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So soll die neue Schule einmal aussehen. Wenn alles glatt läuft können hier 2025 die ersten Schüler einziehen. Bis zehn Meter in die Tiefe reicht der Unterbau, der einmal die Sporthallen beherbergen soll.

Ostend: Schule

Unten wird geturnt, oben gepaukt

  • vonKatja Sturm
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Pläne für die neue Grundschule vorgestellt.- Photovoltaik auf dem Dach.

Dort, wo sich jetzt noch das Clementinen-Kinderhospital befindet, in der Theobald-Christ-Straße nahe dem Zoo, soll bis Juli 2025 eine neue vierzügige Grundschule entstehen. Die Pläne dafür stellten der Frankfurter Baudezernent Jan Schneider (CDU) und Vorstand Heinz-Günter Lang vom Projektentwickler Lang & Cie am Dienstagabend im zuständigen Ortsbeirat 4 vor.

"Wir haben uns lange schwergetan, eine passende Liegenschaft zu finden", erklärte Schneider mit Blick auf den Bedarf, der aufgrund des Wohnungsbaus und des Bevölkerungswachstums im Ostend entstanden ist. Im Zuge der Sparmaßnahmen, die der damalige Stadtkämmerer Tom Koenigs (Grüne) in den 90er Jahren verordnete, seien viele städtische Flächen veräußert worden. Das 3700 Quadratmeter große Gelände, das die Klinik verlässt, um sich in der Richard-Wagner-Straße gegenüber dem Bürgerhospital anzusiedeln, habe die Stadt selbst nicht erwerben können.

Anforderungen sind noch neu

Auf eine öffentliche Suche im vergangenen August hin hatten sich die neuen Eigentümer von Lang & Cie gemeldet und vorgeschlagen, die benötigte Einrichtung auf einem Teil des Areals selbst zu bauen und "schlüsselfertig" an die Stadt zu übergeben und zu verkaufen. "Für die Stadt ist das die wirtschaftlichste Variante", betonte Schneider. "Es wird die erste Grundschule sein, die nach den neuesten Planungsanforderungen von 2019 gebaut wird." Dazu gehören unter anderem mehr Platz für die Schüler, offene Lernflächen und großzügigere Unterrichtsräume.

Die somit im Vergleich zu gewohnten Bauten ein Drittel größere Schule, für die ein Ganztagskonzept mit Küche und Mensa sowie ein Schwerpunkt auf Inklusion vorgesehen ist, soll sich an die Hölderlinstraße anschließen und sich über fünf Etagen erstrecken. Im Untergeschoss sind eineinhalb Sporthallen geplant, weshalb man beim Bau laut Lang zehn Meter in die Tiefe gehen wird. "Eine besondere Herausforderung für die Statik", nennt der Hauptgesellschafter diese Anordnung, da die Bewegungsfläche, über der sich Unterrichtsräume stapeln, ohne Säulen auskommen muss. Das oberste Geschoss ist als Staffelgeschoss im Vergleich zu den anderen leicht zurück gerückt.

Besonderer Brand- und Lärmschutz

Der Zugang zur barrierefreien Schule erfolgt über den Innen- und Pausenhof, um zu vermeiden, dass die Schüler direkt auf die Straße laufen. In puncto Brand- und Lärmschutz sind ebenfalls besondere Vorgaben zu erfüllen. So sollen für die Einrichtung Einbaumöbel ausgesucht werden, die den Schall dämpfen. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage geplant. Aufgrund eines großen Fensteranteils bleibt für eine Begrünung des Gebäudes an der Fassade wenig Platz. Auf andere Themen, die erst im Zuge der Pandemie an Bedeutung gewonnen hätten, besonders gute Lüftung etwa, könne man noch eingehen.

"Wir sind gerade dabei, die Vorlage an die Stadtverordneten zu erstellen", sagte Schneider. "Bis Ende des Jahres sollte alles in trockenen Tüchern sein." Er selbst geht nicht davon aus, dass es Widerstand geben wird. Die Schule werde nicht anders aussehen, als wenn die Stadt sie selbst bauen würde. Sollte etwas mit dem Bau nicht in Ordnung sein, werde man ihn nicht übernehmen.

Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Römer, Sabine Fischer, begrüßte die Pläne: "Die Schule kann eine Blaupause zeitgemäßen pädagogischen Bauens in innenstadtnahen Wohnquartieren werden", lautete ihr Statement. Katja Sturm

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