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?Passivsammler? heißen die Apparate, die die Stickstoffdioxidbelastung messen.

Stadt installiert fünf neue Messstellen für Stickstoffdioxid

Umweltamt prüft Luftbelastung in Frankfurt

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Sie sehen aus wie überdimensionale Kaffeetassen und werden an Laternen- und Schildermasten installiert. „Passivsammler“ heißen die Apparate, mit ihnen lässt sich die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid verlässlich ermitteln.

Nachdem das Umweltbundesamt im Januar mit der Meldung Alarm geschlagen hatte, dass die Stadtbewohner in Deutschland immer noch zu viel des gefährlichen Stickstoffdioxids einatmen, hat die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig beschlossen, in der Innenstadt über das ganze Jahr die Belastung mit dem gefährlichen Gas zu messen. Greenpeace, erläuterte Heilig, habe in der Mainmetropole im vergangenen Jahr an 14 Stellen Stichproben-Messungen durchgeführt. Allerdings hätten diese Messungen nur jeweils 30 bis 60 Minuten gedauert. Aus diesen Daten sei der Jahresmittelwert hochgerechnet worden. Nach diesen Berechnungen lagen die Werte alle über dem gesetzlichen Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Um diese kurzfristig ermittelten Werte abzusichern, solle mit Passivsammlern an fünf von Greenpeace ausgewählten Standorten in der Innenstadt über ein ganzes Jahr die tatsächliche Belastung der Frankfurter mit Stickstoffdioxid ermittelt werden. Die sogenannten Sammler-Tassen wurden auf dem Römerberg, vor der Alten Oper, am Börneplatz, im Reuterweg und in der Stegstraße aufgehängt. „Wir werden nach dem Jahr belastbare Ergebnisse haben, die zeigen, ob der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid nur an Hauptverkehrsstraßen überschritten wird, oder ob die gesamte Innenstadt betroffen ist“, sagte Heilig.

Neben den Passivsammlern, die im Riederwald und auf dem Lerchesberg installiert sind, wird die Luft in Frankfurt an drei dauerhaft installierten Stationen an der Friedberger Landstraße, der Hanauer Landstraße und am Höchster Bahnhof gemessen. An der Friedberger Landstraße liege die Stickoxidbelastung mit über 52 Milligramm pro Kubikmeter deutlich über dem Grenzwert. Als Hauptverursacher des hohen Stickoxidanteils in der Luft der Innenstädte werden Dieselfahrzeuge angesehen. „Die Städte können derzeit noch keine Fahrverbote für Dieselfahrzeuge erlassen“, bedauerte die Umweltdezernentin. Doch werde auch Frankfurt von der EU wegen der zu hohen Messwerte verklagt. Es sei zu hoffen, dass nach den Ergebnissen der jetzt begonnenen Messungen die sogenannte blaue Plakette eingeführt werde, mit der Dieselfahrzeuge aus den Städten ferngehalten werden könnten.

(wyg)

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