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Michael Hunstein, Ilse Eidebenz und Georg Pokorny beschweren sich über die Raser in der Wehrstraße.

Anwohner-Beschwerden

Von Unfällen und fehlenden Überwegen

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Erst kürzlich hat es wieder zweimal in der Doppelkurve in der Wehrstraße in Oberrad gekracht. Die Anwohner beschweren sich über die Raserei in der Tempo 40-Zone. Nun verspricht die Stadt eine Verkehrsinsel und die Polizei will Radarpistolen einsetzen.

Es war mitten in der Nacht, als die Anwohner in der Wehrstraße aus ihrem Schlaf gerissen wurden. „Es hat einen lauten Knall gegeben. Mir war klar, da ist wieder etwas passiert“, erzählt Anwohner Georg Pokorny noch immer entsetzt. Sofort sei er nach draußen gelaufen und habe geschaut, ob es Verletzte gibt. Und tatsächlich: Mitten in der Kurve der Wehrstraße waren zwei Autos ineinander gekracht. „Der Aufprall muss so heftig gewesen sein, dass die Airbags ausgelöst wurden“, sagt Pokorny. Zwei Insassinnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Doch das war längst nicht der erste und einzige Unfall in der Wehrstraße, die den Buchrainplatz mit der Gerbermühlstraße verbindet. Erst kurz zuvor hatte ein Autofahrer nachts die fast 90-Grad-Kurve überschätzt und landete, nachdem er einen Zaun durchfuhr, im angrenzenden Feld. Der Zaun steht zwar wieder, die Spuren sind aber noch immer auf dem Bürgersteig sowie an einem Baum, der vermutlich im Weg stand, zu sehen.

„Die Wehrstraße wird als Rennstrecke missbraucht“, kritisiert die Anwohnerin Ilse Eidebenz. An die Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 Stundenkilometern würde sich kaum jemand halten. „Mindestens jedes halbe Jahr passiert ein Unfall“, so Eidebenz. Immer wieder müssten die Bäume, die den Wegesrand säumen, neu gepflanzt werden. „Es ist ein Wunder, dass hier noch nichts Dramatisches passiert ist“, sagt sie.

Und so haben die Anwohner nicht nur Angst um die Sicherheit von Autofahrern, die Rasern in die Quere kommen, sondern auch um ihre eigene und die der Kinder. Denn die Wehrstraße ist lang, Überwege gibt es allerdings nur an der Ecke zur Offenbacher Landstraße sowie an der Gerbermühlstraße – dazwischen liegt mehr als ein halber Kilometer. „Fußgänger und Radfahrer überqueren dadurch die Straße überall“, weiß denn auch der Ortsbezirksvorsteher von Oberrad Michael Hunstein (CDU), der sich des Problems angenommen hat. „Das ist natürlich sehr gefährlich, auch für die zahlreichen Kinder, die hier leben.“

So wünschen sich die Anwohner nicht nur ein Schild, dass auf die gefährliche Doppelkurve hinweist, sondern auch eine Bedarfsampel, die nur dann auf Rot für die Autofahrer schaltet, wenn Fußgänger am Übergang stehen. „Die Ampel wäre auch schon optisch ein Signal für die Autofahrer, damit sie nicht allzu sehr aufs Gaspedal treten“, so Hunstein. Er hat sich sogar schon an das 8. Polizeirevier gewandt, um sie auf die Wehrstraße als Unfallschwerpunkt hinzuweisen. Doch die Polizisten konnten in der Straße keinen Unfallschwerpunkt ausmachen. „Aber wir werden die Geschwindigkeit der Autofahrer mit Radarpistolen überprüfen“, versprach der stellvertretende Revierleiter, Ralf Landsherr.

Zudem wird die Wehrstraße zwischen der Einmündung Wasserhofstraße und dem Feldweg mit einer Verkehrsinsel versehen, wie der Sprecher von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) auf Anfrage mitteilte. Das sei vom Magistrat versprochen worden, musste aber im vergangenen Jahr zugunsten anderer Baustellen zurückgestellt werden. Sobald es nun Frühling wird, kann das Amt für Straßenbau und Erschließung hier tätig werden. Das komme nicht nur den zu Fußgängern zugute, sondern habe natürlich auch eine geschwindigkeitsdämpfende Wirkung auf den motorisierten Verkehr.

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