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Ilse Zündorf führte die Besucher durch den Arzneigarten, in dem mehrere Hundert Pflanzenarten nach Wirkstoffen sortiert wachsen.

Botanischer Garten auf dem Campus Riedberg

Uni-Garten öffnet sich der Stadt

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Vor einem Jahr wurde der neue Botanische Garten auf dem Campus Riedberg der Goethe-Universität eingeweiht. Jetzt lud die Uni die Bürger zum Frühlingsfest in den Garten.

1500 Pflanzen wachsen schon im neuen Gewächshaus und auf der drei Hektar großen Freifläche südlich des Biologicums auf dem Campus Riedberg. In großen, gemauerten Hochbeeten gedeihen Arzneipflanzen. Dazwischen tummelten sich gestern zahlreich Bürger aus Frankfurt und Umgebung.

Das erste Frühlingsfest in der Botanik war, wie Uni-Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz sagte, nicht nur eine Einladung an die Nachbarn auf dem Riedberg oder die Bürger Frankfurts. „Wir wenden uns an alle Interessierten, auch aus dem Umland.“

Bei Hans und Gerda Meisel ist das auf offene Ohren gestoßen. Die beiden kommen aus Kriftel. „Es gefällt uns sehr gut“, sagte Gerda Meisel, die den Garten gerne nach einem Jahr noch einmal sehen wollte. Bei der Eröffnung war das Ehepaar auch schon dabei.

„Toll, wie das hier alles gewachsen ist“, freut sich Gerda Meisel. „Die Torftoilette stand vor einem Jahr auch noch nicht da“, sagt ihr Mann. Die beiden flanieren weiter.

Das Angebot, das die Universität den Besuchern machte, war groß. Es gab Livemusik, man konnte an verschiedenen Führungen im großen Gewächshaus und im Arzneigarten teilnehmen, regelmäßig gingen vor den Augen der Zuschauer Imker ihrer Tätigkeit nach, öffneten das Bienenhaus und erklärten, worin die Bedeutung der Bienen für die Natur besteht. Informationsstände rund um die Themen Wald, Bodenqualität, warum braucht die Natur Pilze? und anderes stießen gleichfalls auf Interesse.

„Mit dem Wissenschaftsgarten wollten wir die Praxis direkt auf dem Campusgelände haben“, sagte Prof. Schubert-Zsilavecz. Im Hörsaal laufen die Vorlesungen über Heilpflanzen und ihre Bedeutung in der Pharmazie, einige Hundert Meter weiter können Studenten sich die Pflanzen anschauen, Wissenschaftler Proben nehmen für Untersuchungen. „Es ist ein Garten für die Wissenschaft“, so Schubert-Zsilavecz. Vor allem deshalb, weil die Pharmazie noch immer im Pflanzenreich forscht und neue Wirkstoffe dort entdeckt. Schubert-Zsilavecz erläutert: „Bis hier alle Pflanzen gesetzt sind, werden wir mehrere Hundert anerkannte Arzneipflanzen im Garten haben.“

Bezahlt haben den Garten Bürger aus Frankfurt. Für je 300 Euro konnten sie die Patenschaft für eine Pflanze übernehmen. 90 000 Euro kamen so zusammen, fast die gesamten Kosten des Arzneigartens auf dem Campus Riedberg. Auch deshalb plant die Goethe-Universität künftig jedes Jahr ein Frühlingsfest im Wissenschaftsgarten.

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