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Ein Schild mit der Aufschrift „Stop” ist am Kamelgehege des Frankfurter Zoos platziert.

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Unglück im Zoo: Nicht den Eltern die Schuld geben

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Haben die Eltern denn nicht aufgepasst? Immer wieder liest und hört man derartige Kommentare, wenn sich ein Unglück wie das vom Freitagnachmittag ereignet. Ich frage mich: Mit welchem Recht?

Jeder, der selbst Kinder hat, weiß: Es ist schlicht nicht möglich, die Rasselbande immer und überall im Blick zu haben. Ein weinendes Geschwisterchen, das getröstet werden möchte, ein Schuh der gebunden, eine Windel die gewechselt werden muss – und schon kann man den Nachwuchs aus den Augen verloren haben. Diesen Moment der Panik und die darauf folgende Dankbarkeit, wenn man den Schopf des Knirpses inmitten einer Menschenmenge wiederentdeckt oder er hinter einem Busch wieder auftaucht – welche Mutter, welcher Vater kennt das nicht?

Was im Frankfurter Zoo geschehen ist, war ein tragischer Unfall. Es steht uns nicht zu, jetzt über die Eltern zu richten. Sie selbst wird die Frage nach der Schuld am Tod ihres kleinen Sohnes ihr Leben lang nicht mehr loslassen. Da braucht es nicht auch noch vermeintliche Besserwisser, die mit dem Finger auf sie deuten.

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