1. Startseite
  2. Frankfurt

Umbau des Bürgeramtes wird erneut teurer

Erstellt:

Von: Sabine Schramek

Kommentare

Freigelegte Holzbalken, nagelneue Kabel, die sich entlang von Decken und Ecken der Räume ziehen. Hier stehen noch einige Arbeiten bevor, bis das Bürgeramt wieder genutzt werden kann.
Freigelegte Holzbalken, nagelneue Kabel, die sich entlang von Decken und Ecken der Räume ziehen. Hier stehen noch einige Arbeiten bevor, bis das Bürgeramt wieder genutzt werden kann. © Leonhard Hamerski

Mehr Platz und ein neuer Zugang bis Ende des Jahres

Seit Mitte Dezember ist das Bürgeramt im Alten Rathaus geschlossen. Seit Anfang des Jahres wird entkernt, gebohrt und gehämmert. Aus dem geplanten Umbau ist fast eine Sanierung des Gebäudes aus dem Jahr 1930 geworden. Zukünftig soll es mehr Platz und einen Grünstreifen am neuen Eingang bieten.

Die Dezernentin schaut vorbei

Freigelegte Holzbalken, nagelneue Kabel, die sich entlang von Decken und Ecken der Räume ziehen, und erdig-steiniger Baustellengeruch vom Bohren und Hämmern lassen ahnen, dass im Bürgeramt in der Deuil-La-Barre-Straße nach Abschluss der Bauarbeiten ein anderes Flair herrschen wird als bisher. Davon will sich an diesem Tag auch Eileen O'Sullivan (Volt), Dezernentin für Bürgerservice, ein Bild machen. "Ich war noch nicht hier", erklärt sie knapp am Mittwochmittag. Frank Seidl und Tobias Fuchs vom Bürgeramt Frankfurt klären sie auf. "Durch den integrierten Anbau wird es künftig sechs statt vier Bedienplätze auf einer Ebene geben, einen neuen barrierefreien Eingang auf der Seite des ebenfalls renovierten Parkplatzes mit Grünstreifen, neue barrierefreie Toiletten, eine separate Wartezone und neue Elektroinstallationen", erklären sie.

Vor drei Jahren hatte der damalige Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU) Kosten in Höhe von 210 000 Euro für die Sanierung des Rathauses angekündigt, vergangenes Jahr nannte er bereits Kosten in Höhe von 600 000 Euro. Auf Nachfrage erklärt O'Sullivan nun, dass 800 000 Euro veranschlagt seien.

Die Bauarbeiten sind gut vorangeschritten, obwohl Lieferverzögerungen für Baumaterial erwartet werden. Architekt Jan Kavan erlebt positive Überraschungen. "Wir haben Glück, dass alle Firmen bisher sehr pünktlich und proaktiv gearbeitet haben. Darum sind wir jetzt schon wirklich weit gekommen." Dass der Unterboden teilweise nicht dafür geeignet ist, einen neuen Boden aufzulegen, sondern neu gemacht werden muss, und der Unterbau an einigen Decken nicht ideal ist, sei "nicht ungewöhnlich, verzögere aber die Maßnahmen ein bisschen". Bisher wird der Zeitplan eingehalten und läuft ohne größere Zwischenfälle, berichtet der Architekt auf der Baustelle.

Der Seitenanbau wird in dieselbe Höhe gebracht wie das bisherige Bürgeramt und bietet eine große Fläche für die Beantragung von Anträgen und die Ausgabe von Ausweisen. Der Brandschutz wird ebenso neu sein wie die Fenster, die momentan teilweise mit Sperrholzplatten bedeckt sind. Bis zum Ende der Bauarbeiten müssen die Nieder-Eschbacher ins Nordwestzentrum oder in die Innenstadt fahren, um ihre amtlichen Belange zu erledigen.

Wichtig für die Anwohner

"Die Außenstellen der Bürgerämter sind wichtig für die Anwohner", erklärt die Dezernentin. Auf die Frage, warum das aufwändig renovierte Bürgeramt in Nieder-Erlenbach weiterhin geschlossen sei, verweist sie auf ihre Referentin, die ebenfalls ungehalten reagiert. "Das ist ein kleiner Standort und alle Außenstellen sind wegen Corona geschlossen. Alle Mitarbeiter sind zu den großen Standorten verlegt worden, um möglichst viele Termine anbieten zu können. Es gibt auch nicht genügend Mitarbeiter. Man muss die Entwicklung abwarten", sagt sie.

Seit gut zwei Jahren ist das Bürgeramt in Nieder-Erlenbach geschlossen und wurde renoviert inklusive zweier neuer Räume. Im dortigen Ortsbeirat wurde darauf hingewiesen, dass im Eingemeindungsvertrag bereits vor 50 Jahren zugesichert wurde, dass in Nieder-Erlenbach eine Außenstelle des Bürgeramts betrieben wird. Ein interfraktioneller Antrag fordert den Magistrat auf, das Bürgeramt umgehend wieder für die Bürger zu öffnen. Dass die Außenstellen Nieder-Erlenbach, Nieder-Eschbach, Harheim, Kalbach und Fechenheim geschlossen sind, sei "unzumutbar", so die Stadtteilparlamentarier.

O'Sullivan verweist derweil auf Corona und lauscht den Berichten über die laufende Sanierung in Nieder-Eschbach. "Wir hoffen alle, dass der Umbau bis Ende des Jahres abgeschlossen ist", sagt sie. Die Räume im Obergeschoss würden geringfügig umstrukturiert. Das Ortsgericht, der Ehrenbeamte und das Ehrenamt bekommen einen neuen Warteraum für Schiedsgerichtsverhandlungen, in denen acht Teilnehmer Platz finden. Zwei neue Arbeitsplätze für das Bürgeramt im Erdgeschoss lassen hoffen, dass die Personalknappheit in den Bürgerämtern bis dahin Vergangenheit sein wird. SABINE SCHRAMEK

Auch interessant

Kommentare