Mit dieser Halbschranke an der Ecke Loreleistraße / Johannesallee hat die Stadt auf Beschwerden der Anwohner reagiert.
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Mit dieser Halbschranke an der Ecke Loreleistraße / Johannesallee hat die Stadt auf Beschwerden der Anwohner reagiert.

Nervende Bauarbeiten

Unterliederbach: Weiter Ärger um die Baustelle auf der Königsteiner

  • Michael Forst
    vonMichael Forst
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Stadt reagiert auf Anwohner-Beschwerden über Verkehrsteilnehmer, die falsch abbiegen

Eine Halbschranke soll's nun richten: Mit dieser Maßnahme an der Ecke Loreleistraße / Johannesallee hat das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) jetzt auf die Beschwerden der Anwohner und auf die Berichterstattung dieser Zeitung reagiert. Die Bewohner leiden seit Beginn der Bauarbeiten auf der Königsteiner Straße vor knapp drei Wochen unter den Folgen: Unachtsame oder uneinsichtige Verkehrsteilnehmer ignorieren die Umleitungsbeschilderung via Wasgaustraße oder Sossenheimer Weg und fahren bis kurz vor die Baustelle.

Dort bleibt ihnen dann nur die Wahl, über die Sieringstraße und Gotenstraße wieder in Richtung Autobahn zurückzufahren - oder das "Schlupfloch" via Johannesallee zu nutzen. Viele biegen dann weiter in die Loreleistraße ab, andere fahren irrtümlich weiter auf der Johannesallee, die in einer Sackgasse mündet. Die Folge waren hoffnungslos verstopfte Straßen, hektische Wendemanöver und Hupkonzerte, oft noch zu nachtschlafender Zeit.

ignorieren die Barke

Die neue Halbschranke, versehen mit den Hinweisen "Anlieger frei" und "Für alle Lkw gesperrt", soll diese Auswüchse jetzt verhindern helfen, erklärte ASE-Leiterin Michaela Kraft auf Anfrage dieser Zeitung. "Wir hoffen, dass diese auch optisch klare Sperre den gewünschten Effekt erzielt", erklärte sie. Einige Autofahrer, so zeigte sich indes bereits kurz nach der Errichtung der Barke, schreckt selbst dieses Begrenzungssignal nicht ab: Sie fahren tiefer in die Johannesallee hinein, bis sie am Ende der Sackgasse ihren Fehler bemerken.

Und auch der Schleichverkehr, der, von der Königsteiner Straße kommend, sich einen Weg durch die Loreleistraße sucht, sorgt weiter für Probleme. Insbesondere die großen Fahrzeuge bleiben immer wieder in den engen Straßen stecken. Oder sie streifen und beschädigen geparkte Autos von Anwohnern.

Sattelschlepper zerkratzt Auto

Davon kann etwa die Unterliederbacherin Olivia Möller ein Lied singen: "Ein Sattelschlepper hatte sich in die Johannesallee verirrt", berichtet sie. Beim Rangieren zerkratzte er die Seite ihres Autos. Aufmerksame Nachbarn alarmierten sie. Glück für sie: In der Loreleistraße blieb das riesige Fahrzeug dann stecken, der Fahrer konnte zur Verantwortung gezogen werden.

Dass überhaupt Laster durch das Wohngebiet mit seiner noch aus dörflichen Zeiten stammenden Infrastruktur durchfahren dürfen, kritisiert Beate Thorn, ebenfalls Bewohnerin der Johannesallee. Vor Jahren schon sei auf Betreiben der damaligen CDU-Ortsbeiräte das Verkehrsschild: "Durchfahrtsverbot für Lkw" entfernt worden. "Ich habe damals diese Aktion der Demontage der Schilder selbst miterleben müssen", berichtet sie. Auf ihren Einwand, es sei doch reines Wohngebiet, habe sie zur Antwort erhalten, dass es sich vielmehr um ein "durchmischtes Gebiet" handele, da sich eingangs zwei Gewerbebetriebe befänden.

Unterdessen fordern einige Unterliederbacher in der lokalen Facebook-Gruppe, die Stadt möge die Beschilderung noch einmal überarbeiten. So sollten schwere Brummis die Königsteiner Straße weiträumiger umfahren. Auch die Hinweise im Internet sollten verbessert werden. Kritisiert wird auch die Verlagerung von Verkehrshinweisen von der Internet-Präsenz der Stadt Frankfurt auf die Webseite mainziel.de. Es sei ärgerlich, wenn wichtige Verkehrshinweise nur unvollständig oder mit großer Verspätung veröffentlicht würden. Diese Kritik weist Nadja Lich vom Straßenverkehrsamt zurück. Die 2005 in Betrieb gegangene Verkehrswebseite ihres Amtes biete grundsätzlich den Vorteil, dass alle Meldungen auf einer Karte visualisiert würden. Das sei anschaulicher als die früheren Textmeldungen.

Auch den Vorwurf, nicht aktuell zu sein, kann sie nicht nachvollziehen. "Sobald die Anordnungen für Baumaßnahmen beschlossen sind, stellen wir das online", betont sie und ergänzt: "Das geschieht in aller Regel zeitnah."

Wegen der Fülle an Baustellen in Frankfurt seien allerdings "kleine Anliegerstraßen wie die Johannesallee manchmal nicht aufgeführt". Nadja Lich verweist auf die Interaktivität von mainziel.de: "Wenn uns die Bürger aber auf Verkehrsbehinderungen hinweisen, berücksichtigen wir das gerne. Wir sind dankbar für solchen Input." michael forst

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