Vor der ersten Testfahrt ließen sich die Pedelec-Fahrer ablichten. Zehn der umweltfreundliche Fortbewegungsmittel wurden gekauft.
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Vor der ersten Testfahrt ließen sich die Pedelec-Fahrer ablichten. Zehn der umweltfreundliche Fortbewegungsmittel wurden gekauft.

Unternehmen schaffen Pedelecs an

Umweltfreundlich durch Gateway Gardens

  • Ute Vetter
    VonUte Vetter
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Zehn schwarzlackierte Pedelecs, von Elektroantrieben unterstützte Fahrräder, sorgen seit gestern für Schwung unter den etwa hundert Beschäftigen der Grundstücksgesellschaft Gateway Gardens und ihrer Partnerfirmen in dem Büroquartier. Die Räder sind weitere Mosaiksteine auf dem Weg zur Elektromobilitäts-Stadt.

Nur 25 Minuten benötigten gestern die Erstnutzer der zehn Pedelecs für ihre Sternfahrt vom Frankfurter Hauptbahnhof bis zum House of Logistics and Mobility (HOLM) in der Bessie-Coleman-Straße in Gateway Gardens, dem 35 Hektar großen Büro- und Firmenquartier zwischen Schwanheim und dem Flughafen. „Ohne Stau und Abgase, also umweltfreundlich, waren wir unterwegs“, sagte Dietmar Müller, Pressesprecher der Gateway Gardens GmbH, die die Vermarktung des Quartiers vorantreibt. Sie investierte gemeinsam mit der Fraport AG einen fünfstelligen Betrag in die Anschaffung der Pedelecs. Sie werden per elektronischem Chip freigeschaltet und sind zusätzlich mit Schloss versehen. Weitere Räder sollen folgen; zudem sollen Partnerfirmen mit ins Boot kommen.

Hintergrund: Gateway Gardens will die erste Elektromobilitäts-Stadt (E-City) werden. Längst gibt es Stromtankstellen für Elektroautos, eine Mietfahrradstation und eine Wegeanbindung für Zweiradfahrer aus dem Rhein-Main-Gebiet. Zum Thema Nachhaltigkeit gehören auch die Reduzierung der Emissionen und des Energiebedarfes. Die Pedelecs rollen vorerst nur im Quartier und am Airport, künftig jedoch auch auf den Wegen in die Innenstadt – wenn die Radschnellverbindung Frankfurt – Gateway Gardens im Rahmen des EU-Förderprojekts CHIPS (Cycle Highways Innovation for Smarter People Transport and Spatial Planning) realisiert sein wird. Den Förderantrag dafür hat die EU bereits positiv beschieden.

„Wir haben stets auf ein zukunftsfähiges Nachhaltigkeitskonzept gesetzt“, sagte Manfred Dittrich, Geschäftsführer der Gateway Gardens GmbH. „Die Pedelecs bieten nun Anreize, bei kurzen Wegen auf das Auto zu verzichten.“

Zertifikat erhalten

Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU), der die Sternfahrer am HOLM empfing, lobte das Projekt, aber auch den Erhalt des alten Baumbestands im Quartier, den Anschluss ans Fernwärmenetz, den Einsatz von LED-Lampen, die nachhaltigen Gebäude und vieles mehr. So sei das Viertel 2014 von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen als erstes Quartier in Deutschland mit dem Zertifikat in Platin ausgezeichnet worden. Auch Claudia Uhe, Bereichsleiterin Unternehmensentwicklung, Umwelt und Nachhaltigkeit bei Fraport, lobte das EU-Projekt. Es stärke die „landseitigen Verkehrsanbindung des Flughafens“.

Radpendler-Zentrale

Birgit Simon, Erste Beigeordnete des Regionalverbands FrankfurtRheinMain, betonte: „CHIPS ermöglicht es, optimale Lösungen für Einzelfragen zu entwickeln und zu testen“. Der Verband wolle mit den Partnern am Flughafen eine „Radpendler-Mobilitätszentrale“ entwickeln. Eine Erhebung habe gezeigt, dass bisher nur zwei bis drei Prozent der Flughafenmitarbeiter mit dem Fahrrad zur Arbeit kämen, es aber gern mehr tun würden. Das Potenzial hier sei also ein „erhebliches“.

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