Reduzierung der Fahrspuren

Umbaupläne für Berliner Straße

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Die Umgestaltung der Berliner Straße ist nach wie vor umstritten. Verkehrsdezernent Stefan Majer und Bürgermeister Olaf Cunitz (beide Grüne) präsentierten jetzt Pläne für eine Reduzierung der Fahrspuren. Ob das neue Stadtparlament der Idee zustimmen wird, ist allerdings offen.

Nur zwei statt vier Fahrspuren, Radwege, bessere Querungsmöglichkeiten für Fußgänger: Über diese Pläne für die Berliner Straße wird seit Monaten diskutiert. Die SPD lehnt sie ab, die CDU und die Industrie- und Handelskammer (IHK) sind skeptisch. Doch den Haupteinwand, dass es zu Staus kommen könnte, wenn die Autos nicht mehr so viel Platz hätten wie bisher, sieht Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) entkräftet.

Am Freitag präsentierte er eine Simulation des Straßenverkehrsamtes, wonach sogar eine wachsende Verkehrsmenge auf jeweils einer Spur pro Fahrtrichtung bewältigt werden könnte. Durch eine koordinierte Ampelschaltung könne der Verkehrsfluss verbessert werden; ohne diese Veränderung könnte es zu Staus am stark frequentierten Fußgängerüberweg Neue Kräme geben. Laut den Prognosen der Verkehrsplaner werden im Jahr 2025 in Spitzenstunden bis zu 1835 Autos durch die Berliner Straße fahren. Derzeit sind es nur 1541. Insgesamt, so Majer, habe der Autoverkehr in City in den vergangenen Jahrzehnten um 29 Prozent abgenommen. Dadurch gebe es Spielraum für Veränderungen.

Künftig soll es auf beiden Seiten einen Fahrradstreifen geben – laut Majer eine Notwendigkeit angesichts des Radverkehrs, der sich seit 1988 in der Innenstadt vervierfacht habe. Zwischen den beiden Richtungsspuren für Kraftfahrzeuge ist ein gepflasterter Multifunktionsstreifen vorgesehen. Dieser erfüllt laut Majer einen doppelten Zweck: Zum einen könne er von Autos genutzt werden, um etwa Lieferwagen zu überholen, die am Straßenrand zum Ein- oder Ausladen halten. Zum anderen solle er es Fußgängern erleichtern, die Straße zu überqueren.

Drei zusätzliche Querungsmöglichkeiten (ohne Ampel) werden baulich hervorgehoben, unter anderem an der Einmündung der Sandgasse in Richtung Paulskirche. „Wir müssen die Trennwirkung der Straße verringern, wenn wir zum klassischen Bild der europäischen Stadt zurückkehren wollen“, erklärte Majer. Es gehe auch darum, das Gebiet rund um die Zeil mit der neuen Altstadt zu verbinden. „Das funktioniert aber nicht, wenn wir die Fußgänger auf wenige Schleusen zwängen.“

So schnell wird der Umbau aber nicht kommen – selbst wenn sich das Stadtparlament nach der Wahl darauf einigen sollte. Denn zunächst wird die Straße aufgerissen, weil die Mainova eine Fernwärmeleitung verlegt. Ende 2017/Anfang 2018 soll es losgehen. Da während der Bauzeit nur zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen, kann der Verkehrsfluss getestet werden.

Der Umbau der Berliner Straße lässt es laut Planungsdezernent Cunitz nicht zu, das nördliche Mainufer für den Verkehr zu sperren, wie es zum Beispiel die SPD fordert. „Das wird nicht funktionieren“, sagte er. Vorstellbar sei allenfalls eine Sperrung an Wochenenden, da es dann kein Problem mit den unter der Woche auftretenden Verkehrsspitzen am Nachmittag gebe. Auch wenn das Mainufer für den Durchgangsverkehr frei bleibt, sieht Cunitz Raum für gestalterische Verbesserungen. Er denkt dabei vor allem an die Fläche am Fahrtor gegenüber dem Eisernen Steg. Erste Überlegungen dazu gibt es bereits, einen Beschluss allerdings noch nicht. (mu)

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