soll möglichst auf die Mainzer Landstraße ausweichen.

Der gesamte Straßenabschnitt ist etwa 240 Meter lang. Auf beiden Seiten sind Parkplätze sowie überwiegend rund zwei Meter breite Gehwege vorgesehen. Auf der Nordostseite werden sieben Bäume neu gepflanzt. Die Bushaltestelle „Nied Brücke“ wird 30 Meter nach Norden verlegt und erhält eine barrierefreie Ausstattung mit 22 Zentimeter hohen Spezialbordsteinen und Blindenleitstreifen („taktiles System“) sowie eine Wartehalle. Zebrastreifen werden barrierefrei, ein Unterflur-Glascontainer wird eingebaut, die Straßenbeleuchtung erneuert.

Die Dauerbaustelle belastet nicht nur die direkten Anwohner; das ganze Viertel stöhnt unter dem Such- und Schleichverkehr und dem immens gestiegenen Parkdruck (wir berichteten). Parkverbotsschilder werden eigenmächtig umgestellt, Baustellenabsperrungen ignoriert; es kommt immer wieder zu Gegenverkehr, auch in den Einbahnabschnitten zwischen Alt-Nied und der Luthmerstraße.

Dass die Zahl der Parkplätze verringert wird, sorgt für Ärger – zumal in Alt-Nied gerade anstelle eines Einfamilienhauses mit Werkstatt 38 Wohnungen mit nur 30 Parkplätzen gebaut werden und nun auch die Wohnbebauung des „Nieder Lochs“ begonnen hat: 131 Wohnungen und ein Supermarkt. Derzeit ist von 170 Tiefgaragenplätzen die Rede. Der erste Bauabschnitt hat begonnen; bevor es an den zweiten geht, muss die Stadtverordnetenversammlung erst die Beseitigung der Straßenbahnwendeschleife beschließen. Davon ist auch die seit Jahren diskutierte Umgestaltung der großen Kreuzung abhängig.

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