Conny Wolff (links) und Feyza Morgül suchen Räume für ihren Verein für nachhaltige Angebote (Reparatur-Café, Solarverein etc.). Hier vor einer leerstehenden Apotheke an der Seckbacher Landstraße 59. foto: red
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Conny Wolff (links) und Feyza Morgül suchen Räume für ihren Verein für nachhaltige Angebote (Reparatur-Café, Solarverein etc.). Hier vor einer leerstehenden Apotheke an der Seckbacher Landstraße 59.

Bornheim: Viele Pläne, kein Platz

Umwelt-Doppel sucht eine Bleibe

  • vonAlexandra Flieth
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Klima-Aktivistinnen wollen Informations- und Nachhaltigkeits-Büro eröffnen

Umweltschutz, Klima und Nachhaltigkeit sind mittlerweile nicht einfach mehr nur Schlagworte, sondern Themen, die mit Inhalten gefüllt werden, aus denen ganz konkrete Projekte und Ideen hervorgehen. Eben solche Projekte, die Prozesse anschieben, mit denen grundlegende Veränderungen in der Gesellschaft erreicht werden sollen - für die Zukunft. Zwei, die sich für ein solches Projekt starkmachen, sind Feyza Morgül und Conny Wolff. Die beiden jungen Frauen- die eine lebt in Bornheim, die andere im Westend - möchten mit niedrigschwelligen Angeboten das Bewusstsein für ein nachhaltigeres Leben stärken. Um ihre Ideen umzusetzen, suchen sie derzeit nach passenden Räumen - am liebsten in Bornheim, der Innenstadt, Nordend oder Ostend.

Die Menschen ansprechen

"Wir möchten Projekte initiieren, durch die Menschen in Berührung kommen mit den Themen Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit", formuliert es Conny Wolff. "Wir machen uns sehr viele Gedanken dazu und möchten dem zerrütteten Verhältnis, das teilweise hierzu in der Gesellschaft herrscht, entgegenwirken", betont sie weiter. Orientiert an den Gegebenheiten, die der noch zu suchende neue Ort bieten wird, sollen die Projekte künftig ausgerichtet werden.

Die beiden erzählen, dass sie mit zahlreichen Vereinen, Initiativen und Aktiven in Kontakt stünden, die an solidarischen und nachhaltigen Projekten in Frankfurt, aber auch weltweit arbeiten würden. Ihre Idee ist, an einem Ort sowohl eine Bürogemeinschaft für sozialökologische Themen, nachhaltige Projekte und Entwicklungen als auch Raum für Begegnungen mit Nachbarn und kleineren Veranstaltungen für die Themen zu implementieren. Eben einen Ort für den nachhaltigen Wandel in der Stadt, an dem es möglich ist, Workshops und Vorträge anzubieten und den Informationsaustausch zwischen den Akteuren und interessierten Bürgern zu fördern. Um die passenden Räumen für die Umsetzung zu finden, begeben sich die beiden aktiv auf die Suche - bisher jedoch ohne Erfolg. Sie hoffen, dass es Vermieter gibt, die ihre Idee gut finden und ein Nachhaltigkeitsprojekt wie das ihrige unterstützen möchten.

Feyza Morgül und Conny Wolff haben ganz konkrete Vorstellungen davon, wie dieser Ort aussehen sollte - mindestens 50 Quadratmeter Gesamtfläche, aufgeteilt in mehrere Räume, die sowohl Platz für Einzelgespräche als auch für bis zu zwölf Personen bieten, eine Präsentationsfläche für Ideen, Lagermöglichkeiten, ein WC und eine kleine Küche. Und bezahlbar sollte dieser Ort auch sein - zwölf Euro warm pro Quadratmeter im Monat haben sie kalkuliert. Je größer die Gesamtfläche, desto mehr Möglichkeiten gebe es, weitere nachhaltig agierende Initiativen mit einzubeziehen wie zum Beispiel die Einrichtung einer Abholstation für Bürger, die aus direkter und solidarischer Landwirtschaft Lebensmittel beziehen würden.

Leere Räume gibt es genug

Dass die Suche nicht leicht wird, haben sie schon festgestellt. Der Ort, an dem das Projekt in Zukunft realisiert wird, sollte für alle Interessierten gut zu erreichen sein. Deswegen sind sie auch selbst in den Stadtteilen unterwegs, schauen sich leerstehende Geschäftsräume von außen an und versuchen Kontakt zu den Vermietern aufzunehmen.

Die beiden Akteurinnen blicken auf langjährige Berufserfahrungen in den Gebieten Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz. Morgül macht seit 15 Jahren die Kommunikation für nachhaltige, alternative Projekte, für Angebote und Orte, an denen Menschen und Initiativen sich begegnen können. Als Mitglied im Kernteam von Transition Town Frankfurt hat sie mit anderen Bürgern der Stadt in Heddernheim ein Klimaschutzprojekt als Nachbarschaftsaktion aufgebaut. Dazu zählt auch ein Reparatur-Café - ein Projekt, das sie sich ebenfalls an dem noch zu findenden Ort vorstellen kann.

Seit 2018 ist sie auch Geschäftsführerin des Frankfurter Marktvereins, der sich für die Akteure des Erzeugermarktes an der Konstablerwache einsetzt und über die neuesten Entwicklungen von dort informiert wie über einen neuen klimafreundlichen Lieferservice für Produkte des Erzeugermarktes.

Conny Wolff arbeitet seit vielen Jahren für verschiedene gemeinnützige Organisationen im Marketing sowie der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Zuletzt leitete sie fünf Jahre lang die gemeinnützige Chancenstiftung, die sich für Bildungsgerechtigkeit einsetzt. Ehrenamtlich engagiert sich Conny Wolff zudem unter anderem im Arbeitskreis Kommunikation des Ernährungsrates Frankfurt.

Wer passende Räume hat, die er den beiden für ihre Nachhaltigkeits-Idee vermieten möchte, kann sich mit ihnen per E-Mail unter fm@opera-civil.de in Verbindung setzen. Alexandra Flieth

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