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Pendler fahren mit ihren Autos über die Friedensbrücke. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert jetzt Tempo 30 in der Innenstadt, um den Weg durch und in die City unattraktiver für den Autoverkehr zu machen.

Weniger Schadstoffe in Frankfurt

Umwelthilfe fordert Tempo 30 statt 40 in der Innenstadt

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    vonDennis Pfeiffer-Goldmann
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Die Autos müssten ohnehin verdrängt werden, um die Stickoxidwerte zu reduzieren, sagt die Umwelthilfe - und stellt der Stadt insgesamt ein vernichtendes Urteil aus.

Frankfurt -Tempo 30 statt Tempo 40 in der Innenstadt fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Sie reagiert damit auf das Vorhaben der Stadt, ab dem neuen Jahr die Geschwindigkeit auf den Straßen innerhalb des Anlagenrings zu reduzieren. Nicht nur: Für die Ideen der Stadt zum Reduzieren von Schadstoffen in der Luft stellt die Umwelthilfe ein völlig vernichtendes Urteil aus.

Deutliche Worte sind von Jürgen Resch, dem Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe, bekannt. Und die Pläne Frankfurts zum Senken der Luftverschmutzung kritisiert er nun als "wenig ambitioniert". Vor einigen Tagen hatte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) angekündigt, dass vom Jahreswechsel an der gesamte Stadtkern Tempo-40-Zone werden soll. So sollen zu hohe Stickoxidwerte gesenkt und so auch ein Fahrverbot verhindert werden.

"Luftreinhalteplan lässt notwendige Maßnahmen vermissen"

Die Geschwindigkeitsreduzierung ist eines von mehreren Vorhaben, die das Land als zuständige Ebene in die neue Fassung des Luftreinhalteplans für Frankfurt aufgenommen hat. Zu diesem Gesamtwerk äußert sich nun die Umwelthilfe - mit einem vernichtenden Urteil: "Insgesamt lässt der Luftreinhalteplan die notwendigen Maßnahmen vermissen, die eine schnellstmögliche, flächendeckende und deutliche Einhaltung der Luftschadstoff-Grenzwerte und zudem Gesamtreduktion der Luftbelastung sicherstellen."

Im Fokus der Kritik von Jürgen Resch steht, dass das Land im nächsten Jahr damit rechne, dass die Grenzwerte für Stickoxid in noch immer 36 Straßenabschnitten überschritten würden. Im vorigen Jahr war die DUH vor dem Verwaltungsgerichtshof damit gescheitert, ein flächendeckendes Fahrverbot für ältere Diesel und Benziner innerhalb des Frankfurter Autobahnrings durchzusetzen. Allerdings verpflichteten die Richter die Stadt, streckenweise Fahrverbote anzuordnen, falls der Grenzwert von 41 Mikrogramm nicht eingehalten werden könnte. Das droht nicht nur auf Straßen im Stadtkern, sondern auch auf der Straße Im Erlenbruch im Riederwald, auf der Gutleutstraße, der östlichen Mainzer Landstraße sowie in Höchst und Unterliederbach unter anderem in der Königsteiner und Gotenstraße.

Das Limit von 40 Stundenkilometern hatte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) bewusst vorgeschlagen, weil die Autos dann in einem höheren Gang als bei Tempo 30 fahren und weniger Schadstoffe ausstoßen.

Weg durch die City unattraktiv machen

Die Umwelthilfe fordert nun dennoch Tempo 30. Das bringe "nur eine geringe Reduktion der NO2-Belastung", räumt Jürgen Resch ein. Aber der Weg durch die Innenstadt werde für überregionale Verkehre weniger attraktiv. Die Umwelthilfe kritisiert auch, dass es für die Straßenzüge Alt-Praunheim und Alt-Sossenheim keine Fahrverbote geben solle, obwohl dort 42,8 und 42,4 Mikrogramm Stickoxid erwartet würden.

Insgesamt ziehe sich "Ambitionslosigkeit wie ein roter Faden durch die Planung" der Stadt, schimpft die Umwelthilfe. Es gebe zu wenige Elektro-Taxen, weiterhin zu viele dreckige Diesel-Busse, es fehlten Ausweitungen des Angebots bei Bahn und Bus. Deutlich mehr Investitionen in den Nahverkehr, 365-Euro-Ticket, schnelleren Radweg-Ausbau, Pop-Up-Radwege, höhere Parkgebühren, viel mehr Parkscheinzonen - und das alles schnell umgesetzt, fordert die Umwelthilfe.

Auch fordert die Umwelthilfe, dass die Stadt Feuerwerk an Silvester verbieten solle, weil es viel Feinstaub verursache. Resch: "Stattdessen organisierte Feuerwerke außerhalb hoch belasteter Ballungsgebiete organisieren."

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