Während Shabnam Ahmadi im Höchster AC-Testzentrum in der Hostatostraße Coronatests wie am Fließband abnimmt, stehen draußen vor der Tür von morgens bis abends die Menschen Schlange.
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Während Shabnam Ahmadi im Höchster AC-Testzentrum in der Hostatostraße Coronatests wie am Fließband abnimmt, stehen draußen vor der Tür von morgens bis abends die Menschen Schlange.

3G-Regel am Arbeitsplatz

Ansturm auf Corona-Testzentren: Ungeimpfte müssen in Frankfurt lange anstehen

  • Thomas J. Schmidt
    VonThomas J. Schmidt
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Der Ansturm auf die Corona-Testzentren ist in Frankfurt wegen der neuen 3G-Regel am Arbeitsplatz groß. Das hat Folgen für Ungeimpfte.

Frankfurt – Seit Mittwoch (24.11.2021) gilt bundesweit 3G am Arbeitsplatz. Wer nicht geimpft oder genesen ist, braucht einen aktuellen Corona-Test, wenn er arbeiten gehen will. Die Warteschlangen vor Apotheken und Testzentren sind entsprechend lang.

In den Unternehmen hat sich inzwischen Routine eingestellt. Bei Bäcker Eifler in Fechenheim sind die Regeln klar: „Nur Getestete, Genesene oder Geimpfte dürfen rein“, sagt Christa Bartel, enge Mitarbeiterin von Inhaber Gerhard Eifler. „Bei den Ungeimpften kontrollieren die Vorgesetzten täglich die Corona-Testzertifikate. Sie sind 24 Stunden gültig und müssen in einem Testzentrum erstellt werden.“ Selbsttests sind für diesen Zweck ungültig; vielmehr muss, wer nicht geimpft oder genesen ist, einen sogenannten Bürgertest absolvieren, und zwar täglich.

Corona-Pandemie: Den Unternehmen Kontrollen aufgebürdet

In den Restaurants im Tigerpalast, im Palmengarten-Gesellschaftshaus und im Café Siesmayer sind fast alle Mitarbeiter gegen Corona geimpft oder genesen, sagt Robert Mangold, der geschäftsführende Gesellschafter der Tiger-Palmen-Gruppe: „Wir haben nur drei Mitarbeiter ohne Impfung.“

Das Besondere bei Gastronomie, Einzelhandel und anderen Betrieben mit Kundenkontakt ist, dass diese schon seit einigen Wochen ihre Mitarbeiter testen lassen müssen. „Wir testen an zwei Tagen in der Woche hier im Haus, wir haben dafür einen eigenen Raum“, erklärt Mangold. „An den anderen drei Tagen müssen die Mitarbeiter einen Bürgertest vorweisen.“ Es laufe bislang ganz gut.

Ulrich Klumpf, Inhaber der Klumpf GmbH Wohndesign in Nieder-Eschbach, hat fünf Mitarbeiter. „Einer ist nicht geimpft“, sagt Klumpf. „Wir haben schon vor Wochen darauf hingewiesen, aber wenn er halt nicht will...“ Von dem Mitarbeiter wird jeden Tag ein Zertifikat aus einem Testzentrum verlangt. „Wir kontrollieren das“, sagt Klumpf. „Die Regierung hat es uns Unternehmern aufgedrückt.“

Corona-Pandemie: Schnelltests sind nur 24 Stunden gültig

Im Gegensatz zu kleinen und mittelständischen Unternehmen haben es Großunternehmen schwerer und leichter. Schwerer ist es, exakte Daten zu ermitteln. Bei der Infraserv in Höchst läuft schon seit Tagen der Prozess der Evaluierung, wer überhaupt geimpft ist von den 2700 Mitarbeitern. „Es gibt noch kein abschließendes Ergebnis“, sagt Sprecher Michael Müller. Er geht jedoch davon aus, dass die überwältigende Mehrheit geimpft ist, auch, weil Infraserv auf dem Gelände ein Impfzentrum betrieben hat. Für nicht Geimpfte gelte, dass sie künftig täglich ein Testzertifikat vorweisen müssen oder aber sich im Unternehmen testen lassen können. „Ich kann da nur für die Infraserv sprechen, die anderen Unternehmen im Industriepark handeln autonom.“

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Wie viele Testmöglichkeiten es in Frankfurt gibt, ist noch etwas unklar. Testzentren müssen sich nicht mehr beim Gesundheitsamt registrieren lassen. Stattdessen bietet das Land Hessen eine Liste unter www.corona-test-hessen.de. Dort sind 52 Teststationen aufgelistet, darunter auch Arztpraxen und einige Apotheken. Tatsächlich aber bieten alleine mehr als die Hälfte der Frankfurter Apotheken, 148 von 287 nämlich, Corona-Tests an. Dies geht aus mein-apothekenmanager.de hervor, einer Liste, die der Apothekerverband Hessen führt.

Corona-Pandemie: Lange Schlangen vor den Zentren

Wie groß die Nachfrage ist, sieht man an den schier endlosen Schlagen vor Apotheken und Corona-Testzentren. „Eine halbe Stunde bis eine Stunde muss man warten“, heißt es in der Hirsch-Apotheke auf der Zeil. Schlangen gibt‘s auch vor dem AC Testzentrum in der Höchster Hostatostraße. „Seit der 3-G-Regel ist bei uns sehr viel los, viel mehr als zuvor“, sagt Dr. Wahid Ahmadi, der das AC Testzentrum betreibt. Die Wartezeit für Kunden ohne Termin könne bis zu einer Stunde betragen. Viele kommen nach der Arbeit, um sich für den nächsten Tag zertifizieren zu lassen. Das Testzentrum hat bis 20 Uhr geöffnet. Jeden Tag kommen jetzt 700 Menschen zum Test, schätzt Ahmadi. (Thomas J. Schmidt)

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